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IDENTITÄT DIE SUCHE NACH DEM VERLORENEN | WER BIN ICH | YKON PERSONALITY MODIFICATION | KRUPP FOTOGRAFIE | LUIGI COLANI | LOU REED & METALLICA | AURA DIONE | THE BOSS HOSS

86 |

86 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Der Visionär | Luigi Colani Colani betrieb schon immer intensive Forschungen nach ökologischen Lösungen auf der Basis des Bio-Designs und nahm als einer der ersten die Verantwortung des Designers im Zuge der Globalisierung ernst. Er ist heute ein gewichtiges Vorbild für jüngere Generationen, und seine Designentwicklungen sind so aktuell wie zuvor. „Il Futuro è a Milano“, so ist die Codex- Show zum Colani-Designwerk auf der aktuellen Mailänder Triennale betitelt. Hier wird so etwas wie die Rückkehr des Design-Königs in die Heimat der schönen Dinge gefeiert, gerade rechtzeitig zum Jahr der 150-jährigen Einheit des Staates Italien. Der Ort der Ausstellung, der Mailänder Stadtteil Bovisa, entwickelte sich zudem in den vergangenen Jahren vom industriellen Randbezirk zum In-Viertel und zum Design-Zentrum. So gibt es wohl keinen besseren Ort auf der Welt für diese Ausstellung. Die Exponate sind auf 800 m 2 im Innenbereich und 1500 m 2 Außenbereich ausgestellt. Die kürzlich eröffnete umfassende Werkschau des Design-Maestros ist dort noch bis zum 8. Januar 2012 zu sehen. Colani wird dort selbst oft anwesend sein, um Workshops für DesignstudentInnen abzuhalten. AERO DYNAMIK Colani wurde 1928 in Berlin geboren, 1946 begann er dort Bildhauerei und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste zu studieren. Später ging er an die Sorbonne in Paris und lernte dort viel über aerodynamische Konstruktionsprinzipien, was sein dauerhaftes Interesse an den Formen der Natur begründete. Colani begann seine außergewöhnliche Designer-Karriere in den 50er-Jahren in Paris im Bereich des Automobildesigns, 1953 entwickelte er das erste Auto mit Vollkunststoffkarosserie, 1954 wurde ihm die Goldene Rose in Genf für seine gestalterische Tätigkeit bei Fiat verliehen. In Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie entstand so 1981 ein aerodynamisch optimiertes Ökologieauto-Konzept mit extrem geringem Benzinverbrauch: Das zukunftsweisende 1,7-Liter-Auto hat es jedoch nie zur Serienreife gebracht. Hier wird deutlich, dass der Designmeister und Umweltaktivist dem Umsetzungswillen der Industrie sehr weit voraus war und immer noch ist. Aus Colanis seit den 70er Jahren betriebenen aerodynamischen LKW-Studien u. a. für Mercedes Benz entstand ein Nutzfahrzeugkonzept, das eine stromlinienförmige perfekte Formgebung aufweist und damit den Kraftstoffverbrauch um bis zu 30 Prozent senken kann. Das Fahrzeug folgt dabei dem Gestaltungsgrundsatz des Stardesigners: „90 Prozent Natur und 10 Prozent Colani.“ 1989 wurde von einem mit einer neuen Colani-Karosserie versehenen Ferrari Testa d‘Oro, eine Rekordgeschwindigkeit von 351 Stundenkilometer erreicht. Nur wenige der Colani-Entwürfe für die Auto-Industrie wurden letztendlich

Kunst & Kultur | Der Visionär | Luigi Colani BOLD THE MAGAZINE | 87 auch realisiert. Der streitbare Professor sagt dazu: „Solange die Maulhelden in Führungspositionen behaupten, sie wollen Fortschritt, in Wirklichkeit jedoch nicht anderes tun, als den Nachlass zu verwalten und eine riesige Blase vor sich herzutragen, bleibt die Zukunft Deutschlands ein riesiger Luftballon. Diese Konformisten bauen die Autos des zweiten Jahrtausends und haben noch gar nicht begriffen, dass wir bereits mitten im dritten Jahrtausend sitzen.“ DESIGN FACTORY 1972 gründete Colani die Designfactory: Zahlreiche Gebrauchsartikel aus vielen Lebensbereichen wurden durch innovative und revolutionäre Konzepte neu gestaltet. Anfang der 80er Jahre entwickelte Colani für die sich im Aufwind befindliche japanische Kameraindustrie, für die Marke Canon, die ergonomisch gestaltete und dadurch besonders benutzerfreundliche analoge Spiegelreflexkamera T-90. Noch heute ist nicht nur den Digital-SLR- Kameras dieser Marke die biodynamische Designwurzel anzusehen. Seine in dieser Zeit für Sony gestalteten organischen Kopfhörer wurden 1988 in die Design- Sammlung des Museum of Modern Art ...

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