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BOLD THE MAGAZINE No.36

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ANSPRUCH SPECIAL TOPIC: CAR | EXKLUSIV IM INTERVIEW: MIKE TYSON | IM GESPRÄCH: JAMES McAVOY | FASHION: THE BOLD COLLECTION BY CG – CLUB OF GENTS | ELECTRIC IN MOTION | CHINA EXPERIENCE | VIETNAM | DUBAI

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38 | BOLD THE MAGAZINE IM INTERVIEW | MIKE TYSON MIKE TYSON EXKLUSIV IM INTERVIEW INTERVIEW & AUTOR: R. LEO Ein Haudrauf der besonderen Art war Mike Tyson (51) schon immer. Der jüngste Boxweltmeister aller Zeiten prügelte seine Gegner reihenweise aus dem Ring und verdiente mehr Geld als jeder andere Sportler seiner Generation. Im Privatleben hingegen beförderte sich „Iron Mike“ mit steter regelmäßig selbst auf die Bretter. Er brummte Gefängnisstrafen wegen Vergewaltigung und Körperverletzung ab, verjubelte sein 300-Millionen-Dollar-Vermögen und musste 2003 Insolvenz anmelden. 2012 kehrte der in ärmsten Verhältnissen aufgewachsene Tyson zurück ins Rampenlicht – als Alleinunterhalter einer Comedy- Show, in der er sein turbulentes Leben auf die Schippe nimmt. Nach erfolgreichen Tourneen in Amerika tritt er damit nun auch in Deutschland auf. Beim Treffen mit BOLD ruht der ehemals so Unkontrollierte auf dem Ledersofa eines Nobel- Hotels in Berlin. Er wirkt gelöst. Die Aura der Unberechenbarkeit ist einer Sanftmütigkeit gewichen, der ewige Krieger ist geläutert. Nur die Maori-Tätowierungen erinnern noch an seine bissigen Zeiten. „Das Tier in mir ruht“, stellt Tyson dann auch gleich zu Beginn des Gesprächs klar, als wolle er sein Gegenüber beschwichtigen. Mr. Tyson, hinter jedem Erfolgsmenschen steckt ein Mentor. Ihr Lehrmeister hieß Cus D’Amato. Ihm haben Sie Ihr neues Buch „Eiserner Wille“ gewidmet. Eine biografische Underdog-Story – alternder Box-Trainer trifft 13-jährigen Straßenjungen und baut ihn zum Champion auf. Haben Sie sich oft gefragt, wie Ihr Leben ohne D’Amato verlaufen wäre? Ich wäre wahrscheinlich Mitglied in einer Straßengang geworden. Ganz sicher hätte ich noch vor meinem zwanzigsten Lebensjahr ins Gras gebissen. Cus bewahrte mich vor diesem Schicksal. Er war ja nicht nur mein Trainer, er war für mich der Vater, den ich nie hatte. Bevor ich Cus traf, hatte ich einen schweren Minderwertigkeitskomplex. Er war es, der mir einbläute, dass ich besser sei als alle anderen. Cus erklärte mir immer wieder, ich sei ein Gott. Er bejubelte mich und brach mich danach wieder. Das war seine Taktik, um mich zu motivieren. Sie beschreiben in dem Buch auch, wie er Sie mit der Aussicht auf Ruhm und Geld zu Höchstleistungen anspornte. Ich lebte bis zu meinen ersten Profi- Kämpfen von der Hand in den Mund. Als meine Mutter starb, war ich sechzehn und hatte nicht einmal genug Geld, um einen Sarg für sie zu kaufen. Nach ihrer Beerdigung bin ich los und brach in Häuser ein. Cus wusste, wie er mich packen konnte, wenn ich wieder kurz davor war, in alte Gewohnheiten abzugleiten und Mist zu bauen. Wir haben zusammen geträumt, genug Geld zu haben, um Villen zu kaufen, und dass dann alle mit offenem Mund dastehen würden. Stattdessen starb D’Amato 1985 mit 77 Jahren, noch bevor Sie zum ersten Mal Champion wurden. Stimmt es, dass er Ihren Aufstieg genauso vorhergesehen hatte, wie die vielen Dramen später in Ihrem Leben und Ihre Insolvenz 2003? Genau so war es. Nach meiner zweiten Scheidung hatte ich plötzlich über 30 Millionen Dollar Schulden, und das, nachdem ich 300 Millionen verschleudert hatte. 2003 habe ich Konkurs angemeldet, ich war völlig pleite, aber dann bekam ich plötzlich eine Rendite von 250.000 Dollar aus einer Kapitalanlage, die Cus vor seinem Tod mit seinen letzten 500 Dollar angelegt hatte. „Für den Fall, dass der Junge es nicht schaffen sollte.“ Ich bin in Tränen ausgebro-

