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BOLD THE MAGAZINE 04 2011

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70 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track Track-By-Track KASABIAN VELOCIRAPTOR Autor: F. Reip Fotos: Sony Music Während den meisten Indierockbands spätestens mit der zweiten Platte die Luft ausgeht, haben sich Kasabian ihren Biss erhalten und präsentieren sich auf „Velociraptor!“, ihrem vierten Album und Nachfolger von „West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ (2009), spannungsgeladener, vielschichtiger, überraschender, schlicht: besser als je zuvor. BOLD traf Songwriter Sergio Lorenzo Pizzorno bei bester Laune am Potsdamer Platz in Berlin und bat um seine Kommentare zu den elf neuen Songs ... 1. Let’s Roll Just Like We Used To Es ist eine Band-Tradition, dass wir immer mit einem Knaller starten, und diesmal sollte es etwas sein, das man bislang noch nicht gehört hatte. Der Hörer soll sich fragen: „Wow, was passiert hier denn!?“. Zu den Lyrics: Tom (Meighan, Sänger der Badn, Anm.d.Red.) und ich sind zusammen aufgewachsen, wir lebten auf dem Bauernhof, rauchten Joints, warteten auf Aliens – um das Gefühl dieser Zeit dreht sich der Songtext. Der Song erinnert mich übrigens auch ein bisschen an die Band Love. 2. Days Are Forgotten Die erste Single. Der Song richtet sich an deinen Boss, deine Exfreundin, deinen schlimmsten Feind – wem auch immer deine Nase nicht passt, so wie man das aus dem HipHop kennt. Deswegen auch der HipHop-Beat. Wir haben schon immer mit solchen Beats gespielt, aber hier sollte es ganz direkt und unmittelbar sein. Überhaupt gehen wir mit allem, was wir auf „Velociraptor!“ machen, aufs Ganze. Was ich an dem Song besonders mag, ist dieser Yoko Ono-mäßige Urschrei. Irgendwie hat gerade im Angesichts all der Technologie im Leben so ein Schrei etwas sehr Modernes. 3. Goodbye Kiss Ein echter Popsong, er handelt von einer selbstzerstörerischen Liebe. Die Melodie hab ich ewig mit mir herumgetragen. Toms Gesang auf dem Stück ist so herzzerreißend, dass man weinen könnte. Vielleicht wird das später noch eine Single – wir wollten den Leuten aber nicht gleich am Anfang so einen poppigen Schrecken einjagen. 4. La Fée Verte Der Song dreht sich um Absinth und wie er dich irre macht und auch eine Möglichkeit des Vergessens, der Flucht darstellt. Ich liebe den Sound von 1968 – oder 1969? (lacht), und hier ist es mir endlich zum ersten Mal gelungen, das so richtig einzufangen. 5. Velociraptor! Der Song ist für mich wie ein Comic-Buch, in seiner Explosionskraft und Wucht. Funktioniert live übrigens richtig gut. Ich würde sagen, das Stück markiert zudem das Ende von „Seite 1“ – ich bin so altmodisch, ich denke da immer noch in zwei Seiten wie bei einer Schallplatte. „Velociraptor!“ erscheint natürlich auch auf Vinyl!

Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track BOLD THE MAGAZINE | 71 6. Acid Turkish Bath (Shelter From the Storm) Der Opener von „Seite 2“ startet mit diesem indianischen Ruf, ein ähnlicher Effekt wie bei „Let’s Roll ...“. Ein ganz schwerer, HipHopgetriebener Beat, das Ganze erinnert an „Kashmir“ von Led Zeppelin und vielleicht auch ein bisschen an CAN – bloß mit einem großen Refrain! 9. Man Of Simple Pleasures Ein ganz einfacher Song, der sich um das Wesentliche im Leben dreht. Wenn man die Nase voll hat von all der Elektronik, kann es so gut tun, einfach mal durch die Straßen zu laufen, Freunde zu treffen, angeln zu gehen. Das Stück hat etwas Zombiehaftes: es ist gunslinger rock’n’roll! 7. I Hear Voices 10. Switchblade Smiles Das ist wie Kraftwerk! Diese Minimal- Elektronik ... Ich wollte schon immer herausfinden, wie es wirkt, wenn man eine richtig gute Akustik-Nummer mit all ihren Harmoniewechseln und einer richtigen Melodie mit hypnotischer Elektro-Musik kombiniert. Eigentlich sollte das gar nicht funktionieren, da ja das Hypnotische gerade durch die Monotonie entsteht – ich denke aber, wir haben es hier gut hingekriegt, und das Stück entführt dich für einen Moment in eine komplett andere Dimension. 8. Re-wired Ein Stück New Yorker Sleazy Disco, für das ich aber auch von Daft Punks „Homework“ beeinflusst wurde und von der Art, wie dort mit Geschwindigkeit gearbeitet wird. Und es hat diesen gewaltigen Refrain, der fast ein bisschen an Nirvana erinnert. Zu dem Stück könnte man super mit dem Chevi durch die Wüste cruisen – oder man träumt sich halt dorthin. Vermutlich unser radiotauglichstes Stück bislang. Ich wollte den Adrenalin-Rush auf Platte bringen, den man vor einem Kampf im ganzen Körper spürt. Es ist schon sehr, sehr lang her, dass ich selbst in einen Fight verwickelt war, aber man merkt das auch, wenn man nur in der Nähe ist – dieses Gefühl, wenn die Dinge ins Rollen geraten. Der Song sollte bis in die Knochen gehen, einen erschüttern, diese Energie wollte ich heraufbeschwören. Der Moment nach der Pause in der Mitte... live ist das fucking massive! Der Titel geht übrigens auf ein Interview mit Morgan Freeman zurück, in dem er von jemandem sprach, der einen solchen switchblade smile hatte. 11. Neon Noon Inspiriert durch „Wish You Were Here“ von Pink Floyd, das ich eines Tages in New York im Radio hörte – und durch Stanley Kubrick, denn ich wollte einen Song schreiben, der in einem seiner Filme laufen könnte. Das Album entführt dich in eine andere Galaxie, und mit diesem Stück landet man wieder auf der Erde und denkt sich: „Was für ein Wahnsinnstrip, zum Glück war ich dabei!“ Links zum Thema: www.kasabian.co.uk www.sonymusic.de

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