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BOLD THE MAGAZINE 06 2013

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SEHNSUCHT

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16 | BOLD THE MAGAZINE Schwerpunkt | Sehnsucht | Hoffnung stirbt zuletzt „Konflikte um knapper werdendes Land und Ressourcen sowie daraus folgend eine steigende Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen stellten eine ernsthafte Bedrohung des Weltfriedens dar.“ (Quelle: UN-Vertretung der BRD) Foto: UNHCR, E. Hockstein

Schwerpunkt | Sehnsucht | Hoffnung stirbt zuletzt BOLD THE MAGAZINE | 17 Farhad Ibrahim (Name geändert) streckt seinen Unterarm aus und zeigt eine Narbe. „Während eines Verhörs im Militärgefängnis hat ein Soldat meine Hand gepackt und so lange auf den Tisch geschlagen, bis ich ohnmächtig wurde“, sagt er. „Drei meiner Finger kann ich immer noch nicht richtig beugen, beim Schreiben tut mir die Hand weh“. Sein Blick ist eindringlich, aber voller Wärme. Seine Züge lassen keine Spuren von Verbitterung erkennen. Erstaunlich gefasst erzählt der 31-jährige seine Geschichte: Der Leidensweg des gelernten Bankkaufmanns beginnt während seines Militärdienstes bei der syrischen Armee und soll fünf lange Jahre dauern. Die kurdische Herkunft wird dem jungen Mann zum Verhängnis. Der Kreislauf aus Folter, Demütigung und Gefängnisaufenthalten geht in seine erste Runde. Ibrahim flüchtet schließlich in den Nachbarstaat Libanon. Dort wird er aufgrund einer Verwechslung verdächtigt, an der Ermordung des libanesischen Premiers Hariri beteiligt gewesen zu sein. Der libanesische Geheimdienst misshandelt den damals 25-jährigen und liefert ihn dann an Syrien aus. Seine Familie zahlt für seine Freilassung, aber Ibrahim muss sich weiterhin täglich beim Amt melden, wird geschlagen und gedemütigt. Schließlich flüchtet er über die Türkei nach Zypern, beantragt Asyl und wartet zwei lange Jahre auf eine Entscheidung der Behörden. Vergeblich ... Der Gestrandete flieht nach Norwegen, wird aber gleich zurück nach Zypern geschickt. Dort landet er im Gefängnis. Statt Hilfe bekommt er Tritte und Faustschläge. „Die haben mich nackt mit ausgestreckten Armen zwischen zwei Bettpfosten angekettet und mir in den Magen geboxt“, erinnert er sich. Ich habe geweint und sie gefragt: Warum macht ihr das?“ Seine Peiniger lässt das kalt. Verzweifelt wendet sich Ibrahim ans norwegische Konsulat, wird auf dessen Druck nach neun Monaten Haft endlich freigelassen. Sein Asylantrag aber wird abgelehnt, die Abschiebung nach Syrien droht erneut. Gefängnis statt Schutz Am 2. April 2011 fliegt Ibrahim über die Türkei nach Deutschland. Dort unterstützt ihn die Hilfsorganisation Pro Asyl und vermittelt ihm erstmalig einen Anwalt. Der sonst so Geduldige ist von der Folter gezeichnet und ausgebrannt. „Ich fahre jetzt seit fünf Jahren durch die Welt. Bitte sagen Sie mir gleich, wenn ich in diesem Land keine Chance habe. Ich will einfach eine Zukunft haben“, sagt er dem Richter – und bekommt endlich Unterstützung. Deutschland gewährt ihm Asyl. Ibrahim zieht nach München ins Asylbewerberheim, teilt sich den Raum mit sechs Zimmergenossen und besucht einen Deutschkurs. Er lernt schnell, schließt den Sprachunterricht mit Bestnote ab und hilft nun ehrenamtlich Anderen bei Übersetzungen oder Behördengängen. „Deutschland ist das erste Land, das mich respektiert“, sagt er. „Ich will etwas zurückgeben.“ Griechisch und Deutsch, die Sprachen, die er im

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