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LEIDENSCHAFT TUGEND ODER SÜNDE | CINEMA PASSIONAT E | THE MAD MEN ERA | NICOLAS CAGE IM INTERVIEW | DE MADRID AL CIELO | MODESELEKTOR | SCHOTTLAND: KLEINES LAND MIT GROSSEM GEFÜHL

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68 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Niklas Jansen Im Gespräch Niklas Jansen Autor: F. Reip Eine Veranstaltung, die so komplex und vielschichtig ist wie die Red Bull Music Academy (RBMA), wirft eine Menge Fragen auf. In einem der Tonstudios, die für die Akademie in einem Gebäude auf dem Matadero-Gelände gebaut wurden, gab uns Niklas Jansen entspannt und trotz des dichten Terminplans in aller Ruhe und Ausführlichkeit die Antworten. Ein Gesspräch über die Ziele der RBMA, das komplexe Auswahlverfahren und Optimismus zwischen Schutt und Geröll. Was genau ist deine Funktion im Rahmen der RBMA? Von ganz genauen Funktionen kann man bei dieser Art Projekt natürlich nur schwer sprechen. Ich arbeite das Jahr über als Redakteur bei RBMA Radio, während der eigentlichen Academy betreue ich dann zudem die Kontakte zu den Equipment- Partnern, sorge also u. a. dafür, dass die Instrumente, die die Teilnehmer benötigen, auch wirklich zur Verfügung stehen. Wenn also etwa jemand aus Atlanta anreist und dann erst bemerkt, dass er noch eine Viola braucht, versuche ich, hier in Madrid eine zu besorgen. Vor etwa vier Jahren habe ich bei der RBMA angefangen; die erste Academy, die ich so richtig mitgemacht habe, war dann die in Barcelona 2008. Wie funktioniert RBMA Radio? Ursprünglich ist die Idee dazu während einer Academy entstanden – was hier passierte, gerade auf den Veranstaltungen abends, sollte auch archiviert und erreichbar, letztlich also hörbar gemacht werden. Die eigentliche Academy ist ja nichts, woran jeder ohne weiteres teilnehmen, wo man einfach hingehen kann. Man konnte immer relativ leicht nachlesen, was an spannenden Dingen passierte, aber die tatsächliche Teilhabe war immer etwas schwierig. Online- Radio war ein Weg, das zu ändern. Zugleich sind über die Jahre unsere Netzwerke natürlich enorm gewachsen, wir haben immer häufiger Festivalbühnen gebucht und Clubnächte veranstaltet. Da lag es nahe, all dies ebenfalls im Radio zu archivieren, genauso unsere Interview-Shows. RBMA Radio verfügt über neun Kanäle, man kann jede Show zu jeder Zeit abspielen. Während der Academy, teilweise auch von Festivals, werden zudem Live-Sendungen über das Radio gestreamt – im Grunde ist es aber Archivradio. So findet die RBMA auch ihren Weg in die breitere Öffentlichkeit, die sie ansonsten als Akademie, als geschlossene Gesellschaft eher nicht sucht. Da ihr als Veranstalter mit viel Begeisterung bei der Arbeit seid – ist es ein Problem für dich, dass die Veranstaltung sich selbst scheinbar nur wenig nach außen kommuniziert? Dazu lässt sich zweierlei sagen: Zum einen ist es in der Tat so, dass wir uns über das, was

Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Niklas Jansen BOLD THE MAGAZINE | 69 wir mit dem Radio machen, bewusst stärker öffnen – gerade auf Festivals spielt das natürlich eine große Rolle. Was das eigentliche Academy-Kernprojekt betrifft, geht es aber eigentlich eher darum, den Menschen, die sich wirklich gezielt und intensiv mit Musik auseinandersetzen, die Möglichkeit dazu zu geben und nicht möglichst laut auf sich aufmerksam zu machen. Diese Konzentration braucht es auch, damit die RBMA als solche funktioniert und von den Musikern auch ernst genommen wird. Es gab keine Momente, in denen du dir gewünscht hättest, stärker für Aufmerksamkeit sorgen zu können? Nein, es gab eher im Gegenteil Gelegenheiten, in denen man mitbekommen hat, dass ja doch viel mehr Menschen das Ganze wahrnehmen, als man dachte: Wenn etwa die Academy in London am Jahresende zu einem der Highlights des Jahres gewählt wird, müssen wir ja doch etwas richtig gemacht haben. Anders gesagt: Die Academy ist eher eine gute Platte, die man seinen Freunden auf Kassette gibt, damit sie diese auch kennen lernen, als irgendetwas, womit man große Plakatwände bekleben will – etwas, bei dem man jemandem in die Augen sehen und sagen möchte, „hier, guck dir das mal an!“ Die RBMA findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt – wie kam es zur Entscheidung für Madrid? Der ursprüngliche Plan hatte eigentlich Tokio vorgesehen, was nach den Katastrophen dort schwierig bis unmöglich wurde. Das fing bei der Frage an, wie schnell wieder alles funktionieren würde, und ging bis zum Zweifel, ob wir guten Gewissens viele Menschen nach Japan einladen konnten, was zum damaligen Zeitpunkt schlicht nicht überschaubar war. Im Frühjahr mussten wir dann einsehen, dass es nicht ging. Es blieb dann nicht mehr soviel Zeit, wie man es sich für die Vorbereitung einer solchen Veranstaltung eigentlich wünscht, und Madrid hat sich u. a. wegen des Matadero- Geländes angeboten, das viel Platz bot und wo auch Gebäude noch nach ihrer Aufgabe suchten. Ganz wichtig war auch, dass das, was wir hier aufbauen, auch eine längerfristige Perspektive hat und für die nächsten Jahre genutzt werden kann. Wie war dann eure tatsächliche Ausgangslage vor Ort? Das Gebäude, das wir jetzt nutzen, war im Grunde noch ein Gerüst, das nur stellenweise Dach hatte, der Boden war größtenteils mit Schutt und Geröll bedeckt. Es galt dann, die Balance zu finden – etwas zu schaffen, das Hand und Fuß hatte, aber eben doch pünktlich zum Start der Academy im Oktober fertig wurde. Wir konnten dabei mit dem Architektenbüro Langarita- Navarro zusammenarbeiten, das zum einen bereits mit dem Matadero-Gelände vertraut war und das sich zum anderen in unser Projekt hineindenken konnte. Schon im Sommer, inmitten des Gerölls – bestand da auch einmal die Sorge, das Ganze nicht zu stemmen? Jede Vernunft hätte gesagt: Das geht nicht! Jede Erfahrung aus der Academy- Geschichte aber sagte: Das klappt am Ende trotzdem irgendwie! Es war aber schon so, dass in der ersten Woche, in der die Participants hier waren, noch Studiofenster eingebaut wurden, das letzte bisschen Farbe gerade noch trocknete. Die Participants wussten, dass die Academy eigentlich in Tokio stattfinden sollte – war der eine oder die andere vielleicht enttäuscht, dass daraus nichts wurde? Stimmt, beim ursprünglichen Aufruf ging es noch um Tokio, wegen der Unsicherheit und des Wechsels haben wir dann die Bewerbungsphase bis zum vergangen April ausgedehnt, den späteren Bewerbern war dann also auch schon klar, dass es mittlerweile um Madrid ging. Frust oder Enttäuschung haben wir nicht erlebt; es haben sich im Gegenteil trotz der Umstände deutlich mehr Menschen beworben als je zuvor , und die Qualität der Bewerbungen ist dabei trotzdem durchgängig hoch geblieben. Wie wurden aus dieser Masse an Bewerbern letztendlich die 60 Participants herausgefiltert? Das ist ein relativ gründlicher bis umständlicher Vorgang. Es gibt ein großes, kürzlich nochmals erweitertes Feld von Musikern und Musikjournalisten, die zunächst jede Bewerbung einmal bewerten. Diese Bewerbung besteht zunächst aus einem wirklich langen Fragebogen, den man von Hand ausfüllen muss, zudem muss man ...

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