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BOLD THE MAGAZINE No.36

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ANSPRUCH SPECIAL TOPIC: CAR | EXKLUSIV IM INTERVIEW: MIKE TYSON | IM GESPRÄCH: JAMES McAVOY | FASHION: THE BOLD COLLECTION BY CG – CLUB OF GENTS | ELECTRIC IN MOTION | CHINA EXPERIENCE | VIETNAM | DUBAI

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40 | BOLD THE MAGAZINE IM INTERVIEW | MIKE TYSON Rausch. Wie in einem Film. Ich dachte, ich habe es geschafft. Doch Geld bringt leider auch das Schlechte im Menschen zum Vorschein. Erst recht, wenn man berühmt ist. Ich wurde ein richtiges Arschloch. Ich war niemals verrückt nach Geld. Aber das Geld hat mich verrückt gemacht. Für welche verrückten Dinge haben Sie Ihr Geld besonders gern ausgegeben? Für Autos. Ich weiß noch, wie ich im Frühjahr 1986 James Smith besiegte und WBA-Champion wurde. Ich war 20 und wollte mir unbedingt einen Rolls Royce anschaffen. Ich hatte die Kaufpapiere des Rolls Royce Händlers schon vorliegen. Aber mein damaliger Manager meinte: „Was willst du mit einem Auto, wenn du nicht mal fahren darfst? Warte, bis du 21 bist.“ Also stand ich am 30. Juni, meinem Geburtstag, pünktlich um 10 Uhr morgens beim Händler auf der Matte und kaufte mir mein Traumauto: einen blauen Rolls Royce Silver Spur für 119.500 Dollar. Ich habe wirklich eine Menge Geld zum Fenster hinausgeworfen, aber diesen Kauf werde ich niemals bereuen. Ein Jahr später holte ich mir gegen Tony Tucker den IBF-Titel und belohnte mich dafür mit einem Rolls-Royce Corniche. Der kostete dann schon 165.000 Dollar. Irgendwie musste ich das Geld ja loswerden. (lacht) Unter den Sportler-Pleitiers befinden sich auffallend viele Boxer. Haben Sie dafür eine Erklärung? Zunächst mal, weil sie ungebildet sind. Boxer kommen nun mal nicht von der Universität. Boxen ist so ziemlich die einzige Sportart, in der es ein Ghetto-Kind aus Brownsville, Brooklyn zum Multi- Millionär schaffen kann. Dafür ist Talent erforderlich. Talent macht dich reich, aber es macht dich nicht klug. Als Boxer musst du dich in einem Raum voller Geschäftsleute genauso souverän bewegen können, wie im Boxring. Sonst wirst du abgezockt. Berater, Manager, Promoter, alle sind sie hinter deinem Geld her. Während du deine Birne im Ring hinhältst, sahnen sie ab. Der zweite Punkt ist die Vorsorge. Damit haben es die Boxer nicht so, die meisten denken nur von Kampf zu Kampf, dabei ist es extrem wichtig, sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Das habe ich damals nicht kapiert. Auch an Ihnen haben sich etliche Promoter und Berater eine goldene Nase verdient – weil Sie zu oft den falschen Leuten vertraut haben? Absolut, aber das ist ein generelles Problem bei Profisportlern. Wir schenken Managern und Beratern zu früh unser Vertrauen. Dabei ist Vertrauen etwas, das man sich verdienen muss. Ich hatte Finanz-berater, die mir gezeigt haben, wie ich Geld steuersparend ausgebe, aber nicht, wie man Geld vernünftig investiert und nachhaltig anlegt. Welche Lehren haben Sie aus dieser Erfahrung gezogen? Vertraue niemals einem Berater und nimm deine Geldanlage selbst in die Hand? Nein, dafür kenne ich mich noch immer nicht gut genug mit der Materie aus. Ich habe Finanzexperten, die für mich arbeiten. Aber ich bin misstrauischer geworden. Um meine Bankangelegenheiten kümmert sich meine Frau Kiki. Sie schaut auch den Beratern auf die Finger. Ich will genau wissen, wie und wo mein Geld angelegt wird. In welchen Bereichen investieren Sie heute? Aktien und Immobilien, statt Autos und Pelzmäntel? Richtig. Ich habe einen Teil meines Vermögens in Immobilien investiert, weil die Mieten ein wiederkehrendes Einkommen sichern. Außerdem steckt mein Geld in US-Staatsanleihen und in Aktien, sowohl in Fonds als auch in Einzelwertpapieren. Aber nur Blue Chips, keine Zocker-Papiere. Ich bin ein konservativer Anleger und bevorzuge defensive Aktien. Ich halte es da mit Warren Buffett: Kaufe nur, was du verstehst. In meinem Portfolio befinden sich solide Firmen, die seit Jahren verlässliche Dividenden zahlen. Coca Cola, McDonalds, American Express. Nichts Riskantes also, ich möchte ja nicht wieder pleite gehen. (lacht) Sie klingen sehr souverän. Gibt es eigentlich Parallelen zwischen der Börse und dem Boxen? Ich finde schon. Sowohl an der Börse wie beim Boxen gilt: Bewahre Ruhe, analysiere die Situation und schlage zu, wenn die Gelegenheit günstig ist. In letzter Zeit kursieren wieder Gerüchte, wonach Sie erneut in finanzielle Schieflage geraten sein sollen. Verschiedene

