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62 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Kino | ANONYMUS ANONYMUS wer war William Shakespeare Autor: M. Breuer Säufer, Hurenliebhaber und Analphabet. Der echte William Shakespeare kommt in Roland Emmerichs „Anonymous“ nicht allzu liebenswert weg. Der echte? Bei Emmerich dreht sich alles um die Frage, ob der bärtige Barde von Stratfordupon-Avon wirklich das Genie hinter der Geschichte des tragischen Lebens von „Hamlet“, der Liebe Romeos oder des blutigen Schaffens von König Heinrich V. im Hunderjährigen Krieg ist. Tatsächlich weiß man recht wenig über diesen Mann. Er war wohl der Sohn eines gänzlich ungelehrten Händlers und hatte selbst nur eine Dorfschule besucht, und abgesehen von den Stücken, die überliefert sind, gibt es keinerlei Manuskripte, Briefe, Tagebücher oder Gedichte die ihm zugeschrieben werden können. Der Film war eine neue Herausforderung für den gebürtigen Stuttgarter Emmerich. Mit einem vergleichsweise niedrigen Budget drehte er in Berlin und Umland und verabschiedete sich, zumindest für diesen Film, vom düsteren No-Future- Szenario wie in „2012“, der Alieninvasion von „Independance Day“ oder dem Säbelzahntigerkampf in „10.000 BC“. Es war immer die Zerstörung, die es Emme- rich angetan hatte. Dialoge? Egal! Hauptsache es fliegt alle paar Minuten was in die Luft. Hier aber reden seine Charaktere miteinander. Emmerich füllt eine Welt mit Leben, anstatt es zu nehmen – eine längst vergangene, aber durchaus vitale Welt. Sie strotzt geradezu vor Spielfreude, Musik, malerischen Sets und detailverliebten Kostümen. Ja, es ist das erste Mal, das Emmerich etwas kreiert und nicht vollkommen zerstört. „Anonymous“ gibt eine mögliche Antwort, auf die Eingangs angesprochene Frage und verschachtelt sie in einer komplexen Handlung über Verrat, Leidenschaft, Freundschaft und Loyalität. Alles hinter dem Vorhang des Theaters der Londoner Bühne, versteckt hinter einer Liebeserklärung an Shakespeares oeuvre und angesiedelt im politischen Durcheinander des elisabethanischen Englands. Die Frage nach der wirklichen Identität Shakespeares ist da die spannendste der vielen Geschichten, die erzählt werden, wenn sich der einfältige Schauspieler William Shakespeare für seine nicht selbstverfassten Stücke vom Publikum wie ein Rockstar feiern lässt, während sich der Graf von Oxford (möglicherweise der wahre Urheber der Kulttheaterstücke) auf den Zuschauerrängen windet, weil er nicht zu seiner eigenen Poesie stehen darf. Hier beweist Emmerich seine Hand für die große Inszenierung. Da hätte es nicht gestört, vielleicht den einen oder anderen Royal-Soap-Skandal besser unter den Tisch zu kehren, obwohl sämtliche Akteure darunter Rhys Ifans, Vanessa Redgrave und Rafe Spall eine Glanzleistung abliefern. Auch wenn man das Lichtspielhaus etwas verwirrt und vollgepackt mit Informationen verlässt. Mit der Zeit weiß man, dass man es mit gutem Kino zu tun hatte. Das Interesse für das Thema wächst. Genau wie ein guter Wein, muss „Anonymous“ erst mal ein wenig im eigenen Geiste reifen, bis er seine kompletten Nuancen entfaltet und als das angesehen wird, was er ist: Ein wirklich guter Film. Website zum Film: www.anonymus-film.de

Kunst & Kultur | Kino | ANONYMUS BOLD THE MAGAZINE | 63 Fotos: Sony Pictures Wer war William Shakespeare? Hochstapler, Schauspieler oder Autor? Rafe Spall als William Shakespeare.

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