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BOLD THE MAGAZINE 04 2011

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96 | BOLD THE MAGAZINE Die letzte Seite | Was wäre die Welt ohne Was wäre die welt ohne Regenschirm Autorin: M. Kropf „I’m singing in the rain”, singt und tanzt der unwiderstehliche Gene Kelly 1952, nachdem er seinen Schirm zu(!)klappte. Und endete ganz wie Max Herres A.N.N.A. „nass bis auf die Haut“, was ohne Hormone der blinden Verliebtheit in einer mindestens einwöchigen Erkältung gipfelt. Zum Glück für unser aller Gesundheit, vor allem bei dem jetzt aufkommenden Herbstwetter, gibt es aber diese glorreiche Erfindung namens Regenschirm. Aber wie war die Welt eigentlich ohne? Damals trug man Regencapes, wunderliche Wasser abweisende Umhänge mit Kapuze. Wenn also nicht das feuchte Wetter die kunstvoll gelegte Frisur zerstörte – die Kapuze des Capes schaffte es bestimmt. Natürlich, für Schafhirten in Schottland, raubeinige Leuchtturmwärter im hohen Norden und Anhänger der draußen leben Marken ist das kein Hinderungsgrund … für die Dame von Welt sollte Regenwetter dann doch ein guter Grund sein, am heimischen Herd zu bleiben. Ja gut, die Damen trugen auch hübsche Hauben, die die Frisur erhalten sollten und Wasser abweisen, aber kalter Regen von vorn ins Gesicht ist eine der widerlichsten Wettereinflüsse, die man sich vorstellen kann. Der erste Regenschirm wurde wohl im Jahre 802 schriftlich erwähnt, damit dem Geistlichen, dem er gesandt wurde, der Regen nicht ständig auf sein christliches Haupt prasselte. Ein Vorreiter der Geschichte. Denn der Regenschirm erwuchs eigentlich erst viel später aus dem Sonnenschirm, der bereits 3000 v. Chr. des Herrschers würdevollen Kopf Schatten spendete und in Asien, Afrika, Persien und Griechenland als Hoheitssymbol und Demonstration der Zugehörigkeit verschiedener gesellschaftlicher Schichten diente. Auch im europäischen Westen hatte der Schirm herrschaftliche Symbolik, bis dann im 16. Jahrhundert die Damen des Adels und der Oberschicht feststellten, dass er auch ihr süßes Näschen vor dem Verbrennen schützte. Bis dahin waren allein die Damen in der Antike auf diesen praktischen Nutzen aufmerksam geworden, ohne gleich Herrschaftssymbolik damit darstellen zu wollen. Ein Engländer, nicht unerwartet bei dem bekannten Londoner Miesepeterwetter, machte den Schirm zum männlichen Stilelement. Anfänglich noch aus schwer tragbarem Material und Wachsleinwand, später aus leichterem Metall, eleganten Stoffen und nicht selten mit besonderen Intarsien oder Arbeiten aus Silber oder Elfenbein. Der Regenschirm wurde selbstverständliches Modeaccessoire. Der große Durchbruch für die Frauenwelt war aber die Erfindung des Herrn Bergassessor Hans Haupt im Jahre 1928, der den Schirm mit Teleskoptechnik versah und damit passend für jede Damenhandtasche gestaltete. Die Dame von Welt und jede, die diesem Ideal nacheiferte, trug Hut, Handschuhe, Handtasche und darin einen passenden Knirps. Ende der 30er Jahre gab es auch ein Modell für den modebewussten Herrn, und da die Männer seit Mitte des 20. Jahrhunderts auch ohne Hut aus dem Haus gehen, gibt es einen eckigen, in die Aktentasche passenden Knirps. Wie praktisch! Ein echter Knirps, erkennbar am roten Punkt, gehört also in jede mehr oder weniger gut aufgeräumte Umhängeeinheit der Frau von damals und heute. Auch in der Tasche mobiler gut aussehender Männer sollte einer zu finden sein. Denn einen Stockschirm mitnehmen, nur weil es nach Regen aussieht? Wie soll man denn gleichzeitig telefonieren, das Blackberry bedienen und der Frau an seiner Seite die Einkaufstaschen tragen?

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