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BOLD THE MAGAZINE No.10

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ÄSTHETIK

52 |

52 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Hörenswert | Im Porträt des Detroit Techno gibt es Berührungspunkte: Vor einigen Jahren minimalisierte von Oswald gemeinsam mit Carl Craig im Rahmen der „ReComposed“-Reihe der Deutschen Grammophon Musik von Maurice Ravel und Modest Mussorgsky, zuletzt veröffentlichte er mit Juan Atkins, mit dem ihn eine jahrelange Bekanntschaft verbindet, das Album „Borderland“. Für den musikalischen Freigeist war der Weg zum Jazz nicht weit: „Ich war immer schon ein großer Jazz-Fan, überall in meinem Haus liegen die mir wichtigen Alben griffbereit“, erzählt von Oswald. „Die dem Jazz innewohnende Freiheit habe ich in der Klassik vermisst – und nicht zuletzt auch in der Clubmusik.“ Vielleicht gerade deshalb hatten es von Oswald Molvaers Alben „Khmer“ (1998) und „Solid Ether“ (2000) angetan. Bereits vor der Veröffentlichung seines Solo-Debüts hatte Molvaer mit Größen der skandinavischen Szene wie Arild Andersen und dessen Band Masqualero, Sidsel Endresen, Marilyn Mazur sowie Jon Balke zusammengearbeitet und sich so unter Fachleuten eine exzellente Reputation erspielt. Doch erst mit „Khmer“, für dessen gewagten Flirt mit elektronischer Musik er den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt, trat Molvaer als Solo-Künstler ins Rampenlicht – um sich wenige Jahre später mit den Remix-Alben „Recoloured“ (2001) und „Remakes“ (2005) seinerseits zum Spielball von außerhalb etablierter Umgrenzungen arbeitenden Künstlern wie Funkstörung oder Cinematic Orchestra zu machen. Seine Vielfalt hat Molvaer zudem als Komponist für Theater (u. a. für eine Inszenierung von Ibsens „Gespenster“), Film (u. a. „Es schläft ein Lied in allen Dingen“, „Stratosphere Girl“, „Shameless“) und Fernsehen („Harry and Charles”) wiederholt unter Beweis gestellt. Doch beide Musiker eint nicht nur ihre Freude am Verwischen und Überwinden von Genregrenzen. Von Oswald spricht in vollen Tönen von der exzellenten Chemie zwischen ihm und Nils Petter Molvaer: „Das liegt sicher auch an unserer Ausbildung, an der Musikalität, an den Kenntnissen in Harmonik, an der Konzentration. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie konzentriert Molvaer mit jeder Aufnahme weiterzukommen versucht. Wir schätzen dieselben Vorbilder, und wir haben beide große Live-Erfahrung.“ Molvaer ergänzt: „Es ging hauptsächlich darum, unsere Vorstellungen von Klang miteinander zu verweben. Ich musste erst einmal meinen eigenen Weg in Moritz’ Klanglandschaften finden. Ich kannte seinen typischen Sound natürlich und versuchte einfach, so exakt und ehrlich wie möglich zu spielen. Als ob ich einen Deckel anhöbe, ohne Ahnung, was darunter verborgen liegt. Und dann entdeckst du einen ganzen Ozean.“ In der Tat, perfekte Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit, zu der es dann Anfang diesen Jahres kommen sollte und die stark von der Magie des Moments inspiriert war. Dass das so perfekt ausbalancierte Timing des Albums, die so natürliche Symbiose zweier Alphatiere, nicht Resultat kleinteiliger Absprachen ist, verdeutlicht die herausragende Klasse der beiden Musiker. Von Oswald erzählt: „Wir haben ‚1/1’ Anfang des Jahres in Echtzeit aufgenommen, in meinem Studio in Berlin. Von Anfang an fühlte Nils Petter sich in meinen dunklen Backbeats immens wohl, denn sie dominieren die floatende Stimmung seines Spiels nicht. Seine Melodien können sich wunderbar entfalten.“ Die gespenstische Leere schwebender Räume, um die kargen Beats von Oswalds und das zurückgenommene Trompetenspiel Molvaers, ist die fesselnde Kraft von „1/1“, die förmlich nach einer High End-Surround-Anlage oder einer Live- Aufführung wie Ende Oktober beim Überjazz-Festival in Hamburg verlangt. Von Oswald dazu: „Ich würde sehr wohl Karlheinz Stockhausen (der gemeinhin als einer der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt, Anm. d. Red.) als großen Einfluss nennen, gerade was den Umgang mit Pausen und Auslassungen in der Musik betrifft. Pausen die willkommen sind und nicht unbedingt vollgespielt werden müssen.“ Wer sich die nötige Zeit nimmt, findet in Nils Petter Molvaers und Moritz von Oswalds „1/1“ ein grandioses Dokument einer einzigartigen Zusammenarbeit – eine der wahrhaft fantastischen Musikaufnahmen des Jahres. TRAILER auf BOLD @ The Blog: www.boldmag.eu

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