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66 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Kino | Hotel Lux Hotel Lux Geschichte, Klamauk und Stalin in Unterhosen Autor: M. Breuer Hitler, Stalin, Komiker, Parodist? Wer ist hier eigentlich wer? Wer im „Hotel Lux“ eincheckt, spielt mit seiner Identität, und wer dabei auf den Kinosesseln sitzt, wird mit einer groß produzierten Screwball- Komödie bedient. Michael „Bully“ Herbig („Der Schuh des Manitu“) zieht sich fürs erste von der Position des Drehbuchautors und Regisseurs zurück und macht sich hier wieder als Schauspieler einen Namen. Den Regieposten übernimmt stattdessen Leander Haußmann, der sich in der deutschen Filmlandschaft bereits mit der legendären Komödie „Sonnenallee“ bewährt hat. Herbig checkt in der titelgebenden imposanten Herberge, die es wirklich gab, als Hans Zeisig ein. Eigentlich ein Komiker und Parodist samt falschen Flüchtlingspapieren aus Berlin. Doch der sowjetische Geheimdienst verwechselt ihn prompt mit dem ebenfalls abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers, was selbstverständlich turbulente Verstrickungen zur Folge hat. Ehe man sich versieht sind plötzlich auch Zeisigs Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida van Oorten (Thekla Reuten) mit in die Verwechslung verstrickt und das Unheil nimmt seinen Lauf. Der Film legt ein gehöriges Tempo vor, unterstützt durch aufwändige Sets und Darsteller, die offensichtlich viel Spaß am Spielen hatten. Das reale Hotel Lux, in Moskau in der Gorkistraße 10, wurde in den 20er Jahren zum Anlaufpunkt für ausländische Kommunisten. Mit dem aufsteigenden Faschismus wurde es auch Zufluchtsort für viele Deutsche, darunter auch Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck. Unter der Last der Emigranten hatte das Hotel Lux jeden Hauch von Luxus verloren: Die ehemaligen Bewohner berichteten von wanzenverseuchten Betten, Ratten und schreienden Kindern auf den Korridoren. Doch damit nicht genug, denn das Hotel war auch Ziel von Stalins großen „Säuberungen”, weshalb der Aufenthalt dort für unzählige kommunistische Spitzenkader, die hier eigentlich Schutz vor Hitler suchten, tödlich endete. Im gleichnamigen Film gerät Weltpolitik zum Verwechslungsschwank mit hysterischen Sowjet-Offizieren, Stalin in Unterhosen und einer eingeschränkt knis- ternden Dreiecksbeziehung. „Hotel Lux“ erfreut anfangs als flotte Unterhaltung mit Tiefgang. Ein Teil der anfänglichen Verfolgungsjagdten wird zum Beispiel als treffsicherer Stummfilm inszeniert. Herrlich! Für Kalauer wird reichlich gesorgt, auch wenn nicht alle immer perfekt zünden und sich das Drehbuch hin und wieder durch gewisse dialoglastige Längen kämpft. Eine hervorragende Kameraführung und eine ausgesprochen imposante Inszenierung trösten aber fabulös darüber hinweg. Man kann sich im „Hotel Lux“ durchaus ein Zimmer nehmen, nur sollte man sich dabei auf tropfende Wasserhähne und arg geschwätzige und lachende Nachbarn einstellen. Für spannend-heitere Unterhaltung ist in jedem Fall gesorgt. Ein Film für die ganze Familie. Website zum Film: www.hotel-lux-film.de

Kunst & Kultur | Kino | Hotel lux BOLD THE MAGAZINE | 67 Foto: Constantin Film Hitler, Stalin, Komiker, Parodist? Siggi Meyer (Jürgen Vogel) „Der Führer“, Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) „Stalin“.

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