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BOLD THE MAGAZINE 03 2012

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WEITBLICK

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24 | BOLD THE MAGAZINE Schwerpunkt | Weitblick | Nachgefragt Foto: S. Kwapik Fatima Zahra Mansouri, Bürgermeisterin von Marrakesch

Schwerpunkt | Weitblick | Nachgefragt BOLD THE MAGAZINE | 25 für sie bestimmt. Erst der „Code Napoleon“ während des Protektorats der Franzosen in Marokko unterstellte die Frau dem Mann. Unser König Mohammed 6. revolutionierte das Bild der Frau, die wieder für ihre Rechte kämpfen durfte. Das hat viele inspiriert. Nun hoffe ich, dass heute auch meine Arbeit andere Frauen in ihrem Engagement bestärkt. So wie ich sensibilisiert wurde, würde ich gerne andere inspirieren. Was fehlt Ihrer Stadt – Marrakesch – heute am meisten? Diversifikation. Wir sind zwar sehr gut im Bereich Tourismus aufgestellt, aber unsere Wirtschaft muss vielfältiger werden. Wir sind sehr stark von der Tourismusindustrie abhängig mit allen manchmal auch schwierigen Folgen. Gerade wenn es in einem anderen Land in Nordafrika oder auch im Mittleren Osten zu negativen Ereignissen kommt, spüren wir das, obwohl wir tausende von Kilometern entfernt sind. Ein weiterer Aspekt ist der soziale Sektor: Marrakesch ist ein Anziehungspunkt im Süden des Landes, Menschen ziehen vom Land hierher, um Arbeit zu finden. Das führt zur Bildung von Slums, da es an Infrastruktur und Planung fehlt. Eine meiner Prioritäten ist die Sanierung von 34 Slums und deren Einbindung in die städtische Infrastruktur. Zudem müssen wir die Verkehrspolitik stärker berücksichtigen und den Verkehr aus der mittelalterlichen Stadt schaffen. Seit ich im Amt bin, habe ich für eine Erhöhung meines Budgets gekämpft - mit Erfolg. Besonders der soziale und der Wirtschaftsbereich mit der Bekämpfung der Korruption stehen bei mir im Fokus. Beides sind Hemmnisse für die weitere Entwicklung der Stadt. Haben Sie einen bestimmten Führungsstil, um diese Ziele zu erreichen? Ich bin sensibel, wie die meisten Frauen. Diese Sensibilität muss man besitzen, um gut zuhören zu können. Das braucht man für den Job, um Probleme zu erkennen und zu analysieren. Aber ich muss auch eine gewisse Strenge zeigen, damit die Dinge vorankommen. Welche Rolle spielt dabei die Tradition? Wir gehen mit der Zeit, sind aber gleichzeitig stolz auf unsere Vergangenheit. Marokko und Marrakesch haben alte Wurzeln. Man muss vorsichtig mit Traditionen umgehen, das heißt aber nicht, dass man konservativ sein müsste. Man kann sein auf seine Vergangenheit und gleichzeitig offen für die Moderne. Wie etwa beim Familienrecht, das vom König neu ausgestaltet wurde und die Grundlagen für die Gleichberechtigung geschaffen hat. Nun ist es an uns, dafür zu kämpfen und es umzusetzen. Wo wird Marrakesch in zehn Jahren sein? Marrakesch ist eine Perle Marokkos, des Mittelmeeres und Afrikas. Seit jeher hat die Stadt Künstler und Freigeister angezogen, da sie eine Quelle der Inspiration ist. Das liegt auch an der toleranten Gesellschaft. Wir sind ein arabisches Land, das stabil ist und gastfreundlich ist. Was Marrakesch ausmacht, ist die Bevölkerung. Gerade den jungen Menschen möchte ich eine Perspektive geben, damit sie Arbeit finden, etwa im Gewerbehandel oder im Dienstleistungssektor und nicht nur im Tourismus. Marrakesch soll keine Stadt der Desillusionierten werden. Der kulturelle Reichtum der Stadt soll Hand in Hand gehen mit dem Fortschritt. Marrakesch ist eine Weltstadt geworden und so soll es auch für die Einheimischen sein. ENGAGEMENT MIT NACHHALTIGKEIT Andreas Pletziger begann sich bereits als Teenager ehrenamtlich zu betätigen, war Jugendleiter bei diversen nationalen und internationalen Ferienfreizeiten und Mitarbeiter des Entwicklungshilfevereins Esperanza. Noch in den letzten Zügen seines eigenen Studiums der Volkswirtschaft, gründete Pletziger mit „Weitblick“ eine Initiative für soziales Engagement, in der nicht Ansehen und der eigene Lebenslauf im Vordergrund stehen, sondern nachhaltige Arbeit für eine bessere Welt. Wie kamen Sie auf die Idee, eine Studenteninitiative zu gründen? Nach einer Afrikareise habe ich eine Studierenden-Initiative gesucht, die sich mit den Themen Entwicklungspolitik und Unternehmensethik beschäftigt. Da es keine gab, kam schnell der Gedanke: Dann gründen wir halt eine. Die existierenden Initiativen hatten meist das primäre Ziel, den Lebens ...

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