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BOLD THE MAGAZINE No.13

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ENTHUSIASMUS

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48 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | IM GESPRÄCH DIE ATOME VIVALDIS IM GESPRÄCH MIT MAX RICHTER AUTOR: F. REIP Die Berührung von Klassik und Pop ist kein Neuland für Max Richter: Sein sterbensschönes Stück „The Nature Of Daylight“ etwa wurde für Martin Scorseses Psychodrama „Shutter Island“ mit einer Vokalspur aus „This Bitter Earth“ zusammengeführt, einem Song der „Queen of Blues“ Dinah Washington aus den 1960er Jahren. Im Rahmen der „Recomposed“- Reihe hatte der Komponisten zuletzt vor anderthalb Jahren Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ dekonstruiert und von Geigensolist Daniel Hope und dem Konzerthaus Kammerorchester Berlin unter der Leitung von André de Ridder neu einspielen lassen. Die Aufnahme erscheint nun in einer Deluxe-Version. BOLD sprach mit Richter über die Aufnahmen, über die Bedeutung von Klassik und den Wert des Zuhörens ... Herr Richter: Denken Sie, dass Ihre Arbeit Türen in die Welt der klassischen Musik öffnet? Vielleicht tut sie das. Ich bin der Vorstellung von Grenzen in der Musik müde. Ich habe schon immer alles Mögliche gehört – elektronische Musik, Punk, Postrock, Jazz, Klassik – und sehe da eine natürliche, durchgehende Verbindung. Ein Effekt des Downloadens ist, dass die Menschen nun vielfältiger Musik hören als früher. Sie sind generell offener, als die Marketing-Abteilungen denken. Denn letztlich sind Musikrichtungen Marketing-Kategorien. Musiker arbeiten hingegen ganz natürlich über diese Grenzen hinweg. Welchen Wert kann klassische Musik heutzutage haben? Sie symbolisiert eine andere Art und Weise, über Musik nachzudenken. Es geht weniger um Sounds, Gesten, Lyrics: Es ist Musik als Text. Die Musik erschließt sich erst über längere Zeit, Geschichten werden anders erzählt, denn es steht eine Unmenge an Informationen zur Verfügung – sofern man bereit ist, Zeit mit der Musik zu verbringen. Klassik operiert auf einer anderen Timeskala. Wie erschließt sich all dies Menschen, die keine traditionelle Ausbildung in klassischer Musik genossen haben? Man muss lernen zuzuhören. Wie man lernen muss, wie Kino, kontemporäre Kunst oder Bildhauerei funktionieren, so ist es auch mit der Klassik: Man muss erst seinen Zugang finden. Natürlich kann Klassik auch ganz unmittelbar beeindrucken, aber abseits des Adrenalinstoßes der Klänge findet innerhalb dieser Musik auch eine andere Art Konversation statt – und deren Sprache muss man erst ein wenig erlernen. Wenn man als Kind ein Instrument lernt, hilft das natürlich. Sprechen wir über Ihre Neubearbeitung von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ – welche Hürden hatten Sie bei der Arbeit daran zu nehmen? Die Schwierigkeit lag im Konzept der „Recomposed“-Reihe selbst. Die bislang an der Reihe beteiligten Künstler haben das

KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | IM GESPRÄCH BOLD THE MAGAZINE | 49 Fotos: E. Weiss, Deutsche Grammophone Max Richter bei Aufnahmen im Studio.

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