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BOLD THE MAGAZINE No.30

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PROGRESSION

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48 | BOLD THE MAGAZINE ART | SEHENSWERT Es ist das wichtigste Radrennen der Welt und eine der größten internationalen Sportveranstaltungen: Herausfordernde Strecken, sportliche Grenzerfahrungen, heldengleiche Fahrer und nicht zuletzt die leidenschaftlichen Fans. Sportler und Zuschauer sind bei keiner anderen Sportart so eng räumlich miteinander verbunden, wie hier. Die Fahrer der Tour de France werden von einer Woge der Begeisterung getragen. Ewige Verlierer schreiben hier genauso Tourgeschichte wie die strahlenden Sieger. Zum Grand Départ der diesjährigen Tour de France, der ersten Etappe mit dem 14 km Einzelzeitfahren in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, präsentiert das NRW-Forum die Ausstellung „Mythos Tour de France“. Eine internationale Gruppenausstellung mit Fotografie- Legenden wie Robert Capa, John Vink, Andreas Gursky oder Reinhard Mucha, Stephan Vanfleteren, Tim Kölln und vielen weiteren Fotografen. 1903 von der Sportzeitung L’Auto gegründet, war die Tour de France von Anfang an auch ein mediales Ereignis und eng mit dem Journalismus verbunden. Die Tour de France steckt voller Mythen, Legenden und Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis, nicht nur der Franzosen, eingebrannt haben. Archaisch anmutende Kämpfer, Schweiß, Emotionen ohne Ende, Leiden, Tränen und Triumphe. Die unterschiedlichsten fotografischen Positionen verleihen dieser Ausstellung einen riesigen Spannungsbogen: Aus der Perspektive der Fahrer hat der französische Fotograf Laurent Cipriani seine Serie „Along the Road“ (2013 - 2015) aufgenommen. Auf dem Rücksitz eines Motorrads fuhr er für The Associated Press die Rennstrecke entlang, nur einige Minuten vor den Fahrern, und hielt den Moment der Spannung auf das bevorstehende Ereignis fest. Seine Bilder machen die wartenden Zuschauer am Rand der Tour zum eigentlichen Ereignis. Als eine der großen Radsportnationen hat Belgien einige der berühmtesten Fahrer der Welt hervorgebracht, wie den fünffachen Tour-Sieger Eddy Merckx, der heute als der größte Rennfahrer der Radsportgeschichte gilt. Der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren präsentiert mit der Serie „Flandrien“ neben Eddy Merckx sieben weitere Porträts der größten belgischen Radsporthelden. Timm Köllns Projekt „The Peloton“ zeigt berühmte Fahrer kurz nach dem Zieleinlauf: Seine Porträts sind ein intimer und unverstellter Blick auf die Sportprofis. Die Serie „Peloton Legs“ rückt das Kapital der Fahrer, ihre Beine, in den Mittelpunkt; die Fotos zeigen sie überlebensgroß auf den Wänden, der Betrachter muss an ihnen hochblicken. Andreas Gurskys „Tour de France I“ von 2007, eine über 2x3 Meter große Arbeit, zeigt das Tour-Spektakel aus weiter Entfernung, von einem erhöhten Standpunkt aus, als einen komplexen Gesamtorganismus, welcher sich die Serpentinen einer Bergstraße hinaufbewegt: die Fahrer, die Fans, die Medien, sie alle als winzige Figuren, eingebettet in die endlos scheinende Landschaft. Den wohl berühmtesten Fehltritt eines Fans hat Otto Berchems Arbeit „Eric the photographer‘s 00:10:48 seconds of fame“ zum Thema. Die Installation aus Text, Fotografie und Video basiert auf einer wahren Geschichte, nach der der Fahrer Giuseppe Guerini bei der Tour de France 1999, nur wenige Meter vor der Ziellinie, von einem Fan zu Boden gerissen wurde, als dieser versuchte, ein Foto zu machen. Trotz des Unfalls gewann Guerini die Etappe. Das Musikvideo „Tour de France“, der Kultband Kraftwerk, zum Album von 2003, ist in der Ausstellung zu sehen und zu hören, ebenso wird Louis Malles Filmklassiker „Vive Le Tour“ von 1962 in Dauerschleife gezeigt. Der französische Filmemacher hat in seinem ausgezeichneten Dokumentarfilm auch die Gegenbilder des Mythos eingefangen: Verletzte und erschöpfte Fahrer, randalierende Fans, beginnende Dopingskandale. Die Ausstellung verwebt unterschiedliche narrative Fäden und künstlerische Perspektiven und erforscht die Frage: Wie wurde die Tour zum Mythos? Fahrerporträts, Filmdokumentationen, Installationen, Landschaftsaufnahmen und Stimmungsbilder – über 120 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern aus mehr als 80 Jahren Tour-Historie erlauben erstaunlich tiefe Einblicke in die Seele der Tour. Mythos Tour de France Bis: 30. Juli 2017 NRW-Forum Düsseldorf Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf www.nrw-forum.de

ART | SEHENSWERT BOLD THE MAGAZINE | 49 Foto (Ausschnitt): T. Kölln „Damiano Cunego“

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