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BOLD THE MAGAZINE 05 2011

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IDENTITÄT

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50 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Krupp Fotografien aus zwei Jahrhunderten Aufwendig inszeniertes Bild der Gussstahlfabrik im Jahr 1864. Fotograf: Hugo van Werden.

Kunst & Kultur | Krupp Fotografien aus zwei Jahrhunderten BOLD THE MAGAZINE | 51 noch junge Technik zur Repräsentation und Dokumentation des Unternehmens und gründete eine „Photographische Anstalt“. Dieser Unternehmensbereich vergrößerte sich später zu einer „Graphischen Anstalt“, die im Jahr 1915 fast 500 Beschäftigte zählte. Unter den ausgestellten Fotografien befindet sich in der Schatzkammer der Ausstellung die älteste Porträtaufnahme Alfred Krupps, eine Daguerreotypie, entstanden um das Jahr 1849. Ebenso in dieser frühen Zeit, 1864 bis 1867, entstand ein acht Meter langes, einzigartiges 360°-Panorama, welches die Produktionsstätten der Firma Krupp in ihren gigantischen Dimensionen beeindruckend veranschaulicht: Das an zentraler Stelle im größten Raum präsentierte Originalwerk zeigt eine Fülle an Details und verdient eine nähere Betrachtung. Das zur gleichen Zeit entstandene Panorama- Landschaftsfoto mit einem Blick über das Ruhrtal hinweg gilt als die älteste Fotografie der Stadt Werden und ihrer Abtei. Die Techniken und Materialien der Fotogeschichte werden zur anschaulichen Ergänzung in Spezial-Vitrinen ausgestellt, so dass sich die jüngere iPhone-Digital- Generation ein Bild dieser Ära machen kann und „alte“ Analog-Foto-Enthusiasten in Erinnerungen schwelgen können. Die PRODUKTIONSSTÄTTEN Schon sehr früh begannen die Werksfotografen, Panoramen der Industrieanlagen aufzunehmen. Die Bilder der Gebäude und der Arbeiter und der Maschinen sind keine Momentaufnahmen im heutigen Verständnis, sondern wurden penibel bis ins Detail arrangiert und inszeniert. Der Aufwand, der für die Bilder betrieben wurde, war immens: Der Fotograf kletterte auf hohe Türme, im Gepäck eine mehrere Zentner schwere Ausrüstung. Oben angekommen beschichtete er die großen Glasplatten mit einer Kollodiumund einer Silbernitrat-Lösung, die er anschließend belichten konnte. Zuvor hatte man auf dem Firmengelände rund 240 Beschäftigte in Gruppen positioniert. Während der Aufnahme mussten sie eine halbe Minute stillstehen. Anschließend entwickelte der Fotograf die Platte noch vor Ort und in höchster Eile. Die Fotografen setzten auch schwere Hämmer und gewaltige Schmiedepressen in Szene und ließen sich von glühendem Metall und riesigen Werkstücken inspirieren. ARBEIT und INDUSTRIE Im 19. Jahrhundert verhinderten rauchig-dunkle Werkshallen und lange Belichtungszeiten, dass die Fotografen bewegte Menschen aufnehmen konnten. Sollte ein Arbeiter dennoch mit ins Bild, war er eher erstarrte Staffage oder diente dem Größenmaßstab als Referenzwert für die Produkte. Insofern ist die Bildserie von Szenen der Arbeit, die 1899 bei Krupp entstand, mit ihren choreographisch im Raum platzierten Arbeitern, geradezu außergewöhnlich. Bis heute steht der Begriff vom Kruppianer für eine Werksfamilie, die Heimat bietet, Sicherheit verspricht und Identität vermittelt. Ein romantisches Ideal und zugleich Lebenswirklichkeit für zehntausende von Beschäftigten. Schon Alfred Krupp wollte 1871 die Beschäftigten fotografiert wissen: „Ein solches Denkmal ist wohl jeder treue Arbeiter wert.“ Gruppenbilder aus dem Kaiserreich sollten Stolz und Wir-Gefühl sichtbar machen. „Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein“, so ein weiterer Satz von Alfred Krupp: Fotos von Arbeiter-Wohnsiedlungen, Szenen aus konzerneigenen Krankenhäusern und Bilder der Konsumläden sollten das dichte Netz der sozialen Rundum-Versorgung zur Schau stellen. Die FAMILIE Krupp Die Industrieellen-Familie Krupp knüpfte Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Kultur. Schon 1861 war die Kamera beim Besuch König Wilhelms I. dabei. Es entstanden frühe offizielle und privatere Bilder. Über vier Generationen hinweg ließ sich die Familie Krupp von renommierten Fotografen porträtieren. Nichts wurde im Atelier dem Zufall überlassen, denn die Aufnahmen der Inhaberfamilie dienten in erster Linie der Repräsentation des Unternehmens und befriedigten das wachsende Interesse der Print-Medien an ...

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