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BOLD THE MAGAZINE No.14

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58 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | IM GESPRÄCH Daniel Schmahl und Johannes Gebhardt spielen Stücke aus „Back To Bach“.

KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | IM GESPRÄCH BOLD THE MAGAZINE | 59 Mit dem Album „Back To Bach“ näherten Sie sich Bach aus zeitgenössischer Perspektive. Wie kam es dazu? Ich hatte bereits während des Studiums eine Zeit lang im Brass-Quintett gespielt. Wir hatten ein Programm namens „Fünfmal Blech von Bach bis Beatles“. (lacht) Als ich mich dann auf meine Solokarriere konzentrierte, suchte ich lange nach einem Organisten, der mit mir auch jazzige Sachen spielen konnte. Schließlich, im Jahr 2002, wurde ich zu einem Festkonzert in der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn in Leipzig eingeladen: „Organ meets Jazz“! Mir verging Hören und Sehen – es war einzigartig! Johannes Gebhardt wurde an dem Abend verabschiedet, denn er ging als Dozent nach Greifswald – und das lag bei mir ums Eck! Ich dachte mir: „Den krallst du dir!“ Gesagt, getan! (lacht) Vom klassischen Trompeter zum Jazzer – das geht sicher nicht ohne Weiteres? Ich konnte ja nicht improvisieren! Ich nahm also Stunden, stieg in den Jazz ein und transkribierte viele der großen Improvisationen – ein riesiger Aufwand, aber man lernt wahnsinnig viel. Mein musikalischer Horizont erweiterte sich enorm. Bei der Arbeit für die CD fingen wir dann modern an und gingen musikgeschichtlich und kompositorisch „zurück zu Bach“. Ein Drittel war reine Romantik, ein weiteres Barockmusik. Das letzte Drittel bestand aus jazzigen Sachen, von Miles Davis etwa, sowie eigenen Stücken. Als wir diese aufnahmen, wurde mir klar: Die nächste Platte muss voll von eigenen Sachen sein! Wo lagen die Zusammenhänge? Zum einen ging es um Stimmung und Emotionen, zum anderen um Bezüge in der Biografie, in Kompositionsstil und Technik. Miles Davis z. B. war die Musik Bachs sehr gut bekannt, und er hat das in seinen wenigen Interviews auch durchblicken lassen. Und bei der Improvisation des Stückes von Davis konnten wir Techniken verwenden, die auch Bach eingesetzt hatte. Was ist beim aktuellen Album „Chattin’ With Bach“ anders? Es besteht fast ausschließlich aus Eigenkompositionen von Johannes Gebhardt oder David Timm. Sie beschäftigen sich in jazziger Tonsprache mit Themen von Johannes Sebastian Bach. Und die Besetzung ist größer, neben Orgel und Trompete sind nun auch Percussion und Bassgitarre vertreten ... ich wollte schon immer meine eigene Rockband haben! (lacht) Wie ist das mit dem Improvisieren – wie viel ist Ausprobieren, wie viel Geistesblitz? Es ist jahrelange Arbeit. Mein Improvisationslehrer Joachim Hesse, der selbst ein hervorragender Trompeter ist, hat das Improvisieren mit einem Werkzeugkoffer verglichen: Am Anfang hat man vielleicht Hammer, Schraubenzieher und Zange – das langt zwar, klingt aber sehr einfach und ist musikalisch auch irgendwann erschöpft. Deshalb möchte man irgendwann 100.000 Teile in dem Koffer haben, auf die man dann in Sekundenbruchteilen zugreifen kann. Erzählen Sie uns etwas von den Stücken auf „Chattin’ With Bach“. Die „Toccata in 7“ bezieht sich auf die „Dorische Toccata“, in der Bach einen sehr tanzbaren, fast schon Balkan-Beat-ähnlichen Rhythmus schuf. Das dritte Stück, „Base Of Bach“, bezieht sich in seinem Motiv auf den letzten Satz des Zweiten Brandenburgischen Konzerts. Das Stück „Bist du bei mir“ von David Timm ist eine Jazzballade über die herrliche gleichnamige Arie, was man auch sofort erkennt. Und der „Jesus Groove“ bezieht sich auf die Motette „Jesu meine Freude“ – ein bisschen versteckter vielleicht, aber nach zweimal Hinhören weiß man, worum es geht. Wie hat sich Ihr Bild von Bach durch die Arbeit verändert? Welche (neuen) Facetten haben Sie entdeckt? Man entdeckt jeden Tag neue Seiten an diesem großartigen Komponisten. Ich beschäftige mich ja immer wieder mal mit neuen Stücken – es ist ein nicht endender Prozess. Und jedes Mal bin ich wieder baff, was und wie der Mann so komponiert hat. Es ist unglaublich, nicht nachvollziehbar! Du denkst, du hast alles gehört und kennst alles, und dann guckst du einmal genauer hin – und entdeckst doch wieder etwas ganz Eigenes. Bach ist mein Hero. LINK ZUM KÜNSTLER: www.daniel-schmahl.de

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