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BOLD THE MAGAZINE No.12

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BEWEGUNG LIFE IS CHANGE | UHREN SPEZIAL: TIME OF MOVEMENT | NEUE KUNST: C.A.R. | HONGKONG IN GRÜN | FASHION FOR MEN & WOMEN | BUILT FREE: DER NEUE JEEP CHEROKEE | IM PORTRÄT: DAMON ALBARN

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54 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Hörenswert | Im Porträt Angelegenheit perfekt illustrierten: „Yes, in a week where news leaked that Saddam Hussein was preparing nuclear weapons, everyday folks were still getting slaughtered in Bosnia and Mike Tyson was making his comeback, tabloids and broadsheets alike went Britpop crazy.” Blur sollten von „Country House“ deutlich mehr Exemplare verkaufen als Oasis von „Roll With It“ und den „Battle Of Britpop“ somit für sich entscheiden. Doch es war ein Pyrrhus-Sieg: Die Karriere der Gallaghers hob erst richtig ab, um schließlich in viel heißer Luft auszubrennen, während Blur mit Ausnahme des immer noch omnipräsenten Moshpit-Klassikers „Song 2“ kein wirklich großer kommerzieller Erfolg mehr beschert war, die folgenden Alben (darunter das Meisterwerk „13“) künstlerisch jedoch immer ausgefeilter wurden. Mit „Think Tank“ von 2003, einem introvertierten, aber oft auch unentschlossen wirkenden Album, war dann fürs Erste Schluss, und Worldmusic-inspirierte Tracks wie „Moroccan Peoples Revolutionary Bowls Club” oder die Single „Out Of Time“ kündigten an, wohin die Reise für Damon Albarn noch gehen sollte. Der hatte bereits zwei Jahre zuvor mit der Formation einer aus grob animierten Zeichentrickfiguren von sich reden gemacht: Die Gorillaz, kreiert gemeinsam mit Designer Jamie Hewlett, waren vom Moment der Veröffentlichung ihres gleichnamigen Debütalbums über Jahre hinweg das Ding in der Popkultur: ein radikaler, genialer Neuentwurf des Prinzips Rockband und zugleich gesegnet mit von fantasievollen bis halluzinogenen Videoclips begleiteten Songs wie „Clint Eastwood“ oder „19-2000“, waren die Gorillaz ein Fest für alle Sinne. Doch Albarns Drang, seine musikalische Vision ständig zu erweitern, war noch lange nicht befriedigt. Tatsächlich ging es jetzt erst richtig los. Im Jahr 2000 hatte Albarn eine Reise nach Mali gemacht, um die Nichtregierungsorganisation Oxfam zu unterstützen. Die während dieses Trips entstandenen Aufnahmen erschienen zwei Jahre später unter dem Titel „Mali Music“ (und beeinflussten, wie angesprochen, noch zuvor fraglos den Sound von „Think Tank“). Später gründete Albarn zwei Supergroups: „The Good, the Bad & the Queen“ (eigentlich der Titel des einzigen Albums der offiziell namenlosen Formation, zu der u. a. Paul Simonon von The Clash und Simon Tong von The Verve zählten) und Rocket Juice & The Moon (gemeinsam mit Red Hot Chili Peppers- Bassist Flea und dem in The Good involvierten nigerianischen Drummer Tony Allen). 2011 schließlich erschien mit dem Kollektiv-Release „Kinshasa One Two“ (veröffentlicht ebenfalls zur Unterstützung von Oxfam) die bislang letzte künstlerische Manifestation von Albarns immer engerer Verbindung zu Afrika. Obendrein kam es zur Uraufführung der Oper „Monkey: Journey to the West“, für die Albarn den Score komponiert hatte. Und nun also „Everyday Robots“, das man trotz der skizzenhaften Doppel-EP „Democrazy“ von 2003 wohl als Albarns Debüt bezeichnen darf. Wie die zahlreichen Stationen seiner Karriere es nahelegen, präsentiert sich Albarn hier endgültig als von allen äußeren Erwartungen souverän gelöster Künstler. Die zwölf Songs experimentieren in Stimmung, Charakter, Struktur und Instrumentierung: zwischen introvertierten, einsamen Stücken wie „Lonely Press Play“ und „History Of A Cheating Heart“, dem fröhlichen „Mr Tembo“, dem in leiser Pracht schwelgenden „The Selfish Giant“, dem losen, traumhaften „You & Me“ und dem finalen Gospel von „Heavy Seas Of Love“ liegen keine Klüfte, sondern stets nur wenige Schläge desselben rastlosen Herzens, in dem ihre Geschichten zueinander finden. Dass Albarns faszinierend vielfältige (Selbst-)Entdeckungsreise damit abgeschlossen wäre, muss allerdings niemand befürchten. Hewlett und Albarn haben ihre Unstimmigkeiten beigelegt – ein neues Album der Gorillaz scheint nur mehr eine Frage der Zeit, und sogar neue Musik von Blur soll es irgendwann wieder geben, nachdem die Band im vergangenen Jahr auf einigen Sommerfestivals alte Hits gespielt und die Musiker so wieder zueinander gefunden hatten. Und dann wäre da ja noch die Zusammenarbeit mit Noel Gallagher. Es wäre nicht das erste Mal, dass Albarn die Musikwelt überrascht. Link zur Website: www.damonalbarnmusic.com

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