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BOLD THE MAGAZINE No.17

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KREATION

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44 | BOLD THE MAGAZINE MODE | IM GESPRÄCH

MODE | IM GESPRÄCH BOLD THE MAGAZINE | 45 schreiben, und nun fand ich mich auf einer Party in einem Casino wieder – und liebte es! Warum nicht? Dabei hatte ich damals nicht den leisesten Schimmer, mit wem ich da auftrat: Russ Landau etwa, der zu der Zeit mit Judy Garland arbeitete und später zum preisgekrönten TV-Komponisten wurde, oder die Bläsersektion, die schon mit Tower Of Power gespielt hatte. Im Grunde bestand die ganze Band aus Stars! Ich bin wahnsinnig froh, dass ich offen genug war, diesen Gig anzunehmen – unglaublich viel hat sich daraus entwickelt! Der Auftritt wurde im Grunde zum formativen Moment Ihrer im besten Sinne grenzenlosen Kreativität ... Ganz genau. Musik ist doch eine universelle Sprache. Das mag nach einem Klischee klingen, aber ich glaube fest daran. Bach hatte eine Kantate pro Woche bei der Kirche abzuliefern, das war sein fester Job – aber er hat auch Tanzmusik geschrieben, die im Grunde für Partys gedacht war – genau wie die Lieder von Schubert, für die sich die Menschen heute einen steifen Anzug anziehen und dazu am Champagner nippen. Ich weiß nicht, wieso die Gesellschaft Musik zu so etwas Elitärem gemacht hat. Gerade in Deutschland trennt man ja so gern zwischen ernster und Unterhaltungsmusik – ich halte das für großen Mist! Auch Wien kann sehr elitär sein – was gefällt Ihnen an der Stadt? Als ich das allererste Mal hier war, war ich überwältigt. Ich konnte mir all die Häuser ansehen, in denen die großen Musiker gelebt und gearbeitet hatten, mir Konzerte im Musikverein anhören. Hier herrscht eine sehr inspirierende Atmosphäre. Dabei spielt auch die Kaffeehauskultur eine Rolle, weil man so den Spaß in seine Arbeitswelt hineinlässt. Das halte ich für sehr gesund. Außerdem ist es toll, dass man in zweieinhalb Stunden in den Bergen ist. Ich liebe es, mit meinem Lotus die offene Straße zu genießen, die Vibrationen und die Energie zu spüren. Verspüren Sie je Heimweh, vermissen Sie Brasilien? Natürlich, sehr sogar! Es gibt ein paar Strände, an die ich mich noch aus meiner Kindheit erinnere, und diese werden immer magische Orte für mich sein. Leider bin ich nicht so oft in Brasilien aber wenn ich zurückkehre, fühlt es sich an, als sei ich nie fort gewesen. Die Dinge laufen dort auf eine sehr amüsante Weise, gerade im professionellen Bereich, unglaublich chaotisch – das hat seinen eigenen Charme. In „Amazonia“, einer Ihrer frühesten Arbeiten, widmeten Sie sich Ihrer Heimat ganz konkret. Worum ging es Ihnen dabei? Das Stück ist eine symphonische Tondichtung. Ich flog eines Tages von New York nach Brasilien, und wir waren gerade über dem Amazonas, als ich aufwachte. Der Himmel war ganz klar, man sah alles – und ich hatte sofort diesen Sound in meinem Kopf. Ich musste ein Stück über diese Schönheit schreiben. Zugleich war es auch ein Protest gegen die komplett deregulierte Erschließung des Regenwalds, was damals wie heute ein sehr großes Thema ist. Insbesondere in der Rezeption von „Amazonia“ wurden Sie häufig mit Ihrem Landsmann Ricardo Villa-Lobos verglichen. Wie reagieren Sie darauf? Das ist eine sehr gute Frage. Einerseits hatte ich mich mit der Musik von Villa-Lobos zu diesem Zeitpunkt noch kaum beschäftigt – auch wenn man als Brasilianer manches natürlich einfach kennt. Andererseits: Wenn man sich die Musik jetzt anhört, stimmt es schon: Wir haben einfach die gleichen Dinge gehört, Straßenmusik etwa oder Folksongs, und einige dieser Sounds fließen vielleicht wirklich durch unsere Adern. Generell ist es eine große Ehre, mit einem solchen Musiker verglichen zu werden. Das Leitthema dieser Ausgabe lautet „Kreation“, welche Bilder und Gedanken kommen Ihnen hierzu in den Sinn? Ich denke, es geht darum, eine Idee oder den Funken einer Inspiration in etwas Konkretes zu verwandeln, das man dann auch mit anderen teilen kann. Wenn ich Musik schreibe, betrachte ich sie nicht als die meine – sie gehört allen Menschen. Ich habe nur das Glück, diese Gabe geschenkt bekommen zu haben. WEITERE INFORMATIONEN: www.miguelkertsmancomposer.com

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