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BOLD TRAVEL No.07

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Florida: Laufsteg der Eitelkeiten, Colorado: Fliegenfischen in den Rocky Mountains, Peru: Die Schätze des Nordens, Sri Lanka: Auf den Spuren der Stelzenfischer, Best Places: Thomas Cook Selection, Mit dem neuen Audi Q5: Viajes a México

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12 | BOLD TRAVEL SPECIAL FLORIDA Die Exil-Kubaner in Miami trauten dem Castro-Regime nicht über den Weg. Vielen sei es nach wie vor verhasst, fügt die Fremdenführerin hinzu. Während am Sonntagmittag in Little Havanna größere Familiengesellschaften zum Lunch einkehren, ist am Ocean Drive in South Beach rund eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, schon Partystimmung. Der Ocean Drive ist der Laufsteg der Eitelkeiten im Art Déco Distrikt. Die Terrassen der Cafés, Kneipen und Restaurants sind gut besucht, es ist schwierig einen freien Tisch zu finden. Die Gäste in Badekleidung, ein Netzteil über einen knappen Bikini geworfen, durchtrainierte Muskelpakete mit Kurzhaarschnitt oder Rastalocken in eng sitzenden, ärmellosen Shirts und Shorts. Afroamerikanische und kubanische Schönheiten, Models und Gangstatypen, Freigeister und Dandys, Aufschneider und Selbstdarsteller, Hedonisten allesamt. Die Cocktails werden hier aus Pokalen getrunken, zum Preis von 35 US-Dollar, bei 28 Grad Celsius im Schatten. Um die Ecke in einer Seitenstraße blendet im grellen Sonnenlicht ein Diner im Pullmanwagen aus Chrom. Drinnen herrscht Eisschranktemperatur. Budweiser-Flaschen auf den Tischen, die Sitzbänke mit knallrotem Leder bezogen. Der Ocean Drive ist gesäumt von pastellfarben gestrichenen Hotels mit Bullaugen, in Fassaden integrierten Neonschildern und „Augenbrauen“ über den Fenstern, die vor dem Sonnenlicht schützen. Vor manchen Hotels sind dauerhaft Oldtimer wie ein Ford Thunderbird geparkt. Gegen- über der breite Strand mit feinem, weißen Sand, auf den die Wellen des grün-blau leuchtenden Atlantiks branden, und seinen markanten Rettungsschwimmerhäuschen, die Autoren von Stadtmagazinen in den Rang von Art-Déco-Kunstwerken erheben. Ein Nachmittag vergeht hier schnell, man kann hier ein paar Tage verbringen, zwischen Strand und Catwalk pendelnd, ohne dass einen Langeweile überkommt. Szenenwechsel. Wir fahren mit dem Mietwagen in verschiedene Distrikte, vorbei an Kanälen, in denen weiße Yachten an Restaurants anlegen, wie dem immer gut besuchten Lique in North Miami Beach. An Mittwochabenden ist ohne Reservierung kein Tisch zu kriegen im Kitchen 305 im Newport Beachside Hotel in der Collins Avenue, Sunny Isles Beach, die als „russische Riveira“ verschrien ist. „Lobster – all you can eat“ steht auf der Speisekarte, und die Gäste stehen Schlange. Das mediterrane Restaurant Klima in Miami Beach brummt an Samstagabenden, wenn Bands spielen, und ist auch an anderen Tagen oft ausgebucht. Wir passieren einige Privatinseln wie das Prominenteneiland Fisher Island und Port Miami, dem größten Kreuzfahrthafen der Welt. Mehrere Ozeanriesen liegen vor Anker, warten auf Passagiere, die einen Karibiktörn gebucht haben. Am Horizont die Skyline von Miami, die drittgrößte der USA nach New York und Chicago, in Orange und Rot des Sonnenuntergangs leuchtend. Wir erreichen Coral Gables, ein „stinkvornehmer Vorort“ von Miami, wie Don Winslow in seinem aktuellen Kriminalroman „Germany“ schreibt, der zu zwei Dritteln in Florida spielt. Nur eine halbe Autostunde von South Beach oder Miami Downtown entfernt, und doch eine andere Welt. Die Luxusherberge The Biltmore, 1926 erbaut, ragt wie ein Schloss über den in mediterranem Architekturstil erbauten Villen mit ihren gepflegten Vorgärten und den Alleen mit Banyan- Bäumen auf. Von den angenehm spartanisch-luxuriös eingerichteten Zimmern, deren Böden mit orientalischen Fliesen belegt sind, schweift der Blick über den Pool, der nach Hotelangaben der größte auf dem amerikanischen Festland ist, zu einem angrenzenden Golfplatz, auf dem auch Ex-Präsident Bill Clinton gerne spiele, sagt Marketingchef Philippe Parodi. Die Restaurants des Hotels, allen voran das französische Palme d´Or, zählen zu den besten in Miami. Wenn Miami die tropische Metropole der USA ist, dann sind die Florida Keys weiter südlich der tropische Traum der Vereinigten Staaten. Eine Inselgruppe mit weißen Sandbänken, Wattgebieten und Mangrovenhainen erstreckt sich vom Festland weit ins Meer hinaus. Bis Key West am Ende der Perlenschnur führt der rund 200 Kilometer lange, mit mehreren Brücken verbundene US Highway 1, eine der schönsten Autostrecken der Welt. Auf der einen Seite die Florida Bay im Golf von Mexiko, auf der anderen die Straits of Florida im Atlantik mit insgesamt 113 Inseln. Die Farben des Meers rechts und links der Straße changieren von Smargadgrün über Türkis bis Azur. Parallel zur Straße verläuft eine stillgelegte

