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BOLD THE MAGAZINE 07 2013

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DYNAMIK

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24 | BOLD THE MAGAZINE Schwerpunkt | Dynamik | Karriere reloaded Stephanie Bussmann jedes Jahr aufs Neue darum bemühen, ausreichend Cash zu erwirtschaften. Das ist nicht entspannend, dafür aber spannend! Und es ist jede einzelne Minute wert.“ Von der Finanzanalystin zur guten Fee Mit einem Wirtschaftsstudium geht auch Stephanie Bussmann auf Nummer sicher. Die Spötter, die die zierliche Blondine aus dem Nobelort Kronberg für unfähig halten, verstummen schnell, als sie mit Einser-Noten glänzt. Nach sechs Jahren in BWL-kompatiblen Jobs zieht Bussmann von heute auf morgen nach Indien und arbeitet dort schließlich in der Finanzabteilung der Gemeinde Auroville, 150 Kilometer von Chennai entfernt. Der Ort inspiriert sie – und einen neuen Job schafft sie sich selbst. Reach for the Stars – Greift nach den Sternen, nennt Bussmann ihr Projekt, das sie gemeinsam mit acht Gleichgesinnten auf die Beine stellt. „Unsere Organisation unterstützt Mädchen und Jungen zwischen 17 und 25 Jahren, denen nachweislich keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um zu studieren“, erzählt die Betriebswirtin. „2011 haben wir mit der ersten Gruppe von 15 Studenten angefangen, davon sieben Mädchen. Mittlerweile ermöglichen wir schon der dritten Runde an Bewerbern ein Stipendium.“ Auf die Idee kam die Deutsche, die immer noch mindestens fünf Monate im Jahr in Indien verbringt, durch ihren Kontakt mit jungen Leuten aus Dörfern der Provinz Tamil Nadu. Nach und nach entwickelt sie einen durchdachten Kreislauf zur Selbsthilfe. „Wer die Unterstützung erhält, muss auch während des Studiums gute Leistungen erbringen, an speziellen Förderprogrammen teilnehmen und schließlich beim Eintritt ins Arbeitsleben 20 Prozent der Collegegebühren zurückzahlen, um so der nächsten Generation ein Studium oder eine Ausbildung zu ermöglichen“, erklärt Bussmann, die selbst ehrenamtlich arbeitet und von ihren Ersparnissen lebt. Ihr Fazit: „Ich fühle mich in Indien freier, die Menschen leben einfacher und haben weniger festgefahrene Ansprüche. So kann man ohne Druck seinen eigenen Weg finden und das Beste aus seinen Talenten machen.“ Von der Bankerin zur Werberin mit Botschaft Ganz klassisch startet auch Dunja Burghardt ins Arbeitsleben. Den festen Job bei einem Finanzunternehmen kombiniert sie mit einem berufsbegleitenden dreijährigen BWL-Studium – und landet anschließend in der Kommunikationsabteilung der Bank. Ihr Mann, Maik Burghardt, ging einen ähnlichen Weg, aber beide merkten schnell: „Das Kreative pulsiert in uns.“ Das Paar suchte eine neue Herausforderung – und war bereit, Risiken einzugehen. „Wir dachten, zur Not reicht für den Übergang auch ein Gehalt. Mein Mann kündigte also bei der Bank und bewarb sich als Praktikant in der Werbebranche. Ein Jahr später hatte er eine Festanstellung in einer Werbeagentur“, erinnert sich Dunja Burghardt, die seinem Beispiel folgte. Tatsächlich fand auch sie nach dem Praktikum einen festen Job im Pressebereich. Nach dem geglückten Quereinstieg wagten beide erneut den radikalen Neuanfang. „Mit 26 hatten wir also beide unseren Traumjob, aber merkten: In uns steckt mehr“, erinnert sich die 32-Jährige. „Wir wollten unser eigener Chef sein und

