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BOLD THE MAGAZINE No.15

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58 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | IM GESPRÄCH FACES OF TALENT TILL BRÖNNER AUTOR: F. REIP Till Brönner ist fraglos einer der größten Stars, die der Jazz hierzulande in der jüngeren Vergangenheit hervorgebracht hat. Jetzt veröffentlicht der Trompeter mit „The Movie Album“ eine Zusammenstellung seiner Interpretation von Filmsong-Klassikern. Fast zeitgleich erscheint ein imposanter Fotoband mit Künstler- Portraits. Mit BOLD spricht Brönner über beide Projekte und erzählt, warum er wohl ein schlechter Schauspieler wäre, aber trotzdem großer Kino-Fan ist ... Herr Brönner, was ist Ihre früheste Erinnerung ans Kino? Das Disney-Dschungelbuch – ein genialer Film für Kinder und Erwachsene, in dem die Musik fast die größte Rolle spielte. Das war für einen Jungen mit bereits spürbarem Hang zur Musik ein Initialmoment. Hatten Sie diese Erinnerung während der Aufnahmen zu „The Movie Album“ mal im Kopf? Bis man ein solch großes Projekt angeschoben hat und mit allen Musikern im Studio steht, sind die wichtigen Schlüsselimpulse bereits vorbei. Man muss sofort und sehr professionell zur Tat schreiten, um am Ende an die hundert Künstler und die Technik zu koordinieren, damit es eine CD gibt. Es hilft dabei die jahrelange Erfahrung, doch ohne den Moment der Inspiration und geradezu kindlichen Vorfreude geht es nie – der ist die Voraussetzung für ein gelungenes Projekt. Erinnern Sie sich an einen Schlüsselmoment, der die Idee, Filmhits auf der Trompete zu spielen, in Bewegung gesetzt hat? Also die Trompete hat im Film traditionell schon immer einen festen Platz gehabt. Unzählige Melodien und Momente fallen mir da ein. Da liegt es nahe, sich diesem Thema zu nähern. Eigentlich ist es komisch, dass ich da nicht schon früher zur Tat geschritten bin. Aber wie es so häufig ist: Projekte kommen einfach irgendwann zu dir und selten umgekehrt. Warum haben Sie sich für die einzelnen Stücke auf dem Album entschieden? Nicht alle Stücke und Songs sind explizite Trompeten-Assoziationen. Aber ohne sie geht es natürlich auch nicht. „Der Pate“ von Coppola ist so ein Beispiel, das mir sofort einfiel. Ansonsten sind es vor allem Musiken, die noch Melodien aufweisen, echte Kompositionen, die einem Film oft zu Unsterblichkeit verhalfen. Nennen Sie mir heute mal einen Film, dessen Liebes- oder Hauptthema zum Welthit wird. „My Heart Will Go On“ aus dem Film „Titanic“ oder „Happy“ aus „Despicable Me“ sind Beispiele, die aber letztlich die Regel bestätigen. Die meiste Film-Musik heutzutage besteht aus dramatischem Sound-Design, das zur Verdichtung des Erlebens beitragen soll, Eigenqualitäten oder -strukturen aber besser vermeidet. Was ich auf dem Movie-Album spiele, funktioniert auch ohne bewegte Bilder, und deswegen rückt meine Interpretation wieder in den Vordergrund.

KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | IM GESPRÄCH BOLD THE MAGAZINE | 59 Wie lief die Vorbereitung ab? Haben Sie sich Soundtracks der Aufnahmen besorgt und zu diesen improvisiert? Oder haben sie diese zunächst selbst mit eigenen Notizen transkribiert? Man merkt schnell, ob ein Stück die Struktur aufweist, die einen reizt. Andere Stücke sind kniffliger und eine Herausforderung. Man kann an ein solches Projekt herangehen wie ein Metzger und alles auseinander sezieren und neu zusammensetzen, bis man nur noch mit der Lupe erkennen kann, was es mal war. Für viele Kunstfans ist das reizvoll. Aber ist es nötig ? Selten. Ich wünsche mir, dass man die Melodien erkennt und mich auch. Länger als ein paar Sekunden sollte man dafür nicht benötigen. Haben Sie sich die entsprechenden Filme gar noch einmal angesehen? Manche ja, andere kannte ich so gut, dass ich sie jederzeit mitbeten könnte. Ich muss ja keine Rolle lernen, sondern ich selbst bleiben dabei. Das halte ich für einen großen Vorteil. Ich fürchte, ich wäre ein schlechter Schauspieler. Wie stark und inwiefern weichen Ihre Interpretationen von den Originaleinspielungen ab? Die härteste Nuss war „My Heart Will Go On“. Diesen Dampfer sah ich ein zweites Mal untergehen, denn es war einfach nicht stark zu verändern, ohne lächerlich zu klingen. Wir näherten uns dann komischerweise immer mehr dem Original an und sahen keinen Sinn darin, es so aufs Album zu nehmen. Dann ließen wir auf den letzten Drücker einfach mal die unerträgliche irische Flöte weg - die Seele des Stücks und wahrscheinlich des Films. Tadaaah - das Problem war nahezu gelöst. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auf einigen Songs arbeiten Sie mit Gastsängern. Wie kam es hier jeweils zur Zusammenarbeit und warum haben Sie sich für bestimmte Stimmen entschieden? Gregory Porter ist ein großartiger Künstler und einer der umgänglichsten Menschen die ich kenne. Ihm „Stand by Me“ zu geben, war ein „No Brainer“, wie man in den Staaten sagt. Ich wusste sofort, dass ihm das liegt. Lizzy Cuesta singt „Moon River“ so wunderschön anders, als dieses Lied jemals gesungen wurde – heutig und ihrem Alter entsprechend. Joy Denalane ist seit Jahren eine Kollegin, die ich extrem schätze. Wir waren zusammen auf Tour und mögen uns sehr. Sie ist bekennender Jazzfan, ihre eigene Musik hat dort ihre Wurzeln. Ihr Mann Max Herre und seine vortreffliche Band sind mir ebenfalls sehr nah. Erinnern Sie sich an den einen oder anderen besonderen Moment aus den gemeinsamen Aufnahmen? Glücklicherweise war ich fast immer physisch im Raum – eine Arbeitsweise, die ich nach wie vor präferiere. Über Details zu den Aufnahmen spreche ich grundsätzlich nicht. Das ist ein Terrain, dem Zauber innewohnt. Diesen sollte man unter allen Umständen wahren. Was bedeutet Ihnen Film ganz allgemein? Ein guter Film bedeutet Lebenshilfe und Inspiration – ein schlechter fördert meinen Schlaf. Ich bin also großer Fan. (lacht) Haben Sie einen Lieblingsfilm? „Wie spät ist es“ mit Marcello Mastroianni und Massimo Troisi. Was war der letzte Film, den Sie sich im Kino angesehen haben? Es war „Transformers“ und irgendwann bin ich wieder aufgewacht ... Mit „Faces Of Talent“ veröffentlichen Sie dieser Tage auch einen imposanten Portrait-Band. Was war hierfür der Auslöser? Ich fotografiere seit Jahren intensiv, habe mal vor Jahren von Leica eine Kamera zur Verfügung gestellt bekommen. Das war mein Einstieg in eine der schönsten Tätigkeiten neben dem Musikmachen. Heute portraitiere ich Künstler, die ich auf Festivals und Konzerten treffe. Sämtliche Aufnahmen sind in Schwarz- Weiß – warum haben Sie sich für dieses Stilmittel entschieden? Ich liebe Konsequenz. Man kann dieses Buch auch in eingen Jahren noch ansehen und wird nicht denken, dass es aus einer anderen Zeit stammt. Zudem zeigt Schwarz-Weiß für mich stärker, ob es dieses eine Bild

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