FLORIDA BOLD TRAVEL SPECIAL | 13 Zugstrecke, zerstört von einem Hurrikan. Eine alte Eisenbahnbrücke, aus der ein Abschnitt wie von einem Seeungeheuer herausgerissen scheint, mahnt an die Zerstörungskraft der Naturgewalten. Key West am südlichsten Ende der USA ist eine beschauliche Kleinstadt mit Villen im Architekturstil der Südstaaten, Art-Déco- Häusern, Gallerien und vielen Kneipen. In Key West gibt eine bunte Szene aus Künstlern, Hippies, Exzentrikern und Homosexuellen den Ton an. Ernest Hemingway hat hier von 1931 bis 1940 in einem im spanischen Kolonialstil gebauten Haus, das später zu einem Museum umfunktioniert wurde, gelebt und gearbeitet. „Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber“ und „Die grünen Hügel Afrikas“ schrieb der Schriftsteller hier. An den Wänden hängen Schwarzweiß-Fotos, die den Autor beim Hochseeangeln oder der Großwildjagd in Afrika zeigen. Von Key West sind es nur 140 Kilometer nach Kuba. Aber auch hier sind die in Aussicht gestellten Fährverbindungen kein Stadtthema. Auf der Rückfahrt zum Festland biegen wir bei Islamorada und Marathon gelegentlich rechts und links ab, fahren über kurze gewölbte Bücken auf kleine Insel, die von Kanälen durchzogen sind, an deren Ufern Yachten vor Grundstücken mit von Kokospalmen umstandenen Villen dümpeln. Wir fahren dann auf einem Highway, der durch den Nationalpark der Everglades führt, ein Feuchtgebiet aus Sumpf, Flüssen, Seen, Prärie und Grasland. Alligatoren sind hier heimisch und der scheue Florida-Puma, von dem es geschätzt nur noch rund hundert gibt, sowie zahlreiche Giftschlangen und Tiger-Pythons, die von ihren Besitzern ausgesetzt wurden, sich zur Plage vermehren und das Ökosystem durcheinander bringen. Weiter geht es entlang der Golfküste bis zu den durch eine unmerkliche Brücke verbundenen Schwesterinseln Sanibel & Captiva bei Fort Myers. Sanibel ist ein tropischer Garten mit Naturschutzgebieten. Die Häuser und Villen sind maximal zwei Stockwerke hoch und befinden sich in gepflegten Gärten. Die Hotels sind kaum wahrnehmbar und liegen doch direkt hinter Dünen am Naturstrand, wo keine einzige Bude, kein Restaurant und keine Bar zu sehen sind. Auf den Balkonen der Gäste türmt sich die Ausbeute des Tages: Muscheln in allen Größen. Sie sind hier so zahlreich, dass ihnen gleich ein Museum gewidmet wurde. Ein Zentrum auf der Insel gibt es nicht. Restaurants und Geschäfte verteilen sich teils weit auseinandergezogen auf dem Periwinkle Way, der übergeht in die Sanibel-Captiva Road. Auf Captiva trifft sich die Szene zum Sonnenuntergang im Mucky Duck, eine unprätentiöse Kneipe. Die glühend rote Sonne versinkt hier nicht einfach am Horizont, sondern schmilzt geradezu auf den Meereswogen dahin. Nach Cabbage Key, vorbei an verträumten Inseln, führt eine Halbtagestour mit einem Ausflugschiff von Captiva Cruises, die am South Island Resort ablegen. Mehr als eine Stunde begleiten Delfine das Schiff. Weiter nördlich folgt Sarasota, ein mondäner Seeort mit weiten weißen Stränden im Norden, kleineren von Steinformationen unterbrochenen und tropischen Pflanzen bestandenen Buchten im Süden, großen Yacht-Häfen, elegante Boutiquen, schicken Restaurants und reicher Kultur. Seit Miami auf unserer Route die erste Stadt mit wenigen Hochhäusern im Zentrum. Auf den Sarasota Keys, eine Reihe vorgelagerter Inseln, die sich über knapp 60 Kilometer vom Süden des Stadtgebiets bis Anna Maria Island im Norden erstreckt, herrscht eine lässig-entspannte Atmosphäre. Auf den Inseln, von denen jede ihren individuellen Charme hat, säumen Villen- und Bungalow-Viertel die Uferstraße auf der einen, kilometerweite, breite Strände mit weißem, pudrigen Sand auf der anderen Seite. Direkt an der Küstenstraße coole Beach-Bars, aus denen Reggae schallt, und kleine, bezahlbare Fisch- und Meeresfrüchterestaurants. Die Wellen des türkisfarbenen Meers rollen sanft auf den flach abfallenden Strand. Am Ufer planschen Kinder, Schwimmer ziehen gemächlich ihre Bahnen, und weiter draußen steigen Parasailer auf, kreuzen Katamarane, Segelboote und Motoryachten. Siesta Key, 13 Kilometer lang, zählt zu den beliebtesten Inseln. Ein familienfreundliches Dorf, der Sand so fein wie weißes Mehl, bonbonfarbene Rettungsschwimmerstationen ziehen scharenweise Besucher an, ohne dass der Strand je überlaufen wirkt. Abends steigen hier Beachpartys, an Sonntagen trommeln und tanzen Hippies zum Sonnenuntergang. Dagegen scheinen auf Anna Maria Island die 50er Jahre anzudauern. Die Holzhäuser hat die Sonne ausgebleicht, an den Stränden rauscht das Meer,

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