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BOLD THE MAGAZINE 01 2012

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LEIDENSCHAFT

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42 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Nicolas Cage wieder etwas Befriedigendes in meinen Rollen“. Das kann man getrost unterschreiben, wurden wir doch Zeuge, wie er den Killer-Superhelden Big Daddy in „Kick Ass“ (2010) spielte oder seine skurille Oscar-Reife Darstellung des abgefuckten Iguana-beobachtenden Cops in Werner Herzogs verrücktem „Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ (2010) meisterte. Bereuen wird er wohl keine seiner Entscheidungen. Aber wieso sollte Nicolas Cage, der kürzlich Leonardo DiCaprio bei einer Auktion für 276.000 Dollar den echten Schädel eines Tyrannosaurus Rex vor der Nase weg schnappte, irgendetwas bereuen? Das einzige, was er an seinem Lebensende nach eigenen Angaben wirklich bedauern wird, ist der Verlust der drei Comic-Bücher, die aus seinem Privatbesitz gestolen wurden und nie wieder zu ihm zurück fanden. Darunter war auch eine Erstausgabe von „Superman“. Nicolas Cage im interview BOLD hatte die Gelegenheit, in Berlin, mit dem charismatischen Sonderling, über Leidenschaft, Familie und seinen neuen Film „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ zu sprechen: Herr Cage, schön das Sie es nach Berlin geschafft haben. Konnten Sie die Stadt denn schon für sich entdecken? geworden. Es ist ziemlich schwer für mich, hier auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich bin zwar ein paar Tage früher gekommen, um ein wenig von der Kultur mitzukriegen. Aber ein paar der Typen haben sich schon regelrechte Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagden mit mir geliefert. So konnte ich nicht wirklich all das sehen, was ich sehen wollte. Was haben Sie sich denn ansehen können? Na ja, das Wetter war echt scheiße, aber ich bin durch den Grunewald gefahren. Das war echt ganz cool. Ich liebe es, wie die Deutschen ihren Wald und die Bäume respektieren und all das auch in die Architektur mit einfließt. Wäre es nicht auch eine gute Möglichkeit gewesen, Ihre Familie mitzubringen und ihnen Ihre deutschen Wurzeln zu zeigen? Eigentlich schon, aber das wäre andererseits total verantwortungslos, da mein Sohn noch zur Schule geht und den Anschluss nicht verlieren soll. Vielleicht beim nächsten Mal. Es gibt Gerüchte, dass Sie in Deutschland einen Film mit deutschen Schauspielern realisieren wollen? Ja, „Black Butterfly“ war im Gespräch, aber das wird in naher Zukunft nicht passieren. zimmerblick, seiner melancholischen, tiefen Stimme und hat das Bild vor den Augen, wie Nicolas Cage mit 150 km/h durch den Grunewald brettert, um vor Paparrazi zu flüchten. Sie stellen gerade Ihren neuen Film vor, „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“. Was war der Grund für Sie, einen zweiten Ghost Rider-Film zu drehen? Ich hatte einfach mehr mit Johnny Blaze zu sagen, als der erste Teil ermöglichte. Und dieses Mal konnte ich den Rider so spielen, wie ich es wollte, da es die Technik zuließ. Seit dem ersten Teil lebt Blaze nun schon acht Jahre verschanzt in Rumänien. Sein Humor ist viel schwärzer, sarkastischer und nervöser. Ein Humor, den man eher von einem Polizisten oder einem Rettungssanitäter erwarten würde oder von Menschen, die schlimme Dinge sehen und einen speziellen Humor als Ventil dafür suchen. Dort habe ich die Figur angesetzt. Noch interessanter war es aber, den Rider zu kreieren. Jemand aus einer ganz anderen Dimension. Wie bewegt sich so jemand? Ich habe Cobras beobachtet, wie sie versucht haben, mich mit ihren hypnotischen Tänzen einzuschläfern, um dann plötzlich zuzuschlagen. Er scheint ein wenig abzudriften, schwingt seine Arme hin und her und imitiert mit seiner Handfläche hypnotisch den Kopf einer Cobra. Plötzlich schaut er auf und redet weiter. Um ehrlich mit euch zu sein: Die Paparazzi sind seit dem letzten Mal viel aggressiver Man hört ihm gerne zu. Hängt buchstäblich an seinem einschläfernden Schlaf- Das alles ist mit in die Figur des Riders eingeflossen. Aber die eigentliche Idee von