IM INTERVIEW | MIKE TYSON BOLD THE MAGAZINE | 39 chen, ich hatte mein Leben ruiniert, doch er hatte das vorausgesehen, und noch aus dem Grab sorgte er für mich. Das hat mir wieder Hoffnung gegeben und mich wieder auf die Beine gebracht. Mr. Tyson, mit Verlaub: Ihre Insolvenz ist ebenso legendär wie Ihre Boxer-Karriere. Kaum ein Sportler vor Ihnen hat sein Vermögen so hemmungslos verprasst. In Ihren Villen hielten Sie sich Tiger in einem Privatzoo, Ihr Fuhrpark umfasste über 60 Luxus-Autos. Bereuen Sie, wie Sie mit Ihrem Geld umgegangen sind? Was ich alles erlebt und mitgemacht habe, ist nur schwer zu überbieten. In meinen 50 Jahren habe ich bestimmt zehn Leben gelebt. Ich habe mein Geld für Autos, Prostituierte, Villen und Schmuck rausgehauen, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Trotzdem fällt es mir schwer, all das zu bereuen. Ich wusste es damals einfach nicht besser. Ich war jung, dumm und steinreich. Ihr Boxer-Kollege George Foreman musste 1980 Konkurs anmelden. Er meinte danach, es gäbe für einem Mann nichts Schlimmeres als eine Pleite. Nichts wäre furchteinflößender und erniedrigender. Stimmen Sie dem zu? Nein. Es gibt schlimmere Dinge, die einen Mann zustoßen können, als Pleite zu gehen. Ich weiß noch, wie es sich anfühlte als meine Tochter Exodus 2009 mit vier Jahren gestorben ist. Sie wurde durch ein Kabel eines Laufbandes stranguliert. Ich war am Boden zerstört. In solch einem Moment verliert alles andere seine Bedeutung. Kein Geld der Welt hätte mir meine Tochter zurückgebracht. Obwohl ich in armen Verhältnissen aufgewachsen bin, hatte Geld für mich schon immer eher einen symbolischen als einen materiellen Wert. Ich war lange Zeit ein sehr wütender Mensch, und Geld half mir dabei, meinen Hass auf die Welt und auf mich selbst zu unterdrücken. Je reicher ich wurde, desto mehr verlor ich das Interesse an Geld. Es war einfach da und im nächsten Moment wieder weg. Sie haben zehn Jahre gebraucht, um aus der Insolvenz wieder herauszukommen. Das war zweifelsohne ein steiniger Weg, aber ich bin ihn gegangen. Ich drehte Filme und trat in Werbespots auf. Meine Kinder und meine jetzige Frau Kiki gaben mir die nötige Kraft, mich wieder hochzuarbeiten. Warum sind Sie nicht einfach wieder in den Ring gestiegen? Sie hätten es George Foreman gleichtun können, der nach zehnjähriger Ringpause erst einmal reihenweise Fallobst boxte, ehe er mit 45 Jahren noch einmal Weltmeister wurde und dadurch dreistellige Millionensummen verdiente. Für kein Geld der Welt wäre ich wieder in den Ring gestiegen. Das haben Ihre Vorgänger auch fast alle geschworen … Und sich nicht daran gehalten. Obwohl es der ein oder andere besser dabei belassen ICH HASSE BOXEN, WEIL ES EINEN SCHLECHTEN MENSCHEN AUS MIR GEMACHT HAT. hätte. Für mich stand fest: Ich werde niemals zurückkehren. Ich hasse Boxen, weil es einen schlechten Menschen aus mir gemacht hat. Als Sie Ihren ersten Titel gewannen, sind Sie mit dem Siegergürtel durch Ihr altes Viertel in Brownsville, Brooklyn gelaufen – jeder sollte sehen, was für ein Gewinner Sie sind. Der kleine Mike, der 38 Mal verhaftet wurde, bevor er überhaupt die Pubertät erreicht hatte, war plötzlich wer. Ein Champion. Und ein reicher Mann. Was war das für ein Gefühl, plötzlich alle Geldsorgen los zu? Ich fühlte mich wie der König der Welt. Die erste Million hat mein Leben verändert. Plötzlich wohnte ich in einer der Villen, von denen Cus und ich in den Jahren zuvor geträumt hatten. Es war ein einziger

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