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BOLD THE MAGAZINE No.03

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52 |

52 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Sehenswert | Ausstellungen Vom Image der schönen aber unbedarften Prinzessin wollte sie sich ein für allemal lösen. ROMYS LIEBE ZU FRANKREICH Romy Schneider ging Ende der 50er Jahre nach Paris, um Theater zu spielen und endlich im Jahr 1958 einen künstlerisch herausfordernden Film zu drehen: „Christine“, ein französisch-italienisches Melodram des Regisseurs Pierre Gaspard- Huit, basiert auf Arthur Schnitzlers Schauspiel „Liebelei“ und dreht sich um ein junges Liebespaar in Wien kurz nach der Jahrhundertwende. Romy steht hier erstmals mit dem erfolgreichen und charismatischen Schauspieler Alain Delon vor der Kamera, mit dem sie auch bald eine private Beziehung verband. Bis 1958 hatte Romy Schneider diese großen Emotionen, die sie jetzt mit Delon auch im privaten zeigte, nur im Film gespielt, was ihr das deutsche Publikum in spießiger und äußerst unfairer Weise übel nahm, da es wohl weiter an das Idealbild einer unberührten, naiven Sissi glauben wollte. 1962 sorgte der von Luchino Visconti inszenierte Teil des Episoden-Films „Boccaccio ‘70“ mit der Rolle Romys als einer sich prostituierende Ehefrau für weitere ablehnende Stimmen aus ihrer deutschen Heimat. International wurde sie hingegen zunehmend als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen und gefeiert. Das französische Publikum war offen für Romy Schneiders künstlerische Foto: H. Köster, Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Berlin Romy Schneider und Michel Piccoli bei den Dreharbeiten von „La Voleuse“, 1966

Kunst & Kultur | Sehenswert | Ausstellungen BOLD THE MAGAZINE | 53 Filmambitionen und ließ der Schauspielerin den Freiraum, sich durch Charakterrollen in Filmen der Nouvelle Vague weiter zu entwickeln. Auf Romys neuem künstlerischen Weg entstand 1962 unter der Regie von Orson Welles die französisch-deutsch-italienische Kafka-Adaption „Le Procès“. Orson Welles sagte von Romy, sie sei „die beste Schauspielerin ihrer Generation“. 1968 setzte sich Romy Schneider an der Seite Alain Delons mit dem Film „La Piscine“, endgültig als anerkannte Schauspielerin durch. In dem Visconti-Film „Ludwig II“ aus dem Jahre 1974 ist Romy noch einmal in der Rolle der Elisabeth von Österreich zu sehen. Der eigensinnige und extravagante junge König Ludwig von Bayern ist darin mit seiner Cousine Elisabeth durch eine große und vertrauensvolle Nähe verbunden, aus der nie mehr werden konnte. Eine besonders glückliche Rollenbesetzung, da Romy diesmal nicht mehr die Märchenprinzessin, sondern die Weiterentwicklung zu einer gereiften Persönlichkeit der älteren Elisabeth spielen konnte. Bei den Dreharbeiten zu ihrem letzten Film musste Romy Schneider den tragischen Unfalltod ihres Sohnes erleiden. „La passante du Sans-Souci“ erschien nur wenige Wochen vor dem Tod der einzigartigen Schauspielerin. Sie starb, nach Überzeugung ihrer vielen Verehrer auf der ganzen Welt, schließlich an einem gebrochenen Herzen.. ROMY UND DIE ÖFFENTLICHKEIT Unvergessen ist Romy Schneiders Auftritt 1974 in Dietmar Schönherrs Talkshow „Je später der Abend“: In lasziver und provokanter Weise war sie offensichtlich bemüht, ihre Rolle als brave Sissi endgültig zu zerstören und traf an diesem Abend auf einen mehr als passenden Partner, nämlich auf Burkhard Driest, der ebenfalls als Talkgast eingeladen war. Driest saß wegen eines Banküberfalls im Gefängnis, hatte über diese Zeit das Buch „Die Verrohung des Franz Blum“ geschrieben und spielte in der gleichnamigen Verfilmung die Hauptrolle. Driest, in Lederjacke, mit geöffnetem Hemd und Halskette, war in der gesamten Erscheinung eine direkte Provokation der bürgerlichen Ansichten dieser Zeit und Romy sprang sofort auf ihn an, betrachtete ihn mit freudigen und unverhohlen interessierten Blicken, legte ihre Hand auf seinen Arm und sagte zwei Mal, damit es unmissverständlich klar war: „Sie gefallen mir!“ Der damit bezweckte mediale Aufruhr ließ nicht lange auf sich warten und beschäftigte die Medien mehrere Wochen lang. Hommage für eine Legende Die Ausstellung in Bonn präsentiert das umfangreiche Werk Romy Schneiders, das durch ein hohes Maß an Professionalität und ihren Aufstieg zu einem der größten Stars des französischen Kinos geprägt ist. Originalkostüme, bisher noch unbekannte Fotografien, Dokumente, ...

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