Kunst & Kultur | Nicolas Cage BOLD THE MAGAZINE | 43 „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ hatte ich bei einem Besuch in England: Ich habe den ersten Teil dort promotet, und zu der Zeit liebte ich es, Lederjacken, Motorradstiefel und all das Zeug zu tragen. Ich war in Westminster Abbey in meiner Mittagspause. Plötzlich stellte sich heraus, dass ich genau zu einem wichtigen Gipfel hereinplatzte. Dort war auch ein Bischof aus Colorado zugegen, der mir gleich eine Tour durch die ganze Kirche gab. Er stellte mir den Erzbischof von Canterbury und den Papst der griechisch-orthodoxen Kirche vor. Also stand ich da in meinem Lederoutfit, umzingelt von diesen spirituellen Führern. Dabei dachte ich mir, das könnte auch ein cooles Setting für den Rider sein. Plötzlich flüsterte mir der Erzbischof zu „Auch ich kann total ungezogen sein“. Von da an war es besiegelt! Das ist es! Der Ghost Rider arbeitet mit der Kirche zusammen. So bin ich auf die Idee für den Film gekommen. Sind Sie religiös? Ich glaube an Gott. Aber ich bin mehr der wahrheitsuchende Typ und hacke nicht auf anderen Religionen herum. Ob jemand nun nach dem Islam oder dem Judentum lebt, ist ihm doch völlig selbst überlassen. Jeder soll daran glauben, wozu er Lust hat. Ich werde wohl immer auf der Suche sein. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Oh, wow ... Niemand von uns weiß wirklich darüber bescheid, oder? Aber meine Intuition sagt mir irgendwie, dass es das wohl geben könnte. Wären Sie froh darüber? Es gibt diese 50/50-Chance, dass es ziemlich cool sein könnte. Ich weiß halt nur nicht, in welche Richtung es wohl geht. Und wenn ich jetzt sagen würde, ich wüsste es doch, würde ich wohl an einer Psychose leiden. Welche Parallelen gibt es zu Ihrer Filmfigur? Ghost Rider ist der einzige Superheld, den ich kenne, der von Goethe inspiriert wurde, der Kontakt mit dem Teufel und all das. Der Film ist zwar eher ein Popcorn-Event, aber als ich, als Kind zum Beispiel, die Comics las, fand ich es immer beängstigend zu sehen, wie jemand die Kraft des Bösen nutzt, um etwas gutes zu tun. Das war ein kompliziertes, philosophisches Erwachen. Im Film ist alles eine große Metapher und wir alle machen Fehler. Das liegt in der Natur des Menschen. Schauen Sie zu Hause, gemeinsam mit Ihrer Familie, Ihre Filme an? Ich spiele meine eigenen Filme nicht bei mir zu Hause. Ich versuche, das Leben in den eigenen vier Wänden so normal wie möglich zu halten. Mein Sohn soll das alles nicht sehen, das würde ihn nur verwirren. Sie sind also kein Superheld für Ihren Sohn? Ich bin einfach sein Vater. Er weiß was ich mache und besucht mich auch mal am Set. Ich zeige ihm nur nicht die Filme. Neben Ihrem Beruf und Ihrer Familie haben Sie eine große Leidenschaft für Comics? Ich liebe die Popkultur. Aber ihr habt irgendwie alle ein falsches Bild von mir und den bunten Heftchen. Lasst mich das mal klar stellen: Ich bin nicht bis 3 Uhr morgens wach und sitze zu Hause mit einem Pappkarton voller Comics, esse Zitronenkekse und lese „Spiderman“. Aber ich kenne mich in der Materie aus, weil ich liebe, wofür Comics stehen. Und so wie Rosebud in „Citizen Kane“ bin ich loyal zu meiner Kindheit. Ich denke, dass Comics mir in meiner Kindheit geholfen haben, meiner Umwelt zu entfliehen. Die bunten Charaktere, die Geschichten, die Mythologien und all das eröffneten mir eine fantasievolle Parallelwelt, in die ich gern flüchtete. Comics sind nichts anderes als Märchen, griechische Mythologie, oder nordische Mythen, in die sich Kinder in der Vergangenheit gern vertieften. Ich finde, die Magie eines Comics gibt dir eine Form des Lesens in Verbindung mit einer Visualität, die eine großartige, inspirierende Erfahrung sein kann. Weiß Ihr Sohn denn, dass er seinen Vornamen Supermann zu verdanken hat? Ja, weil er die Comics irgendwo im Haus entdeckt hat. Kal-El ist einfach ein Name, eigentlich ein hebräisches Wort, dass „Stimme Gottes“ bedeutet. „El“ heißt auch „der Erleuchtete“. Alles ein wenig märchenhaft. Vor allem, wenn man sich Leute im Medienbusiness anschaut, die „El“ im Namen haben. Ob es nun Elton John ...

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