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BOLD THE MAGAZINE 04 2011

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PERSPEKTIVEN

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22 | BOLD THE MAGAZINE

Schwerpunkt | Perspektiven | Lucian Broscatean BOLD THE MAGAZINE | 23 abstrakten Weise in meine Kollektionen einzubauen. In meiner aktuellen Herbst/ Winter-Kollektion habe ich etwa das tiefe Kobalt-Blau eingesetzt, das die Bauern in manchen Regionen zum Bemalen ihrer Häuser verwendet haben. Und im Soundtrack der Show war die traditionelle Musik der Orthodoxen zu hören, Toaca – der Name eines Holzes, auf das man während einer Zeremonie schlägt. Zuletzt haben mich zudem insbesondere die archaischen Elemente der rumänischen Kultur interessiert, der orthodoxe Hintergrund, Symbole, traditionelle Kostüme und Musik. Ich stamme aus Sibiu / Hermannstadt, und in dessen ländlichem Umfeld sind die tradionellen Kostüme alle in schwarz und weiß gehalten und eher streng im Vergleich zu denen anderer Regionen. Hüte aus Neopren, die an traditionelle astrachanische Hüte erinnern, oder Masken, die auf das Holzhandwerk verweisen, waren weitere Elemente, die sozusagen aus einer „verkehrten Perspektive“ über Tradition sprechen. Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Berlin, was sind Ihre Eindrücke von der Stadt? Berlin ist mittlerweile eine meiner Lieblingsstädte. Es ist so ein dynamischer Raum, in dem man so vieles extrem Cooles anstellen kann, dass sehr inspirierend ist. Die Architektur, diese wunderbare Mischung aus Altem und Neuem, Klassischem und Futuristischem, Eleganz und Underground, der Street Style, all die Museen und die Avantgarde der zeigenössischen Kunstszene – all das sind Dinge, die Berlin zu einem Ort machen, an dem ich gern leben würde. Das Thema dieser Ausgabe ist „Perspektiven“. Welche Rolle spielen Perspektiven bei Ihre Arbeit als Künstler? Die Grundlagen der geometrischen Perspektive aus der Renaissance einerseits, andererseits Architekten der Postmoderne, die durch ihre Gebäude und den offenen Raum oder den Mangel an offenem Raum um die Gebäude herum – Perspektiven manipulieren. Perspektive kann ein faszinierendes Konzept sein. Verzerrte, verkehrte, geometrische, unheimliche, konzeptionelle Perspektiven – alle erzählen etwas von visuellen Effekten, die auf verschiedenste Weise von zeitgenössischen Künstlern erforscht werden. Neben dieser rein visuellen Ebene fasziniert mich zudem die kognitive Perspektive. Der Name „Inverted Perspective“ bezieht sich auf drei komplementäre Aspekte: zum einen auf die Perspektive von Peter Tscherkassky; zum anderen auf die „verkehrte Perspektive“ und die unheimlichen Formen, die Kleidung um den Körper herum kreiert; und schließlich ging es mir darum, eine Veränderung in meiner Arbeit zu betonen: Zuvor hatte ich ausschließlich mit schweren Stoffen und architektonischen Formen gearbeitet, in dieser Kollektion nun schuf ich Formen aus leichten Materialien, die ein intimeres, ein sinnliches Verhältnis zum Körper schaffen. Welche Perspektive ist die interessanteste für Sie? Die verzerrte Perspektive sie ist unheimlich, sonderbar schön und problematisch … Woran denken Sie bei der englischen Redewendung „to put something into perspective“? Das ist eine sehr komplexe Wendung – einer Sache einen Kontext verschaffen, ihre Eigenschaften zu begreifen und sie im Vergleich zu anderen Elementen herauszustellen, um so einen starken Standpunkt zu kreieren. Setzt man hingegen etwas in eine „verkehrte Perspektive“, mag das zu einer skurrilen, sonderbaren Betrachtungsweise führen, die viel schöner sein kann als eine lineare. Eine solche Wendung gibt es auch im Rumänischen: „a vedea in perspectiva“, das bedeutet in etwa „die Dinge im Zusammenhang sehen“. Was planen Sie für die nächste Zeit? Wie sieht Ihre Perspektive respektive Zukunft aus? Ich arbeite bereits an neuen Projekten. Neben den Fashion Shows entwickle ich derzeit gemeinsam mit Kuratoren auch Ausstellungen in Gallerien, die auf zeitgenössische Kunst spezialisiert sind. Ich mag es, Gegenständen aus der Mode einen anderen Kontext als die Fashion Shows oder Fotoshootings zu geben, die ich zu jeder Kollektion produziere – sie in Installationen einzubauen, zeigt ihre räumlichen, skulpturalen Qualitäten. Link zum Thema: www.lucianbroscatean.ro

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