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BOLD THE MAGAZINE 02 2012

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(R)EVOLUTION

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44 | BOLD THE MAGAZINE WOHNEN MIT VISION Contemporary Houses Autor: F. Reip Architekt: Aires Mateus Futuristisches Haus in Leiria (Portugal).

Kunst & Kultur | Wohnen mit Vision BOLD THE MAGAZINE | 45 Wenn man die Dinge augenzwinkernd auf die Spitze treiben will, kann man sagen, dass sich schon die „Höhlenmenschen“ mit der individuellen Gestaltung ihres Wohnraums beschäftigten – vielleicht sind ja all die berühmten Wandmalereien, denen gern eine gewaltige Bedeutung zugesprochen wird, nichts weiter als die ersten Tapeten der Menschheitsgeschichte. von gähnender Leere zur Veränderung Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren es dann nahezu ausschließlich Sakralund Amtsgebäude, deren architektonischer Gestaltung Aufmerksamkeit zuteil wurde. Während immense Anstrengungen unternommen wurden, um Kirchen zur Würdigung Gottes, später zunehmend auch als Beweis für die Bedeutung der Region zu immer prächtigeren Bauwerken zu bilden, während Rat- und Innungshäuser und Ministerien Stände, ganze Nationen repräsentieren sollten, wurde der private Wohnraum lange sträflich vernachlässigt. Doch das 20. Jahrhundert brachte reichlich Veränderungen mit sich, und die zunehmende Ausbreitung des Wohlstands, die in Folge der Industrialisierung weite Teile zumindest der westlichen Welt einschloss, gestattete auch die Blüte architektonischer Visionen. Walter Gropius, der gemeinsam mit Ludwig Mies van der Rohe und Le Cor- busier als Begründer der Architektur der Moderne gelten darf, mag vor allem mit der Maxime „form follows function“ verbunden sein und somit gerade nicht für entfesselte Vorstellungskraft stehen. Doch der Umstand, dass sich seine Arbeiten auch auf die Gestaltung eines wohnlichen Umfelds erstreckten, machten ihn und das gesamte Bauhaus zum Vorreiter der Idee, dass auch der private Raum weitaus mehr sein kann als nur ein ästhetikfreier Platz zum Schlafen. Es mag eine kühne These sein, aber wer weiß, wie die Werke von einem Architekten und Künstler wie Friedensreich Hundertwasser ohne diese Vorleistung ausgesehen hätten, ob es sie überhaupt gegeben hätte? Hundertwasser, der zwar gemeinsam mit seinem wohl unmittelbareren Vorgänger Antoni Gaudí Sinnbild für die überbordende Fantasie bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes ist, der selbst die Toiletten seiner Entwürfe mit in das künstlerische Gesamtkonzept einbezog und das Konzept der Individualisierung bis ins kleinste Detail somit zu einer ungekannten Höhe trieb. trautes Heim Glück allein Angesichts der angerissenen geschichtlichen Entwicklung ist es schon beachtlich, wie viel Energie, Fantasie und Liebe Menschen mittlerweile in die Gestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfelds investieren. Die einen verbringen jedes zweite Wochenende damit, stundenlang durch die Flure immer größer werdender IKEA-Kaufhäuser zu spazieren, andere kaufen sich luxuriöse Lofts in den Metropolen dieser Welt, um sich ja überall ein bisschen zu Hause fühlen zu können. Und wiederum andere beauftragen Stardesigner mit der Konzeption und der baulichen Umsetzung im besten Wortsinne traumhafter Residenzen. Contemporary Houses Vor kurzem ist im Taschen-Verlag der zweibändige, in einem eleganten Schutzschuber untergebrachte Bildband „100 Contemporary Houses“ erschienen, der sich dieser letzten Gruppe von Menschen bzw. ihren Domizilen widmet. Auf beinahe 700 Seiten stellt Autor Philip Jodidio 100 fantastische und zukunftsweisende private Eigenheime vor, geschaffen innerhalb der vergangenen zehn Jahre von Menschen mit Visionen für Menschen, die sich diese leisten können. Jodidio kennt seine Pappenheimer: Geboren im Jahr 1984 hat er zahlreiche Kapriolen, die die Architektur im Geiste von Individualismus und Eskapismus geschlagen hat, mit eigenen Augen miterlebt. Der Autor, der Kunstgeschichte an der Harvard-Universität studierte, mehr als 20 Jahre lang Chefredakteur der französischen Kunstzeitschrift „Connaissance des Arts“ war und regelmäßig für die Buchreihe „Architecture Now!“ ...

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