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BOLD THE MAGAZINE 04 2011

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PERSPEKTIVEN

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36 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Frédéric Chaubin | CCCP

Kunst & Kultur | Frédéric Chaubin | CCCP BOLD THE MAGAZINE | 37 Überbleibsel einer fremden, längst verschwundenen Zivilisation. In der Einleitung des Buches sprechen Sie von Außenseitern und Versuchungen – sind dies für Sie die interessantesten Perspektiven, die, die Innen von Außen scheiden, Besitz und Verlangen? Das ist richtig. Der Mainstream reizt mich nicht weiter, mein Interesse liegt eher bei den Perspektiven, die Veränderungen auslösen, die „Innen von Außen scheiden“. Sie haben andere Prioritäten, und darauf kommt es an: Wer nur um soziale Anerkennung ringt, der bleibt „innen“. Wer aber merkwürdig ist, ein Fremder – wie Jim Morrison in „People Are Strange“ sang – wird seinen eigenen Weg finden müssen. Man fällt aus dem Rahmen, ist oft unausgeglichen, obsessiv, aber man stößt auf neue Pfade. Außenseiter lösen Veränderungen aus, weil sie sich ihre eigene Welt bauen müssen. Auch wenn sie angreifbar sind, liefern sie doch in ungewöhnlichen Situationen die präzisesten Antworten. Dem System der Sowjetunion auf rationale Weise zu entkommen, war schwierig – daher war es wichtig, abwegige Gedanken entwickeln zu können. Inwiefern beeinflussen und formen Perspektiven Ihre Arbeit als Künstler und als Herausgeber? Ich habe den Prozess gar nicht so sehr unter Kontrolle, das meiste ist Intuition, der man erst später Konturen gibt. Und dann kommt auch die persönliche Perspektive zum Tragen: Wenn man versucht, eine Sache zu begreifen oder ihr Bedeutung zu verleihen, macht man das vor dem Hintergrund der eigenen kulturellen Erfahrung. Ich glaube, das Gehirn ist stärker als man selbst und nimmt uns Entscheidungen ab. Es fährt sozusagen das Auto – ob nun mit oder ohne Führerschein. Welche Assoziationen weckt bei Ihnen die englische Redewendung „to put something into perspective“? Ich muss dabei an die italienische Malerei des Mittelalters denken, wie sie Tiefe in die bildliche Gestaltung eingebracht hat – und so in gewisser Weise der Realität näher kam. Dabei weiß ich gar nicht, ob Realität unser bester Freund ist. Ich bevorzuge Symole und Illusionen, die schlichte Abbildung eines primitiven Bildzeichens, unbeholfen, aber magisch, mit all den Codes, die man entziffern muss. Das ist mir lieber als ein Prozess, der versucht, der Realität gerecht zu werden und dabei doch nur die materielle Dimension der Dinge erreicht – und so im Grunde keinem der großen Rätsel auf die Spur kommt. Infos zum Bildband: Hardcover, 26 cm x 34 cm, 312 Seiten 39.99 EUR ISBN: 978-3-8365-2519-0 www.taschen.com

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