IM INTERVIEW | MIKE TYSON BOLD THE MAGAZINE | 41 US-Medien berichten, dass Sie ganz dringend Geld benötigen, um die Alimente für Ihre Kinder zu zahlen. Welcher Vater von acht Kindern benötigt kein Geld? (lacht) Aber Pleite? Nein, pleite bin ich nicht. Mit dem Chaos bin ich durch. Was ich verdiene, reicht aus, um meiner Familie und mir einen vernünftigen Lebensstandard zu sichern. Ich arbeite nach wie vor hart für mein Geld, aber diesmal werde ich darauf achten, es auch zu behalten. Ich kann mich jetzt nicht beschweren, mein Leben ist auf dem richtigen Weg. Sie sehen doch, wie die Menschen sich nach mir reißen. Das fühlt sich gut an. Ich hätte das niemals für möglich gehalten. Sie spielen auf Ihre zweite Karriere als Comedian an. Sie haben sogar eine eigene One Man Show in Las Vegas, mit der Sie mehrmals in der Woche auftreten. Worum geht es in „The Undisputed Truth“? Boxhandschuh werden Ihre Fans mit satten 345 Dollar zur Kasse gebeten. Im Frühjahr werden Sie mit „The Undisputed Truth“ auch in Deutschland auftreten. Die Kartenpreise beginnen bei 89 Euro für die einfachen Shows in Kinosälen und gehen hoch bis über 800 Euro für ein Galadinner mit Ihnen, wie es in München und Dresden vorgesehen ist. Sind die Leute wirklich bereit, solche Preise zu zahlen? Und ob – ohne mit der Wimper zu zucken! In Europa ist der Zulauf noch viel größer als Ja, das stimmt. Der Film über mein Leben wird kommen. Jamie Foxx hat bereits unterschrieben. Er will mich unbedingt spielen. Wahrscheinlich spekuliert er auf einen Oscar. (lacht) Das Drehbuch stammt von Terence Winter, dem Autor von „The Wolf of Wall Street“ und wenn alles gut geht, wird Martin Scorsese Regie führen, was eine große Ehre für mich wäre. Es ist aber noch kein Drehbeginn angesetzt, auch müssen wir warten, bis Martin Zeit für das Projekt hat. Sobald die letzten Details geklärt sind und Scorsese grünes Licht gibt, kann’s ganz schnell gehen. ICH BIN HEILFROH, EIN ANDERER MENSCH ZU SEIN. DAS TIER IN MIR IST NUN GEBÄNDIGT. Bei meiner Show im MGM Grand Hotel in Las Vegas halte ich einen Monolog; darin erzähle ich Anekdoten aus meinem Leben. Ich mag das Gefühl, wenn ich sehe, dass die Leute fasziniert davon sind. Ich bin Entertainer, ein Bühnentier, nicht wenige vergleichen mich sogar mit Eddie Murphy, einem, der die Menschen unterhält, der im Showbusiness ist. Ich bin nicht mehr das Biest, das anderen Angst macht. Und die Leute lieben den neuen Mike Tyson. Vielleicht, weil ich immer authentisch geblieben bin. Günstig zu haben sind Sie jedenfalls noch immer nicht: Für einen signierten in Amerika. Die Menschen in Deutschland haben mich schon immer verehrt. Es ist einfach verrückt. Ich habe immer geglaubt, ein übler Kerl zu sein, der es nicht schafft, sich aus dem ganzen Desaster zu befreien. Doch ich habe wieder festen Boden unter den Füßen. Ich mache gutes Geld auch mit vielen anderen Dingen. Zum Beispiel mit der Schauspielerei. Ihre Gastauftritte in den „Hangover“-Filmen sind mittlerweile Kult. Es heißt, Hollywood möchte Ihr Leben verfilmen. Wie ist da der Stand der Dinge, können Sie uns schon mehr verraten? Was wünschen Sie sich? Gesundheit und Glück für meine Familie und mich. Ich möchte, dass meine Kinder zu respektvollen Menschen aufwachsen und sie stolz auf ihren alten Herren sein können. Nicht wegen meiner Vergangenheit, sondern wegen der Person, die ich heute bin. Ich habe dem Alkohol und dem Kokain abgeschworen. Ich trinke nicht mehr und versuche, ein guter Ehemann und Vater zu sein. Dafür rackere ich mir gerne den Allerwertesten ab. Ich bin heilfroh, ein anderer Mensch geworden zu sein. Das Tier in mir ist nun gebändigt.

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