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BOLD THE MAGAZINE 04 2011

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64 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Das Porträt

Kunst & Kultur | Das Porträt BOLD THE MAGAZINE | 65 ist die Musik aber keineswegs ausschließlich still, introvertiert oder düster ausgefallen. Vielmehr wirken die meisten Songs ausgesprochen stark und hoffnungsvoll. Emma Pollock (Bild links) erzählt von dieser Erfahrung: Die Songs in diesem Haus in Perthshire zu schreiben, so intensiv, so fokussiert, hat mir vor Augen geführt, welch umfassendes Wesen Musik doch besitzt und wie es ihr stets gelingt, eine ganze eigene Energie zu Tage zu bringen und zu transportieren. Als wir alle am ersten Tag das Haus betraten, hatten wir im Grunde noch keine Ahnung, was wir tun würden, aber letztlich wurden wir alle von der neu geschaffenen Musik mitgerissen, und es herrschte eine wirklich positive Atmosphäre im Haus. Emma Pollock war an vier Songs beteiligt, gemeinsam mit Rod Jones schrieb sie etwa das bezaubernde Popstück „Hired Help“, das ganz spontan entstand: Wir saßen in einem der Schlafzimmer und Rod hatte plötzlich diese tolle Gitarrenmelodie, die ich sofort liebte und über die ich gleich eine Melodie sang – erst danach unterhielten wir uns über die Lyrics. Sie handeln von losen Erinnerungen an Freunde aus unserer Kindheit und darüber, wie sich unser Verhältnis zu ihnen stets veränderte, während wir älter wurden. Rod Jones ergänzt: Mit jemand anderem einen Song zu schreiben, ist eine merkwürdige Erfahrung – es ist aber auch eine heikle Angelegenheit, wenn man es mit jemandem macht, den man zugleich bewundert und mit dem man vorher noch nie zusammengearbeitet hat. Ich war daher ganz baff, wie entspannt und offen Emma wirkte: Während wir über unsere Kindheit sprachen, hatte ich das Gefühl, mit einem alten Freund in Erinnerungen zu schwelgen. Emma hatte übrigens auch eine ziemlich feste Vorstellung von der Musik, nämlich so: viele verschiedene Akkorde unterzubringen wie möglich. Unsere gemeinsame Arbeit an ‚Hired Help’ gehört für mich zu meinen liebsten Erinnerungen und zu den lehrreichsten Erfahrungen der ganzen Platte. Zugleich wusste Pollock von Jones zu lernen: Ich liebte das hohe Tempo des Songs und wie Rod in einer Weise auf der Gitarre spielte, die ich selbst nicht beherrschte. Es ist übrigens interessant, dass er in seiner Strophe eine komplett andere Melodie sing als ich in meiner, so dass wir also beide verschiedene Interpretationen des gleichen Liedes abgeben, wie man es in Songs mit nur einem Sänger nur selten zu hören bekommt. Bei den Aufnahmen erwachte das Stück dann so richtig zum Leben, und ich denke, dass er etwas Aufregendes und Großartiges an sich hat. Ich bin sehr stolz darauf. Und auch zum Thema Perspektive(n) hat Pollock etwas zu sagen: Musik sorgt dafür, dass du aus dir selbst heraustrittst, und ihre Stimmung und ihr Schwung können dich völlig in Beschlag nehmen. Dieser Perspektivwechsel kann eine wundervolle Sache sein, und ich liebe die Tatsache, dass es da draußen so viel Musik gibt, in die wir eintauchen können, wann immer wir etwas Neues erfahren wollen. Aussagen, die Isabella Goldie, Leiterin der schottischen Abteilung für psychische Therapien bei der Mental Health Foundation, die das Festival ins Leben gerufen hatte, nur unterstreichen kann: Musik ist in der Lage, die Menschen auf emotionaler und persönlicher Ebene zu erreichen. Sie kann dir helfen, dich weniger allein zu fühlen, sie kann dir das Gefühl vermitteln, Teil von etwas zu sein – oder auch einfach den Tag etwas besonderer erscheinen lassen. Für uns alle gibt es Lieder, die uns etwas bedeuten, und wie keine andere Kunstform vermag es Musik, Erinnerungen zu schaffen. Eine Welt ohne Musik ist unvorstellbar. Die Künstler der Tree Fruit Foundation haben sich zusammengefunden, um einige der Stereotypen in Frage zu stellen, die wir mit Menschen mit psychischen Krankheiten verbinden. Ihr Projekt schafft eine Chance, darüber nachzudenken. Website zum Thema: www.fruittreefoundation.com

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