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BOLD THE MAGAZINE 05 2011

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IDENTITÄT

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20 | BOLD THE MAGAZINE Schwerpunkt | Identität | wer bin ich mung wahr und lernen uns und unsere Interessen besser kennen. Wie engagieren Sie sich als ägyptische Aktivistin in Deutschland? Ich setze mich für Menschenrechte ein und bin Mitglied in der Organisation für Menschenrechte in den Arabischen Staaten (OMRAS). Ich mache auf Menschenrechtsverletzungen in arabischen Ländern aufmerksam und verfolge sie durch verschiedene Aktionen. Aktivisten sind weltweit sehr gut vernetzt und können allein durch das Melden von Menschenrechtsverbrechen weitere Verbrechen verhindern. Welche Hilfe würden Sie sich von Deutschland für Länder wie Ägypten wünschen? Ich finde, dass wir von dieser Perspektive absehen sollten, dass ein Land dem anderen zur Demokratisierung verhilft. Jedes Land sollte an sich selbst arbeiten und dazu beitragen, in Frieden mit anderen Ländern zu leben. Die deutsche Regierung sollte sich zum Beispiel stärker dafür einsetzen, Waffenexporte an korrupte und diktatorische Regime zu unterbinden, die Menschenrechtsverletzungen und Mord an der Zivilbevölkerung erst möglich machen. Sie sollte sich auch für eine faire Agrarwirtschaft einsetzen, um die wirtschaftliche Entwicklung in anderen Ländern zu fördern. Dieser Perspektivenwechsel ist, in meinen Augen, dringend notwendig. Die Ära der Entwicklungshilfe ist sicher längst vorüber. Völkerverständigung und Frieden in der Welt können nur erreicht werden, wenn jeder Mensch seine ureigenen Grundrechte einfordert – und das sollte man unterstützen. Mati Gavriel Musiker Mathia Mathithiahu Gavriel (Mati Gavriel) wurde 1986 in Israel geboren und träumte davon, später einmal Pianist zu werden. Die frühe Begeisterung für Musik sollte ihn nie mehr loslassen. Im Alter von sechs Jahren zog Gavriel mit seiner Familie nach Delmenhorst in Niedersachsen. Im Alter von zwölf Jahren fing Gavriel an, seine ersten Lieder zu schreiben. Er besuchte die städtische Musikschule, wurde am Klavier und der Gitarre unterrichtet und erhielt eine klassische Gesangsausbildung. Nach einem Jahr Studienaufenthalt in London lebt und arbeitet er seit 2006 in Berlin. 2010 nahm er an der ersten Staffel der Musik- Castingshow „X Factor“ teil und belegte den dritten Platz. Seine eigene Musik entwickelte Gavriel über viele Jahre hinweg und sagt selbst, dass sie durch Künstler wie John Lennon, Muse und I Am Kloot geprägt ist. Gavriel ist am Boden geblieben, auch wenn er in seinen Songs regelmäßig zu Höhenflügen abhebt. BOLD wollte wissen, was ihn als Künstler antreibt und was ihn ausmacht. Was ist Heimat für Sie? Ich glaube, dass Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl ist. Das habe ich jedes Mal, wenn ich von einer Tour oder einer Reise wieder in die Stadt Berlin zurückkehre. Ich glaube aber auch, dass sich die Heimat ändern kann – man plötzlich merkt, dass man sich an einen anderen Ort begeben muss. Man wird durch das Leben weitergebracht, und ich glaube, dass alles in irgendeiner Weise vorbestimmt ist. Durch Umwege kommt man auf den Weg des eigenen Lebens. Wo fühlen Sie sich zu Hause? In meinen vier Wänden mit ganz vielen verschiedenen Instrumenten, meinem Mac zum Musik Aufnehmen und einem gemütlichen Kingsize-Bett zum Schlafen. Mehr brauche ich gerade nicht. Wie würden Sie Identität für sich beschreiben? Heutzutage ist ein Bewusstsein von der eigenen Identität ganz wichtig! Gerade in der Musik-, Kultur- und Kunstszene ist es notwendig zu wissen, was man macht, für wen man es macht und wieso man es macht. Es geht nicht darum, ein Foto

