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BOLD THE MAGAZINE 02 2012

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(R)EVOLUTION

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14 | BOLD THE MAGAZINE Einstieg | (R)EVOLUTION Lebensgeschichte hat das allerdings nur noch wenig gemein. Der Guevara oft zugeschriebene Ausspruch: „Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, hat schon verloren“, stammt in Wahrheit von Bertolt Brecht. Der britische Naturforscher Charles Robert Darwin. ERNEUERUNG DURCH GEWALT Mao Zedong, Bauernsohn aus Hunan und kommunistischer Revolutionsführer, begründete am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China. Er brachte den rückständigen Feudalstaat China mit diktatorischen Mitteln und menschenverachtenden Maßnahmen auf den Weg des modernen Industriegiganten von heute. Seine Kulturrevolution in der Zeit von 1964 bis 1975 brachte Millionen von Chinesen Leid und Tod, zerstörte traditionelle kulturelle Wurzeln und verordnete zwangsweise einen sozialen und wirtschaftlichen Neuanfang. Die permanente Revolution war offiziell gegen bürgerliche Strukturen gerichtet, sie diente in jedem Fall dazu, den autoritären Machtanspruch der politischen Führung rücksichtslos gegen die vermeintlichen Feinde innerhalb und außerhalb der Partei durchzusetzen. Mao ließ keinen Zweifel an seinem Tun (Auszug aus: „Ausgewählte Werke Mao Zedongs“, Band I und II): „Jeder Kommunist muss die Wahrheit begreifen: Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“ Und daraus folgt: „Eine Revolution ist kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen, kein Deckchensticken; sie kann nicht so fein, Foto: C. R. Darwin, „On the Origin of Species“

Einstieg | (R)EVOLUTION BOLD THE MAGAZINE | 15 so gemächlich und zartfühlend, so maßvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und großherzig durchgeführt werden. Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse eine andere Klasse stürzt.“ VERÄNDERUNG DURCH EVOLUTION Das Leben belohnt physische Fitness und die besseren Überlebensstrategien der Lebewesen: Charles Robert Darwin revolutionierte mit seiner Evolutionstheorie die Naturwissenschaften und stellte das damalige, von den kirchlichen Institutionen geprägte Weltbild radikal in Frage. Die meisten Wissenschaftler der Zeit hielten in kirchentreuer Verkenntnis den Visionär Darwin für einen atheistischen Ketzer, nur sehr wenige Zeitgenossen erkannten ihn als Revolutionär der Naturwissenschaft. Bis dahin glaubten die meisten Menschen der Kirche, dass ein mächtiger Schöpfergott die Erde mit Menschen, Tieren und Pflanzen in einer perfekten, unveränderlichen Form erschaffen hatte. Das bahnbrechende Buch zur Evolution erschien 1859 und hatte den außergewöhnlichen Titel: „Von der Entstehung der Arten mit Hilfe der natürlichen Zuchtwahl oder die Erhaltung von bevorzugten Rassen im Lebenskampf“. Das Buch beschreibt, dass die Natur nicht durch einen einmaligen Schöpfungsakt von Gott für immer geschaffen wurde, sondern sich allmählich entwickelt hat und sich ständig weiterentwickelt. Zentrales Thema der Entwicklung ist nach Darwins Erkenntnis: der Kampf ums Dasein. Zur Erhöhung der Chancen der Arten und der Lebewesen zu Überleben, werden nachkommende Generationen mit etwas unterschiedlichen Merkmalen erzeugt. Einige sind so besser an ihre jeweilige Umwelt angepasst und vorteilhafter auf Veränderungen eingestellt als andere. Darwin nennt dies „Survival of the Fittest“. Damit gibt letztendlich, nicht etwa der Stärkere, sondern der am besten Angepasste seine Gene weiter. Darwins revolutionäre Evolutionstheorie ist heute noch, wenn auch in Abwandlungen, die Grundlage unserer modernen Biologiewissenschaft. Der Diplom-Volkswirt und Automobilexperte Helmut Becker wendet die Darwinschen Erkenntnisse sogar im Industriebereich an: In seinem Buch „Darwins Gesetz in der Automobilindustrie“ führt er aus, dass die deutsche Automobil- und Zuliefererindustrie als gesamte Branche im Zuge der sich verschärfenden Konkurrenzbedingungen durch gut durchdachte und kreative Anpassungsprozesse fit wird für den internationalen Kampf um die vorderen Marktpositionen der Zukunft. Es überleben die Automobil-Marken, die sich am besten an die sich fortlaufend ändernden Ansprüche des internationalen Marktes anpassen können. Das revolutionäre Potenzial der aufstrebenden Industriemacht China sollte dabei nicht unterschätzt werden. Darwin liefert dazu die grundlegende Erkenntnis: „Nichts im Leben ist beständiger als der Wandel“.

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