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BOLD THE MAGAZINE No.41

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SOPHISTICATED SPECIAL TOPIC: DESIGN | IM INTERVIEW: MATTHEW McCONAUGHEY | IRENE KUNG | MARILYN MONROE | COLLEEN HOOVER | KOH SAMUI | TORONTO | 800 KILOMETER EIS UND SCHNEE | LETZTER GRUSS: THE CRANBERRIES | PATRICK DEMPSEY

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60 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / KOH SAMUI Koh Samui ist die größte Insel des 80 Eilande umfassenden Ang Thong Archipels im Südwesten des Golfs von Thailand. Sie ist 29 Kilometer lang und 14 Kilometer breit. Das Festland ist 20 Kilometer entfernt. Schon beim Landeanflug auf Koh Samui sieht man das Wahrzeichen der drittgrößten Insel Thailands im Sonnenschein leuchtend aus tropischem Grün aufragen: kannte. Auf der Insel gab es überhaupt keinen Tourismus, die Bewohner lebten vom Export von Kokosnüssen, vom Fischfang und etwas Landwirtschaft. Der Big Buddha Temple – Wat Prah Yai. Der 12 Meter hohe Goldene Buddha thront am Meer auf einer Plattform, auf der gläubige Thailänder Glocken läuten, Räucherstäbchen entzünden, Lotusblüten, Obst und gekochten Reis an der Statue niederlegen und beten. Der Blick schweift über In den späten 70er Jahren kamen die ersten Hippies und wähnten sich im Paradies. Sie setzten mit Fischerkuttern oder Versorgungsschiffen vom Festland über, badeten an unberührten Palmenstränden mit pudrigem weißen oder grobkörnigem, den von Kokospalmen bestandenen goldgelbem Sand und wohnten Strand Bang Rak und den türkis und azurblau schimmernden Golf von Thailand bis zur Nachbarinsel Koh Phangan, bei Familien, die ihnen schnell einfache Hütten aus Bambusstangen und Palmblättern aufbauten und so ein bescheidenes die seit Jahrzehnten für ihre Vollmondparty Zusatzeinkommen erwirtschafteten. berüchtigt ist. Zu dem Aussichts- punkt führt eine steile Treppe, auf deren Geländer sich zwei vielköpfige Nagas, mythologische Schlangen, hinab schlängeln, um Dämonen und böse Geister fernzuhalten. Im Schatten neben der Treppe segnet ein Mönch in safranfarbener Robe Besucher aus dem In- und Ausland. Neben dem Tempel gibt es ein paar Souvenirgeschäfte, Boutiquen und Restaurants. Abenteuerlustige erkundigten mit Einheimischen den Dschungel im Hochland des Innern der Insel. Was da für ein Schatz im Golf von Thailand lag, sprach sich unter Individualreisenden schnell herum. Reiseführer wie die Travel-Handbücher von Stefan Loose und Lonely Planet machten die Insel in aller Welt bekannt. Die Besucherzahlen wuchsen in den 80er Jahren schnell, so dass bald Personenfähren zwischen Surat Thani auf dem Festland Mehr Platz ist nicht da, denn der Tempel steht auf einem kleinen Eiland, das mit Koh Samui durch einen Damm verbunden und Koh Samui sowie Koh Phangan und Koh Tao verkehrten. Noch bevor der Flughafen im Jahr 1989 eröffnete, hatte sich ist. Die Buddha-Skulptur wurde hier der Backpacker-Tourismus auf der Insel 1972 gebaut, zu einem Zeitpunkt, da die etabliert, und eine auf diese Zielgruppe Hippies gerade Goa in Indien für sich ausgerichtete Infrastruktur entstand: entdeckten und kaum jemand Koh Samui einfache Unterkünfte und Mopedverleiher, Imbisse und Restaurants, Kneipen und Souvenirgeschäfte, Läden mit Billigklamotten und Reisebüros, Apotheken und Friseursalons. Die ersten Strandverkäufer spazierten die Strände auf und ab, um bunte Badetücher und Bikinis zu verkaufen, traditionelle Thai-Massagen wurden auf im Sand schnell errichteten und mit Palmwedeln überdachten Bambuspodesten angeboten. Zu Essen gab es für westliche Einkommensverhältnisse unglaublich günstige, teils höllisch scharfe Thaigerichte, dazu Fruchtshakes und eiskaltes Singha-Bier. Pfannkuchen mit Bananen und Honig war das Lieblingsdessert der bekifften Kundschaft. Erst nach der Aufnahme des Flugverkehrs auf die Insel entdeckten Reiseveranstalter die Potenziale dieser Destination und vermarkteten sie als Tropenparadies. Auf Koh Samui brach die Epoche des Pauschaltourismus an. Die Travellerhütten wurden bis auf wenige Anlagen von Dreiund Vier-Sterne-Hotels verdrängt, und Luxusresorts sicherten sich abseits der Touristenschwerpunkte riesige Areale an kleinen Buchten für ihre auf Ruhe, Privatheit und Abgeschiedenheit ausgerichtete Klientel, die ab 400 Euro und bis mehr als 1.000 Euro die Nacht für eine Pool- Villa zahlen. Das touristische Angebot wuchs mit den steigenden Besucherzahlen. McDonalds- und Burger-King- Filialen eröffneten, Steakhäuser und Pizzerien. Auf der Straße parallel zum sechs Kilometer langen Chaweng Strand reihen sich heute Geschäfte, Restaurants, Massagesalons und Bars nahtlos aneinander.

