Aufrufe
vor 3 Jahren

BOLD THE MAGAZINE 04 2011

  • Text
  • Bold
  • Kunst
  • Kultur
  • Berlin
  • Perspektiven
  • Perspektive
  • Welt
  • Menschen
  • Ibiza
  • Trend
PERSPEKTIVEN

12 |

12 | BOLD THE MAGAZINE SUCHE NACH GOTT PERSPEKTIVEN DES GLAUBENS Autor: H. G. Teiner

Schwerpunkt | Perspektiven | Suche nach Gott BOLD THE MAGAZINE | 13 Die zahlenmäßige Verteilung der Religionen in der Bevölkerung Deutschlands ist derzeit von je knapp einem Drittel an Katholiken, ca. 25 Millionen und dem zweiten Drittel von evangelischen Protestanten, ca. 24 Millionen, geprägt. Ein weiteres Drittel, etwa 34 Millionen, ist konfessionslos. Dabei haben die Katholiken ihren Schwerpunkt im Süden und Westen des Landes, die Protestanten im Norden und die Konfessionslosen im Osten. Die Zahl der Muslime wird auf ungefähr 4 Millionen, die Anzahl der Juden auf 200.000 geschätzt. Dazu kommen zahlreiche weitere, zahlenmäßig kleinere Religionsgemeinschaften, wie Buddhisten, Griechisch-Orthodoxe, Hindus usw. (Quelle: wikipedia). Wir erinnern uns: Der Philosoph Friedrich W. Nietzsche, der sich selbst als „Immoralist“ bezeichnete, hatte zum Ausgang des 19. Jahrhunderts provokant formuliert „Gott ist tot und wir haben ihn getödtet!“. Lautet so die Schlussfolgerung eines modernen, vernünftigen Menschen? Ist das die Perspektive unserer Gegenwart? Für Nietzsche war klar, dass der monotheistische Schöpfergott eine Erfindung des Menschen ist. Diese Idee einer Gottheit bewirkte eine tatsächliche Lebenskraft, Gott „lebte“ in den Menschen. Nach Nietzsche war nun diese Idee „unglaubwürdig geworden“, der Glaube an Gott hatte stark an Kraft verloren. Auf den ersten Blick nimmt die Bedeutung von Religion in der westlichen Zivilisationen bereits seit der Aufklärung ab. Naturwissenschaftliche Ansätze sind seit Leonardo da Vinci, Galileo und Darwin mehr und mehr in den Mittelpunkt gerückt. RELIGION OPIUM DES VOLKES Zunehmend materiell geprägte Lebenseinstellungen und abnehmende Glaubensbereitschaft verstärken auf der anderen Seite die Suche nach Sinnhaftigkeit, nach Spiritualität. Der Glaube an größere Zusammenhänge und höhere Sinngebung, auch im Sinne einer irgendwo existierenden „Gerechtigkeit“ sind das alte Trostpflaster vor allem für die vom Fortschritt ausgeschlossenen Menschen. Karl Marx bezeichnete in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Religion als „das Opium des Volkes“. Häufig wird das Zitat mit der späteren Leninschen Variante „Religion ist Opium für das Volk“ verwechselt. Marx wollte darauf hinweisen, dass Religion nicht nur auf persönlichen Erfahrungen wie Tod, Sterblichkeit und Liebe beruhe, sondern auf die politischen Zustände der Gesellschaft zurückgeführt werden könne. GÖTTER UND GURUS Die klassischen Lehren der großen Religionen haben seit der Blumenkinder- Bewegung in den 60er Jahren ihre modernen Erscheinungsformen in den zahlreich erblühten esoterischen Lehren gefunden. Die etwas angestaubte moralische Autorität der Kirchen wurde durch die scheinbar modernere, „anti-moralische“ Autorität von mehr oder weniger selbsternannten Gurus ersetzt. Gleichgeblieben ist dabei die anerkennenswerte Vorstellung von einer besseren Gesellschaft, in der es um sozialen Ausgleich geht und in der das Miteinander gefördert wird. Dazu steht allerdings die als absolut gesetzte „Verwirklichung des Einzelnen“ im Widerspruch. Eine einfache Lösung gibt es nicht, die Verwirrung ist eher größer geworden. Allerdings auch der Anspruch an die Verantwortung des Einzelnen. Es gibt weniger Halt und weniger Möglichkeiten, die Verantwortung für das eigene Handeln abzugeben. In den 50er- und 60er-Jahren empfahl Don Camillo (Hauptfigur vieler Erzählungen und mehrerer Romane von Giovannino Guareschi) in seiner Predigt, welche politische Einstellung die richtige sei. Heute absolut undenkbar, nimmt doch jeder sein Seelenheil selbst in die Hand. Unabhängigkeit und Individualität sind ja schließlich unsere aktuell geliebten Ideale. WARUM ICH AUF DER WELT BIN Woher komme ich, wohin gehe ich? Der Mensch suchte schon immer nach Antworten auf diese universalen Fragen in der Weite des Universums. Das Einzige, was feststeht, ist, dass es hier um den Weg der Suche geht, da endgültige Antworten, wenn auch fromme, doch nur Glaubensbekenntnisse bleiben. In der Vielfalt liegt der grundlegende Wert des Lebens auf unserer Erde – allerdings auch im Wettbewerb des Überlebens. Darwin meinte, dass die an ihre komplexe Umwelt angepasste Kreatur die besten Überlebenschancen im Zuge der Evolution hat, was oft fälschlich als das Überleben des ...

Bold Kunst Kultur Berlin Perspektiven Perspektive Welt Menschen Ibiza Trend

SPECIALS

BOLD CAR No.07
BOLD TRAVEL No.08
BOLD TRAVEL No.07
BOLD CAR No.06
BOLD CAR No.05
BOLD TRAVEL No.06
BOLD TRAVEL No.05
BOLD CAR No.04
BOLD CAR No.03
BOLD TRAVEL No.04
BOLD CAR No.02
BOLD CAR No.01
BOLD TRAVEL No.03
BOLD TRAVEL No.02
BOLD TRAVEL No.01

BOLD

BOLD THE MAGAZINE App jetzt laden

AppBOLD_Button Apple BOLD App Android BOLD App

BOLD BLOG @ NEWS

© BOLD THE MAGAZINE: www.bold-magazine.eu | BOLD THE MAGAZINE ist eine Publikation des Verlages: neutrales GRAU Agentur für Kommunikation & Verlagsgesellschaft UG (haftungsbeschränkt): www.neutralesgrau.de | HR NR: 121 118 B | UMST ID: DE 815 10 18 78 | Am Pankepark 48 | 10115 Berlin | Telefon: 030 40 00 56 68 | Geschäftsführung: Mike Kuhlmey