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BOLD THE MAGAZINE No.14

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LEIDENSCHAFT

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10 | BOLD THE MAGAZINE EINSTIEG | LEIDENSCHAFT ERGREIFENDE EMOTION LEIDENSCHAFT AUTOR: H. G. TEINER Einer so schillernden Angelegenheit wie der Leidenschaft steht eine unbedingt vielschichtige Betrachtungsweise zu: „Keine andere literarische Form als das Essay – der „Versuch“ – ist angemessen, sich diesem Phänomen anzunähern, dessen Wahrnehmung zudem durch allerhöchste Subjektivität gekennzeichnet ist. Der analytische Blick auf dem Hintergrund mehrerer unterschiedlicher Disziplinen wie der Literaturgeschichte, der Bildenden Kunst, Theologie und Philosophie sowie der aktuellen psychologischen Fachliteratur bringt zutage, dass die Leidenschaft keineswegs nur eine helle, leichte Seite hat, sondern auch eine dunkle, abgründige. Erst, wenn beide Seiten zu ihrem Recht kommen, kann Leidenschaft sich in ihrer Ganzheit entfalten“, stellte die Autorin C. Juliane Vieregge fest und schrieb das Buch „Die Perle in der Auster“. Versuchen wir also uns der Leidenschaft auf verschiedenen Wegen anzunähern ... „Wir designen keine Fahrzeuge – wir kreieren Gefühle. Jedes Detail, das wir gestalten, alles was wir tun, verfolgt nur ein Ziel: Leidenschaft zu wecken.“ Das emotional ausgerichtete Werben eines großen deutschen Automobilherstellers (BMW) verspricht dem empfangsbereiten Käufer, dass sein Design nichts weniger sei, als der Beginn einer langen Leidenschaft – der Start in die Freiheit, ins Abenteuer – voll faszinierender Schönheit. Eine Begeisterung, die Herzklopfen auslöst und Emotionen weckt, und dass trifft auch genau den Kern der Sache: Wir kaufen kein einfaches Fortbewegungsmittel, sondern erweitern und bereichern unsere persönlichen Gefühls- und Erlebniswelt. Die Krone der Sache, ist die Leidenschaft: Sie überwindet die berechnende Rationalität, um uns in die Höhen der überschwänglichen Freude zu führen. „Nehmt die Liebe weg, und es bleiben keine Leidenschaften – setzt sie hinzu, und sie werden alle wieder geboren.“ Der Bischof Jacques Bénigne Bossuet zeigt mit seinen Worten aus dem 17. Jahrhundert einen unleugbaren Zusammenhang unmissverständlich auf: Die modernen Unternehmensabteilungen für Human Resources suchen Bewerber und

EINSTIEG | LEIDENSCHAFT BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | 11 schließlich Mitarbeitende, die mit Leidenschaft, und wohl auch mit Liebe in irgendeiner Form, für das Unternehmen, für das Produkt brennen. Der eingangs beschriebene Autobauer (BMW) führt indes auch das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland an – das ist kein Zufall: So hat das Unternehmen klare Anforderungen für seine Mitarbeiter formuliert und die Personalleitung kommuniziert eindeutig, dass man Leidenschaft für sein Thema mitbringen muss, um im Unternehmen erfolgreich Karriere zu machen. Engagement, Begeisterung und Leidenschaft zählen heute zu den bevorzugten und kaum erlernbaren Grundeigenschaften des zukünftig Mitarbeitenden, fehlende Detailkenntnisse können dagegen meist in der beruflichen Praxis ergänzt werden. Kurt Tucholsky hatte in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts davon nichts geahnt, er schrieb noch in Verkennung der wirtschaftlichen Ernsthaftigkeit: „Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.“ „Leidenschaft ist eine Art Fieber des Geistes, das uns schwächer verlässt, als es uns vorgefunden hat.“, so schreibt William Penn in „Früchte der Einsamkeit“. Ein leidenschaftlicher Kuss ist nicht zwangsweise, jedoch oft das Entrée einer innigen Affäre oder Beziehung. Sinnliche Körpercodes werden gesendet und empfangen. Hormone werden ausgeschüttet, welche die leidenschaftliche Begierde noch mehr befeuern. Nicht zuletzt der Hinweis: Innige Küsse und der Austausch fremder Bakterienstämme wirken sich insgesamt positiv auf Körper und Seele aus, indem das Immunsystem gestärkt, der Kreislauf trainiert und die Zähne vor Karies geschützt werden. Und schlank macht es auch noch: Ein zwei Minuten langer leidenschaftlicher Kuss verbraucht fünfzehn Kalorien, so viel wie einhundert Meter Joggen. Und aufgepasst, damit es am Ende nicht doch stressig wird, sollte man sich den Spruch des Dichters Franz Grillparzer zu Herzen nehmen: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“

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