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BOLD TRAVEL No.03

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Unterwegs in Brasilien: Rio de Janeiro, Salvador da Bahia, Recife und Olinda, Megacity: Hongkong, Luzern: Berge, See und Richard Wagner

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50 | BOLD THE MAGAZINE REISE | MEGACITY IN SANFTEM GRÜN | HONGKONG Ist von Hongkong die Rede, denkt man zunächst an eine pulsierende Metropole. Wolkenkratzer, Shopping Malls, Menschenmassen. Doch nur ein paar Autominuten von der Großstadt entfernt befindet sich ein einzigartiges Naturreservat. Was Viele nicht wissen: Gut zwei Drittel der Fläche von Hongkong sind Grünland. Und 40 Prozent davon stehen unter Naturschutz. Vom Busbahnhof Shau Kei geht es über die Shek O Road hinauf nach To Tei Wan. Dichter Regenwald säumt die steilen Serpentinen, die Phalanx der Hochhäuser verschwindet im Rückspiegel. Ein paar Rennradfahrer quälen sich über den Pass, ansonsten ist auf der Straße kaum Verkehr. Das saftige Grün steht in scharfem Kontrast zum Betongrau der dichten Ballungsräume. Auf der Passhöhe angekommen, eröffnet sich ein einzigartiger Blick auf das Südchinesische Meer. Die Farben des Wassers changieren zwischen Hellblau, Dunkelblau und Türkis. Auf der Tai Tam- Halbinsel stehen die Luxus-Apartments in Reih und Glied, die Segelyachten erinnern ein wenig an Monaco. Bei Quadratmeterpreisen von bis zu 20.000 Euro zahlt die Hautevolee die Anlegestelle am Yachthafen aus der Portokasse. GROSSSTADT-DSCHUNGEL UND WILDE NATUR Zwei Schritte weiter ist man mitten in der Natur. Drei verschiedene Wanderrouten nehmen bei To Tei Wan ihren Ausgangspunkt. Der Dragon’s Back, der so heißt, weil das Gelände die Form eines Drachenrückens hat, ist der bekannteste – er wurde 2004 vom „Time Magazine“ zu Asiens bestem städtischen Wanderweg gekürt. Links und rechts wuchern mannshohe Bambusstauden. Bambus ist wegen seiner Stabilität und Flexibilität noch immer ein beliebtes Baumaterial für Gerüste. Am Wochenende kommen viele Hongkonger in das Naherholungsgebiet, um durchzuatmen und Kraft zu schöpfen. Die Luft ist klar und rein. Kein Lärm, keine Abgase. To Tei Wan ist eine Oase der Ruhe. Reiseführer Joe, der in Kowloon wohnt, führt uns über den Pfad. Er zupft an einem Palmwedel und zeigt auf eine Blüte. „Hier gibt es hunderte endemischer Tier- und Pflanzenarten“, sagt er. Mehr als 200 Schmetterlingsarten schwirren umher, 93 verschiedene Libellen sind hier beheimatet. Der Bambus raschelt im Wind. Eine frische Brise weht über die Anhöhe. „Dort oben ist es zugig“, hatte Joe die Gruppe gewarnt, und wie zum Beweis lässt er jetzt seine Jacke im Wind flattern. TAI LONG WAN-BUCHT: SURFEN, BADEN UND RELAXEN Der Reiz der Wanderung besteht in dem eigentümlichen Gegensatz zwischen Großstadt-Dschungel und wilder Natur. Flankiert von Bergen, tritt immer wieder schemenhaft der Stelenwald der Hochhäuser zum Vorschein. Es sind nur ein paar Kilometer, doch in dem idyllischen Grün wirken sie wie Botschafter aus einer anderen Welt. Unten an der Küste, wo das Südchinesische Meer ans Ufer brandet, sieht man pittoreske Küstendörfer und idyllische Strandabschnitte. In der Tai Long Wan-Bucht stürzen sich Surfer tollkühn in die Wellen, manche baden, am Strand messen sich Jugendliche beim Tauziehen. Richtung Süden schweift der Blick nach Stanley, das einst ein Piratenund Schmugglernest war. WOHLTUENDE RUHE Der Pulverdampf ist längst verzogen, in dem Weiler geht es heute beschaulich und entspannt zu. An der Uferpromenade flanieren Besucher, ein Brautpaar lässt sich vor dem Meer ablichten, und auf dem Bolzplatz üben sich die Fußballspieler von morgen. Ein paar Meter hinter dem Trödelmarkt, auf dem chinesische Preziosen und Vasen feilgeboten werden, befindet sich ein kleiner Strandabschnitt. Das Rauschen des Meeres wirkt wohltuend. Man lässt den Sand durch die Hände rieseln und könnte die Hektik der Großstadt glatt für einen Mythos halten. Selbst im Winter kann man hier bei 20 Grad baden. Wobei die gefühlten Temperaturen natürlich immer relativ sind. Was in Mitteleuropa als Spätsommertag durchgehen würde, empfinden die Hongkonger bereits als frostig. „Das ist bei euch also ein Spätsommertag?“, fragt ein junger Mann mit schwarz gerahmter Brille ungläubig, während seine Freundin prophylaktisch den Strickpulli zuzieht. 20 Grad locken die Hongkonger nicht hinter dem Ofen hervor. Immerhin hat man jetzt den Strand für sich allein. Ein kleiner Luxus, denn im Hochsommer ist hier die Hölle los.

REISE | MEGACITY IN SANFTEM GRÜN | HONGKONG BOLD THE MAGAZINE | 51 Surfer in der Tai Long Wan-Bucht.

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