Schwerpunkt | Identität | wer bin ich BOLD THE MAGAZINE | 21 von sich zu machen, es bei Facebook hochzuladen und darauf zu hoffen, dass viele Leute es in kürzester Zeit „liken“. Das macht eine Person nicht aus, denn man muss selbst wissen, was man im Leben und der Welt machen möchte und wer man eigentlich ist. Oft verliert man sich und denkt darüber nach, was andere Menschen so machen. Aber dann passiert es häufig, dass man gerade in dem Moment, in dem man sich ganz verloren fühlt, beginnt, sich wieder zu finden und auf den richtigen Weg zu kommen. Man muss das machen, was man liebt, und der Mensch sein, der man sein möchte. Das ist Leben, und das Schöne daran ist, dass man sich seine Identität aussuchen und selbst kreieren kann. Sind Tradition und Glauben bindende Größen in Ihrem Leben? Ich praktiziere zur Zeit nicht, dennoch feiern wir die Jüdischen Festtage fast immer mit Familie und Freunden zusammen. Es ist schön, gut zu essen, zu singen und einfach beisammen zu sein. Ich habe mir allerdings fest vorgenommen, sobald ich älter bin und mehr Zeit habe, mich wieder intensiver damit zu befassen. da ich eigentlich immer weiß, was ich in der Zukunft machen will. Natürlich muss ich hin und wieder Meinungen von mir nahestehenden Personen einholen. Ich genieße die Zeit gerade sehr, denn die Musik lässt mich frei sein. Wie lebt und arbeitet ein aus Israel stammender Künstler in Deutschland? Ich lebe hier sehr gut! Ich bin im Jahre 1992 nach Deutschland gezogen. Damals war ich sechs Jahre alt, wurde eingeschult und habe sehr schnell Deutsch gelernt. Ich glaube, dass es egal ist, woher man stammt. Wenn man gute Arbeit leistet, kann man überall Erfolg haben und gute Kontakte knüpfen. Gibt es negative Erfahrungen? Bis jetzt hatte ich noch keine negativen Erfahrungen. Ich glaube an die Kraft der Anziehung, das heißt, dass man das bekommt, was man sich wünscht oder woran man im Unterbewusstsein denkt. Ich arbeite mit vielen wundervollen und kreativen Menschen zusammen. Ich liebe meine Familie, meine Freunde. Diese Liebe wird auch erwidert – es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. auch sehr interessant. Eine Metropole mit vielen Menschen aus der ganzen Welt. Allerdings geht es dort viel hektischer zu als in Berlin zum Beispiel. Die Northern Line ist in der Rush Hour eigentlich nicht mehr zu betreten, doch man findet immer noch ein Loch, in das man schlüpfen kann. Es ist schon einfach krass zu sehen, wieviel Raum Berlin einem gibt. Vielleicht ist es auch nur mein Gefühl, aber ich merke, dass es hier einfach ein wenig entspannter ist als in London. Was hier allerdings fehlt ist der Strand – wie in Tel Aviv. Es ist einfach wunderbar, ab und zu mit Freunden an den Strand zu gehen, mit der Gitarre in der Sonne zu sitzen und dem Meeresrauschen zu zuhören. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Ich schreibe und produziere gerade mein erstes Album. In der Zukunft plane ich, noch ganz viele Lieder zuschreiben und viel zu performen, denn das ist das, was ich liebe. Ich möchte die Menschen, die meine Musik hören, berühren, das ist das schönste Gefühl, das man haben kann. Was würden Sie anderen mit auf den Weg geben? Würden Sie sagen, Sie sind frei und unabhängig? Zur Zeit bin ich total frei! Ich kann machen, was ich will, denn ich schreibe meine eigene Musik, organisiere meine Konzerte, baue meine Webseiten, drehe Videos ... Mir ist es sehr wichtig, vieles selbst zu entscheiden, Gibt es etwas, was grundsätzlich anders ist in Deutschland? Ja, der Hummus. Ich habe in Berlin noch keinen guten selbstgemachten Hummus gegessen. Es ist einfach unglaublich, wie gut der schmecken kann. ... Ich habe ein Jahr in London gelebt und fand es dort Das Leben ist dein! Mach was du liebst, und mach es oft! Wenn du etwas nicht magst, dann höre auf damit und mach etwas Neues! Wenn du deinen Job nicht liebst, dann suche dir einen anderen! Das Leben ist einfach. Lebe deinen Traum und teile dein Leben mit den Menschen die du liebst! Choose your identity!

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