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BOLD THE MAGAZINE 08 2013

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Eleganz

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12 | BOLD THE MAGAZINE Einstieg | Eleganz SCHLICHT und WAHR ELEGANZ Autor: H. G. Teiner „Eleganz ist ähnlich wie Mayonnaise: Sie schmeckt, oder sie schmeckt nicht“, so sieht es jedenfalls Karl Lagerfeld, eine schillernde Ikone der internationalen Haute-Couture. Élegantia, wie der Lateiner sagt, bezeichnet einen aktuellmodischen Geschmack – verbunden mit einer leichten Gewandtheit, diesen in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das bedeutet die Kompetenz zu besitzen, sich auf dem Parkett der gesellschaftlichen Eitelkeiten in stilsicherer Art und angemessener Kleidung zu bewegen. Das Adjektiv elegant steht für gewählt und modisch, im 18. Jahrhundert wurde es dem französischen Begriff élégant entlehnt, auf deutsch etwas holprig als geschmackvoll übersetzt. KLEIDUNG UND STIL Wenn man heute von elegant spricht, bezieht es sich auf die Kleidung und das Auftreten. Die äußere Erscheinung rückt hier in den Fokus, von einem eleganten Aussehen soll auf eine vornehme und kultivierte Persönlichkeit geschlossen werden können. „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, ja, bildhafter und besser als mit diesem Bonmot Karl Lagerfelds ist, durch die Feststellung des genauen Gegenteils, die Qualität der Eleganz nicht zu umschreiben. Eleganz im Inneren wie im Äußeren? So heißt die Frage, die oft unbeantwortet bleibt oder sich, bedauernswerter Weise, erst gar nicht stellt. Steht doch die Bezeichnung der Eleganz im Ursprung der Bedeutung für eine besondere Raffinesse, für die Feinheit im Inneren und erst dann für deren Ausdruck in Wort und Verhalten. CHARAKTER UND KORREKTHEIT Mit dem Substantiv Elegant wurde um das Jahr 1800 ein nach letzter Mode gekleideter Mann bezeichnet. Klarheit und Korrektheit sollten als persönliche Charakteristika beim Gegenüber ankommen. Wahrhaftigkeit, Natürlichkeit, Einfachheit und Angemessenheit sollten als Werte repräsentiert und als tatsächliche Eigenschaften in ausgewogener Weise vereint sein. Im weiteren Sinne wurde Eleganz zum Ausdruck der Quintessenz des Modemäßigen, des Stilempfindens der Zeit, mit dem paradoxen Anspruch, zeitlos zu sein. Zur Eleganz gehören auch eine gute Portion Gelassenheit und das Quäntchen Understatement im Leben und insbesondere in der Arbeit. Der stilvolle und wohl auch weise Karl Lagerfeld drückt sich in trefflicher Weise so aus: „Wer gestresst ist, macht etwas falsch. Den amüsiert seine Arbeit nicht“. Eleganz und Stilsicherheit gehören zusammen: „Man muss Stil haben, um ihn sich leisten zu können“, ist die klare und hintersinnig-bissig formulierte Botschaft von Herrn Lagerfeld. Auch der Italiener Giorgio Armani ist ein weltgewandter Modedesigner, der innere und äußere Qualitäten in ganzheitlichen Einklang zu bringen versteht. Sein dezentes Statement dazu lautet: „Wenn ein Anzug auffällt, ist man schlecht angezogen“, und letztendlich ist das angestrebte Ziel für ihn eindeutig: „Eleganz heißt nicht, ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben“. DAS KLEINE SCHWARZE Eingebrannt in das kollektive Filmgedächtnis ist die Filmszene, in der das leichtlebige und exzentrische Partygirl

Einstieg | Eleganz BOLD THE MAGAZINE | 13 Holly Golightly im Morgengrauen auf der menschenleeren Fifth Avenue spazieren geht, vor dem Juweliergeschäft Tiffany anhält, einen Pappbecher elegant zu ihren Lippen führt und den Schmuck im Schaufenster betrachtet. In diesem kleinen schwarzen Cocktailkleid. Mit dunkler Sonnenbrille, langen schwarzen Handschuhen und einer Perlenkette als Accessoires. Das ist stilvolle Eleganz: Schlichte Schönheit und dezent verführerisch sexy. Dieses und weitere Kleider des 1961er Films „Breakfast at Tiffany’s“ hat der Modeschöpfer Hubert de Givenchy entworfen und der Darstellerin Audrey Hepburn auf den Leib geschneidert. Foto: Paramount Pictures Die elegante Audrey Hepburn in “Breakfast at Tiffany’s“. Die Zeit und das eher brave Image der Trägerin haben endgültig dieses minimalistische schwarze Kleidungsstück für gehobene Anlässe tragbar gemacht; in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts galten Frauen, die schwarze Kleider trugen, vor allem in den USA, noch als unanständig und verrucht. Für Marilyn Monroe, mit dem Image des Sexsymbols in den fünfziger und sechziger Jahren behaftet, war das kleine Schwarze praktisch Pflicht und Arbeitskleidung. In Frankreich dagegen etablierte sich zur gleichen Zeit das schwarze Kleid als Ausdruck für Kunst und Kultur, Edith Piaf, die kleine Chanson-Sängerin mit der eindringlichen Stimme und den sparsamen Gesten, trat gerne im kleinen Schwarzen auf die Bühne, damit, aus der dunklen Schlichtheit heraus, die Persönlichkeit, die gezielten Gesten und nicht zuletzt die grandiose Stimme noch prägnanter zur Geltung kommen konnten.

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