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BOLD THE MAGAZINE No.36

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ANSPRUCH SPECIAL TOPIC: CAR | EXKLUSIV IM INTERVIEW: MIKE TYSON | IM GESPRÄCH: JAMES McAVOY | FASHION: THE BOLD COLLECTION BY CG – CLUB OF GENTS | ELECTRIC IN MOTION | CHINA EXPERIENCE | VIETNAM | DUBAI

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54 | BOLD THE MAGAZINE TRAVEL | VIETNAM

TRAVEL | VIETNAM BOLD THE MAGAZINE | 55 das Personal ist gastfreundlich und hilfsbereit, der Preis günstig. Hanois Altstadt ist das Viertel der „36 Straßen“, benannt nach den 36 Zünften, die sich hier im 13. Jahrhundert niederließen, jede Gilde in ihrer eigenen Straße. Heute gibt es in der Altstadt wesentlich mehr als die ursprünglichen 36 Straßen, wobei deren Namen, die mit Hang (Handelsware) beginnen, nicht immer konkret Auskunft darüber geben, was tatsächlich angeboten wird. Die strenge Gliederung der Altstadt nach Zünften ist längst Vergangenheit, und so reihen sich in einigen Straßen und Gassen vorwiegend Cafés, Restaurants, Garküchen, Hotels und Souvernirgeschäfte aneinander. Doch das touristische Angebot dominiert die Altstadt nicht, sie hat sich größtenteils ihre fernöstliche Authentizität bewahrt. Vorzeigegeschäfte internationaler Designermarken, wie etwa im alten Zentrum Saigons, gibt es in der Altstadt von Hanoi nicht. Ein Gewirr aus Gassen zweigt von mehreren geschäftigen Hauptstraßen ab. Eine der verkehrsreichsten ist die Hang Gai, die alte Seidengasse, mit teuren Boutiquen, Schneiderwerkstätten und Galerien. Lautes Hämmern führt mich zur Hang Thiec, in der Metallbieger ihrem alten Handwerk nachgehen. Lange, armdicke Bambusstangen und Leitern aus der biegsamen Pflanze lehnen an Häuserfassaden in der Bambusgasse, Hang Tre. In der Hang Ma wird seit 500 Jahren mit Papier gehandelt. Sie entfaltet in den frühen und späten Abendstunden ihren Charme, wenn die Läden ihr Papier-Kunsthandwerk mit Lampenlicht ausleuchten: Drachen- und Löwenköpfe, Lampions und Sterne, Hüte und Masken, Häuschen und falsche Geldscheine, die den Ahnen geopfert werden. Das Falschgeld geht in Flammen auf, irgendwo auf der Straße oder in einem Tempel. Jede Gilde hat ihren Tempel. Die Sakralstätten mit ihren lokalen taoistischen Gottheiten und Wächterfiguren sind auf den ersten Blick häufig nicht zu erkennen. Sie verbergen sich in Gärten mit altem Baumbestand hinter Toren und Mauern oder in verschlungenen Hinterhöfen. Besucher sind gleichwohl willkommen. Die Tempel sind durch Räucherkerzenrauch vernebelte Oasen der Ruhe und Besinnlichkeit, von denen das hektische Altstadttreiben, obwohl gleich vor der Türe, wie ausgesperrt und weit entfernt scheint. Wir lassen uns mehrere Tage in dieser Altstadt treiben, schlendern absichtlich ohne Stadtplan oder Google Maps die Straßen und Gassen entlang, legen häufig Pausen in Kneipen, Cafés und Garküchen ein, an Straßenecken und in Tempeln sprechen wir mit Kellnern, Geschäftsinhabern, Jugendlichen – eine Form von Konversation, die sich einfach so ergibt, und schauen bei einem Kaffee oder Bier dem Treiben in der Straße oder Gasse zu: verfolgen den aberwitzigen Verkehr der sich scheinbar, aber nur scheinbar, an keine Regeln haltenden Mopedfahrer, oft mit bis zu fünf Menschen, Federvieh und Einkaufstaschen auf dem Sattel, und den beim Überqueren der Straße zwischen ihnen mehr tänzelnden als gehenden Straßenverkäuferinnen, die, wie in ländlichen Regionen Vietnams, kegelförmige Hüte tragen und zwei Schalen mit Obst oder Gemüse, Gewürzen und Kräutern an einer Bambusstange auf ihren Schultern balancieren. Zwar ist es heiß und schwül und der Schweiß rinnt von der Stirn – die Luft ist schwer von Abgasen, die sich mit den Dünsten aus Garküchen und dem süßlichen Geruch von Räucherstäbchen zu einer klebrigen Masse verbinden. Aber es sind Eindrücke von einer energiespendenden Intensität, die kurz aufflackernde Müdigkeit oder Erschöpfungsmomente schnell kompensiert. Am nächsten Morgen sind wir vor Sonnenaufgang am Hoan-Kiem-See, dem See des zurückgegebenen Schwertes, der sich auf Uferwegen in einer guten Stunde umrunden lässt. Anwohner aller Altersgruppen gehen hier ihrem Morgensport nach. In Gruppen praktizieren die Menschen Tai-Chi, verrenken sich zu Aerobic- Klängen aus mitgebrachten Ghettoblastern, machen Gymnastikübungen oder joggen. Auf einer kleinen Insel ragt der dreistöckige Turm Thap Rua empor, der abends im goldenen Scheinwerferlicht erstrahlt, wenn die Menschen am Ufer auf Parkbänken ruhen, neben denen leuchtendrot blühende Flammenbäume ihre Äste dem Wasser zuneigen. Den Turm ließ im 15. Jahrhundert der Bauernführer Le Loi zu Ehren einer Schildkröte errichten. Der Legende nach kam sie ihm zu Hilfe, als er gegen eine Übermacht von Soldaten aus der Minh-Dynastie kämpfte, und überreichte ihm ein Schwert mit goldener Klinge. Damit besiegte er das feindliche Heer und befreite das Land

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