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BOLD THE MAGAZINE No.16

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42 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | SEHENSWERT THE OWN STYLIZATION SELBSTAUSLÖSER AUTOR: H. G. TEINER Selfies sind der unübersehbare Trend des modernen Smartphone-Fotografierens. Mit speziellen Objektiven ausgerüstete und als explizit für das perfekt kontrollierte Selbstbildnis ausgewiesene Selfie- Phones werden gerade auf den Markt gebracht. Bilder, die die Welt oft nicht braucht und doch werden sie massenweise über Facebook, Twitter, Instagram und Co weltweit präsentiert. Die Ursprünge von Selbstbildnissen liegen weit zurück und sind schon bis in die Kunst der bemalten Leinwand zurückzuverfolgen. Das Selbstporträt, das jahrhundertelang als kunsthistorische Kategorie galt, wurde im Umfeld der Social Media zum omnipräsenten Phänomen der Populärkultur. Die Ausstellung „Selbstauslöser“ erforscht den performativen Akt der Selbstaufnahme anhand von Fotografien wie auch von Filmen, Videos, Kleinbildprojektionen, Künstlerbüchern und Performances. 27 Künstler und Künstlerinnen aus vier Generationen zeigen mit rund achtzig künstlerischen Arbeiten ein breites Spektrum des Phänomens auf und erzählen die Geschichte der fotografischen Selbstbildnisse. Der Selbst- auslöser fungiert dabei als operatives und symbolisches Werkzeug des Aufbegehrens, das weniger dem Drang nach Selbstdarstellung als vielmehr dem Akt der bewussten Selbststilisierung dient. Die Praxis des Sich-selbst-Fotografierens steht dabei in Wechselwirkung mit den technischen Entwicklungen. Dies zeigt sich beispielsweise in einem im Bild sichtbaren Auslösekabel, im funkgesteuerten Fernauslöser in der Hand oder einfach in dem ausgestreckten Arm, die Hand drückt offenbar den Auslöseknopf. Der Blick in die Kamera schafft Distanz zu sich selbst, dient dabei auch der Überprüfung des Selbst. Es entwickelt sich ein besonderes visuelles Verhältnis von Subjekt und Welt. Selfies mögen mit ihrer Ähnlichkeit zum Selbstporträt formal die Geschichte des fotografischen Selbstporträts fortschreiben. Anders als die Momentaufnahmen aus dem aktuellen Medienphänomen, die in ihrer medialen Verbreitung auch zum Kontrollverlust über das eigene Bild führen können, reflektieren die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten ihre eigene selbstbewusste Medialität. Das Foto ist hier Teil eines Kunstpro- zesses, bei dem sich die fotografischen Objekte in einer Transformation befinden; die Fotografie wird als Aufzeichnungsinstrument eines Erkenntnisprozesses eingesetzt. So wie in „Valie Exports Körperkonfigurationen“ (1972 - 1982), hier wird der fotografische Akt zur performativen Geste der Einschreibung des eigenen Körpers in die Welt. Renate Bertlmann setzt die Kamera als Alter Ego ein, in den Serien „Verwandlungen“ (1969) und „Renée ou René“ (1977) spielt sie mit Rollenbildern. Peter Weibel wird in „Selbstportrait als Frau“ (1967) mithilfe von weiblichen Versatzstücken für die Dauer der Aufnahme zum weiblichen Pendant. In ihren Collagen betreibt Katrina Daschner eine Maskerade als Spiel mit sozialen Klischees, und Anja Manfredi setzt in seriellen Studio-Shootings wie „Verbeugen & Applaus“ (2006) den eigenen Körper in Szene. Selbstauslöser Bis: 15. März 2015 Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg 32, 5020 Salzburg www.museumdermoderne.at

KUNST & KULTUR | SEHENSWERT BOLD THE MAGAZINE | 43 Laurel Nakadate „Aus der Serie 365 Days: A Catalogue of Tears, 2011“ (C-Print, Courtesy of Leslie Tonkonow Artworks + Projects, New York)

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