TRAVEL / KOH SAMUI BOLD THE MAGAZINE // 61 In den Seitenstraßen zu allen Seiten offene Tabeldancebars. Auch die Prostitution hat längst Einzug gehalten auf Koh Samui, neben Vierteln in Chaweng auch in Seitengassen am vier Kilometer langen Lamai Strand. Chaweng ist die Partyhochburg der Insel. An beiden Stränden reiht sich eine Unterkunft an die andere. Familiengeführte Pensionen stehen zwischen Vier-Sterne-Hotels und Spa- Resorts. Zimmer sind in allen Preisklassen zu finden. Dabei ist die Architektur der Anlagen durchweg geschmackvoll, teils modern, teils im traditionellen Thaistil. Auf der Insel gibt es nicht ein Hochhaus, und an den Stränden überragt kein Gebäude eine Kokosnusspalme. Bausünden gibt es dennoch: Einige Kuppeln von Hügeln an der Küste wurden gerodet, um Platz zu schaffen für Luxusappartements. Auch an Steilhängen mussten Kokospalmen moderne Feriensiedlungen weichen, die völlig fehl am Platz wirken, wie oberhalb des Strandes Chaweng Noi. „Es werden zu viele Palmen und Bäume gefällt, um Luxushotels und Appartements zu bauen“, sagt der Spa-Chef eines Fünf- Sterne-Hauses hinter vorgehaltener Hand und möchte seinen Namen nicht gedruckt wissen. In Thailand herrscht eine Militärregierung, die Kritik häufig als Angriff auf ihre Autorität versteht. Dennoch – trotz aller Unkenrufe und mit steigenden Besucherzahlen und Massentourismus in Thailand fast zwangsläufig einhergehenden Nachteilen wie Umweltproblemen, Prostitution und fragwürdigen Unterhaltungsangeboten wie Kobrashows und Elefantenreiten, zu deren Boykott Tierschutzorganisationen einhellig aufrufen, bietet Koh Samui unterschiedlichen Zielgruppen viel. Die Insel ist trotz Bauwut schön, sie ist sicher, die Gesundheitsversorgung ist sehr gut, die Gastgeber sind freundlich, die Thai- Küche ist hervorragend und günstig. Wer etwa authentische, thailändische Fischund Meeresfrüchte genießen möchte, kehrt am besten in eines der von Familien geführten, unprätentiös eingerichteten Seafood-Restaurants am Bang-Por-Strand im Nordwesten der Insel ein. Der Gast sitzt auf einer erhöhten Terrasse am Strand, und die Tigerprawns in Tamarindensauce, die Chilikrabben und der gedämpfte Grouper in Sojasauce bleiben noch lange in Erinnerung. Wer einen Abend in einem Restaurant mit gedeckten Tischen verbringen will, ist im Fischerman´s Village am Bo-Phut-Strand richtig. Dort werden allerdings deutlich höhere Preise aufgerufen. In der von Boutiquen, Bars und Restaurants gesäumten Gasse parallel zum Strand wird einmal wöchentlich der größte Nachtmarkt der Insel ausgerichtet. Die Walking Street mit Snacks und Nippes lockt scharenweise Besucher an, wie auch die Nachtmärkte in Lamai und Chaweng. Sextouristen sind in Koh Samui in der Minderheit, mehrheitlich trifft man Paare und Familien. Die meisten Chinesen, die mit Abstand größte Besuchergruppe in Thailand, reisen in Großfamilien oder in großen Reisegruppen, und viele davon verbringen ihren kurzen Urlaub in Luxusresorts der oberen Kategorie. Von Massentourismus kann, wenn überhaupt, nur am Chaweng Beach die Rede sein. Auch der Lamai Beach ist sehr gut besucht, doch ist das Nachtleben hier weniger ausschweifend. An beiden Stränden kann man vor allem in den zentralen und südlichen Bereichen sehr gut schwimmen. Gut schwimmen kann man auch in der etwa 1.000 Meter langen, geschwungenen Choeng-Mon-Bucht mit feinem, weißen Sand, vier Kilometer nördlich von Chaweng. Hier geht es deutlich ruhiger zu als in Chaweng und Lamai. Weiter nördlich liegt die kleine Thongson Bay, wo eine Kokospalme sich so niedrig über den weißen Strand streckt, dass ein Erwachsener sich bücken muss, um unter ihrem Stamm durchzulaufen. Wer vor allem Ruhe sucht in bezahlbaren Unterkünften, ist hier richtig. Auf der kurvenreichen Straße mit vielen Steigungen und Gefällen zwischen Chaweng und Lamai gibt es die schönsten Aussichtspunkte auf der Insel mit Weitblick und Sicht auf kleine, von Felsformationen eingefasste Buchten. Auf der Höhe von Chaweng Noi führt eine steile Straße zum Jungle Club herauf. Auf den geschwungenen Terrassen der Bar mit weitem Panoramablick über die Insel lässt es sich zum Sonnenuntergang besonders schön chillen. Luxusresorts konkurrieren heute um eine zahlungskräftige Kundschaft, die bei der Wahl ihrer Unterkunft zunehmend Wert legt auf Nachhaltigkeit und eine intakte Umwelt. Im Four Seasons im Nordwesten der Insel hat der Gast beinahe den Eindruck, sich in einem Urwald zu verlaufen, wären da nicht die ausge-

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