Schwerpunkt | Dynamik | Karriere reloaded BOLD THE MAGAZINE | 25 gründeten die Agentur ROOTZ & WINGZ brand communication.“ Erster Kunde: ein privater Kindergarten. Die Burghardts steckten viel Zeit und Liebe in ihr Projekt, setzten neben der Gestaltung von Infomaterialien auch Ideen wie ein Gartenbeet mit Minigieskannen oder Ausflugswesten zur besseren Erkennung der Kinder um. Ihr Engagement, das weit über die klassische Werbung hinausging, kam gut an – auch bei den Eltern der Kinder, die nicht selten selbst Firmenchefs waren. Und so hatten die Jungunternehmer schnell einen Kundenkreis sowie feste Mitarbeiter. Ihre Agentur setzt den Fokus „sehr stark auf Umwelt und Nachhaltigkeit – bis hin zum Spirituellen“, wie Dunja Burghardt zusammenfasst. „Wir glauben, dass eine nachhaltige und umweltbewusste Welt möglich ist – und dazu möchten wir beitragen.“ Das dynamische Paar rief kurzerhand gemeinsam mit Partneragenturen auch noch ein Filmfestival ins Leben, das sich mit Themen wie Artenschutz, Umweltbewusstsein und Spiritualität befasst. “Open-Mind-Movies“ nannten die Gründer das Genre. „Jeder muss seinen Traum leben können“, glaubt Dunja Burghardt. „Es gibt feste Berufsbilder, doch heute sollten wir die Möglichkeit zulassen, ein ganz eigenes neues Berufsbild kreieren zu dürfen.“ Ihr Fazit: „Wir leben zu nahezu 100 Prozent unsere Berufung, Berufliches und Privates lässt sich nicht mehr trennen, aber das ist auch gut so. Wenn ich jeden Tag tue, was mir Spaß macht, ist mein Beruf mein Leben und darauf kommt es doch an.“ Von der Eventmanagerin zur Textilmanufakteurin Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Und so sollte die Laufbahn von Borsts Tochter Kirsten eine ähnliche Wendung erfahren. Zehn Jahre lang war Kirsten Obst, geborene Borst, erfolgreich im Veranstaltungsgeschäft tätig – dann wurde sie Mutter und nahm sich Elternzeit. „Irgendwann habe ich dann die Nähmaschine wieder ausgepackt“, erinnert sich die 38-Jährige. Das Ergebnis waren T-Shirts mit Namenszug für Tochter Paula. „Wo hast du denn das her?“, häuften sich die Anfragen begeisterter Mütter und Väter. Borst hatte offenbar eine Marktlücke entdeckt. Und das genau zur richtigen Zeit, denn das stressige Eventgeschäft passte nicht mehr zur neuen Rolle: „Wenn du ein Kleinkind hast, kannst du nicht nächtelang Veranstaltungen betreuen“, sagt sie. „Mein alter Beruf war nicht mehr familienkompatibel.“ Mit Hingabe fertigte sie weitere Unikate an, die Geschäftsidee schon im Kopf. Während ihr Businesskonzept noch beim Arbeitsamt liegt, organisiert sie schon den ersten Handmade-Markt in der Christuskirche am Merianplatz. Die langjährige Eventerfahrung und ihr großes Netzwerk kommen ihr jetzt wieder zugute. „Fräulein Zuckerminz‘ Designgesellschaft“, so der einprägsame Name der Veranstaltung, auf der Künstler, Kreative und Designer einen Tag lang ihre Eigenkreationen verkaufen können. Sie wird ein voller Erfolg – und Obst plant gleich Kirsten Obst darauf die nächste Folge. Parallel pusht die tatkräftige Mama ihr eigenes Label „Obst und junges Gemüse“ mit einer kleinen Kollektion aus Shirts, Taschen und Broschen. Vorteil: Die Handarbeiten lassen sich von zu Hause aus erledigen. „Ich habe eine kleine Textilmanufaktur“, sagt sie nicht ohne Stolz, muss sich aber auch mit der Kehrseite des Handwerks, wie Administration, Buchhaltung und Vermarktung herumschlagen. Parallel organisiert Obst weitere Märkte für die boomende Handmade-Branche. Ihr Fazit: „Ich arbeite sogar mehr als früher, aber es ist unglaublich befriedigend.“ Links zum Thema: www.reach-for-the-stars.org www.rootz-wingz.com www.frlzuckerminz.blogspot.de

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