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BOLD THE MAGAZINE No.04

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KREATIVITÄT IDEEN ENTSTEHEN IM KOPF | SCHÖPFUNG UND VERÄNDERUNG | DESIGNER HANNS LOHRER | FOTOGRAF TODD MCLELLAN | BERKLEE COLLEGE OF MUSIC | THE GASLIGHT ANTHEM | BLOC PARTY

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74 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track Track-By-Track THE GASLIGHT ANTHEM Handwritten Autor: F. Reip Dieses Magazin heißt nicht BOLD, weil es etwa für seine zaghaften Statements bekannt ist. Sagen wir es also, wie es ist: The Gaslight Anthem sind die nächsten größte Band der Welt! Die Band um Sänger Brian Fallon vereint punkig geradliniges Songwriting mit aufgewühlten Lyrics, in denen das Blut des Lebens pocht und die nicht zuletzt deswegen immer wieder an Bruce Springsteen erinnern, der wie The Gaslight Anthem aus dem US-Bundesstaat New Jersey stammt. „Handwritten“, das dritte Album der Band, ist soeben erschienen. Im Interview in Berlin erzählen Sänger Brian Fallon (die Arme fast lückenlos tätowiert, die Augen strahlend kornblumenblau) und Gitarrist Alex Rosamilia (vielleicht noch unter dem Eindruck der kurzen Nacht nach dem Highfield-Festival, in jedem Fall sehr ruhig und lange in der Reserve) von den elf neuen Songs. Es ist das erste Track-By-Track-Interview, das die Band je gegeben hat ... 45 Fallon: Gemeinsam mit „Biloxi Parish“, „Mulholland Drive“ und „Mae“ war dies einer der ersten Songs, die uns die Richtung vorgaben. Wir spürten, dass etwas Frisches, Aufregendes in ihm steckte. Er ist schnell und aggressiv, aber auch traurig. Wir wollten in diesem Fall auch einen Song haben, in dem wir nicht viele Worte verwendeten. Es sollte kein Roman sein diesmal, sondern das Ziel war, auf möglichst einfache Weise zu sagen, was man meint. Hey, turn the record over... ziemlich einfach also! Rosamilia: Von den genannten ersten Songs war dies der einzige, der noch an die letzte Platte erinnert. Fallon: Genau, als wir den hatten, wussten wir, dass wir nicht verrückt waren ... Fotos: Universal Music Handwritten Fallon: Es war sehr schwierig, diesen Song zu arrangieren, den Groove richtig hinzu-

Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track BOLD THE MAGAZINE | 75 bekommen. Am Anfang gab es nur ein paar Riffs und die Worte and with this pen / I thee wed / from my heart to your distress. Ich hatte diese Worte in meinem Kopf, schrieb sie ein Notizbuch und wusste in dem Moment: All right, der Song muss „Handwritten“ heißen. Ich wollte eigentlich wirklich keine Titelnummer auf diesem Album haben, auch wenn das bislang tatsächlich bei jeder Platte der Fall war. Das Album sollte ursprünglich „Howl“ heißen – der Song „Howl“ hatte zu diesem Zeitpunkt noch einen anderen Namen – und damit meinte ich das Schreien eines Blues-Sängers. Doch dann wies unser Drummer Ben uns auf das Gedicht von Alan Ginsberg hin und wir erinnerten uns daran, dass auch Black Rebel Motorcycle Club ein Album mit diesem Namen veröffentlicht hatten. Da war für uns klar, dass wir das nicht bringen können. Daher beschlossen wir, einfach auf das richtige Wort zu warten ... Here Comes My Man Rosamilia: Diesen Song haben wir auf eine völlig andere Weise geschrieben, als wir das je zuvor getan hatten: Im Grunde haben wir ihn gemeinsam im Studio geschrieben – innerhalb von nur einem Tag. Mulholland Drive Rosamilia: (in Richtung von Fallon): Ich weiß noch genau, wie du uns diesen Song das erste Mal vorgespielt hast ... Fallon: ... in Dänemark! Rosamilia: .... und er machte sich Sorgen, weil der Refrain nur aus einer Zeile bestand. Aber wir verbaten ihm, irgendetwas daran zu ändern. Fallon: Sie überzeugten mich: I’d just die if you ever took your love away, das war das Statement, mehr gab es nicht zu sagen. Der Beat basiert auf einer ganz simplen Kickdrum. Wir dachten, Kids auf Festivals wollen doch eigentlich nur klatschen, warum schreiben wir nicht einfach einen Song darauf und kümmern uns später um den Rest!? Daraus ist einer meiner Lieblingssongs überhaupt geworden. Keepsake Fallon: Die Neill Young-Nummer. Ich hörte damals viel von ihm und wollte unbedingt einen Song schreiben, der langsam, aber kraftvoll ist, der nicht aufgibt. Er ist ein wenig murderous, die Lyrics sind ziemlich düster ... Too Much Blood Rosamilia: Ich finde, der Song hat irgendwie einen Oasis-Vibe – und dann haut er dir in die Fresse! (lacht) Fallon: Ich war damals auf einem Akustik- Konzert von Chris Cornell im Count Basie Theatre in Red Bank (in New Jersey, Anm. d. Red.). Ich hatte eigentlich einen ziemlich miesen, langweiligen Abend erwartet – tatsächlich wurde es aber fantastisch! Er spielte seinen Songs in anderen Stimmlagen, verwendete Akkorde, die ich zuvor nie gesehen hatte. Ich schaute die ganze Nacht über auf seine Hände und lernte so mehr über das Gitarrenspiel als vermutlich in den letzten sechs Monaten! Ich fuhr danach sofort nach Hause und probierte, was passieren würde, wenn man all diese merkwürdigen Akkorde einfach kombinierte – und der Song fand sich ganz von allein, die Lyrics strömten förmlich aus mir heraus. Als Tribut habe ich auch versucht, die Vocals ein bisschen in die Richtung von Cornell zu singen ... (Fallons Augen funkeln) Howl Rosamilia: Wir wollten einfach einen Punk- Song schreiben, so schnell wie möglich ... (lacht) Fallon: Am Anfang bestand die Nummer nur aus Akustikgitarre und Gesang, Ben spielte dann Drums darüber, dann schrieben alle weitere Parts hinzu. Ich denke, es ist eine unserer besten Aufnahmen überhaupt und dass die Leute dass auch in zehn Jahren noch merken werden. Es war das erste Mal, dass ich über das schreib, wovon der Song handelt. Ich habe nie darüber gesprochen und werde es wohl auch nie tun (dabei bleibt Fallon auch auf Nachfrage, Anm. d. Red.). Aber es fühlte sich mächtig gut an, diesen Song loszuwerden. Ein kathartisches Erlebnis. Fallon: Der Song hieß ursprünglich „Used To Be A Movement“ und dann für eine Woche lang „Older But Bolder“ (was wir uns mal eben für die Zukunft merken, Anm. d. Red.). Irgendjemand meinte dann aber: „Hey, du wolltest doch den Titel ‚Howl’ unbedingt verwenden – warum nicht hier?“ ...

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