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BOLD THE MAGAZINE No.07

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DYNAMIK DIE TREIBENDE KRAFT | DER KÜNSTLER: BRYAN ADAMS | IM INTERVIEW: MARK WAHLBERG | NEW FASHION | ROAD TRIP MAROKKO | MEGALOPOLIS ISTANBUL | MICHAEL MICHALSKY | BOSSE

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68 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track Track-By-Track Bosse Kraniche Autor: F. Reip Im vergangenen Sommer tauchte erstmals der Sammelbegriff der „Deutschpoeten“ auf – deutscher Liedermacher- Pop ist wieder angesagt: Der Leader of the Pack ist (Axel) Bosse, der dieser Tage bereits sein fünftes Album veröffentlicht. Auf einer schnuckeligen Ledercouch in einem Berliner Hotel erzählt der Hamburger von den zwölf Songs auf „Kraniche“ ... KRANICHE Als alle Songs für das Album fertig waren, hat sich gezeigt, dass „Kraniche“ der Mittelpunkt ist – musikalisch wie textlich. Es geht vor allem um eine Zugfahrt und darum, sich zu entspannen und Sachen zu verarbeiten. Ich war vor zwei Jahren mal in Japan in einer Bibliothek, die wirklich nur auf Kraniche spezialisiert war – Wände voller Bücher über Langlebigkeit, für die der Kranich in der japanischen Mythologie steht. Ein Tier, das so lang fliegen muss, um an sein Ziel zu kommen ... das fand ich toll! SCHÖNSTE ZEIT Das Stück huldigt meinem alten Helden Kurt Cobain, und es huldigt dem Moment, in dem vieles seinen Anfang nahm. Es feiert Momente, in denen man Sachen zum ersten Mal erlebt. VIER LEBEN „Vier Leben“ ist hinten raus extrem pompös geworden. Es ist ein Lied über Speed, das eigentlich total langsam beginnt und sich dann aufbaut. Es sagt einfach nur, dass wir in der heutigen Zeit so viele Dinge im Kopf haben und so viele verschiedene Leben leben müssen – die aber alle irgendwas mit Druck zu tun haben, dass wir darüber das eine wichtige Leben vergessen. SO ODER SO Der absolute Bastard auf dem Album. So nenne ich immer den einen Song, bei dem es einfach nicht funktioniert – und über den möchte ich jetzt auch gar nicht weiter sprechen! (lacht) ISTANBUL Meine Frau ist Deutsch-Türkin. Sie ist Schauspielerin, und wir haben deshalb mit unserer Tochter für ein halbes Jahr in Istanbul gelebt. Eine Stadt voller Adrenalin, an jeder Ecke sprießt etwas Neues. Der Song hält den Moment fest, als wir eines Abends über die Istiklal (die Fußgängerzone Istanbuls, Anm. d. Red.) nach Hause wackelten und Abschied nahmen von der Stadt und unseren Freunden. Das Stück war in zehn Minuten fertig, und ich wusste: Es geht wieder! Ich dachte mir: Wenn ich mir jetzt noch weltmusikalische Instrumente dazu hole – und die hatten wir da alle vor der Tür: Kürbisgeigen, eine Ud oder eine Saz, dann habe ich eine neue Vision fürs Album! ALTER AFFE ANGST Ich wollte immer ein Lied über Verlustängste schreiben, über die Ängste, die man als Vater hat, die man hat, wenn man starker Raucher ist – die man hat, wenn man in ein Alter kommt, da links und rechts von einem Leute plötzlich schwere Krankheiten bekommen, obwohl sie genauso alt sind wie man selbst. Ich habe mich das aber nie getraut, habe immer nach einem passenden Bild gesucht – der alte Affe Angst war dieses passende Bild. Weil es niedlich ist, ein bisschen monstermäßig – und auch ein bisschen bescheuert. Der Song sollte so filmisch wie nur möglich

BOLD THE MAGAZINE | 69 war ziemlich am Ende, hatte auch Probleme mit meinen Ohren und so eine Grundheiserkeit von der Tour – und habe dann direkt ein Lied übers Entspannen geschrieben. Es feiert die kleinen Dinge und macht sie zu großen: Ich glaube, so ein Wort wie „Stachelbeeren“ habe ich nicht mehr gesagt, seit ich fünf war. Foto: Universal Music, N. Stiller sein, mit dem größten Augenzwinkern und gleichzeitig mit der größten Angst. VIVE LA DANSE Eine Nummer wie ein schlechtes B-Movie aus Amerika. Es geht um eine Stripperin, die auf ihrem Knöchel die Worte „Vive La Danse“ tätowiert hat. In meiner Vorstellung ist der Song voller Las Vegas-Geblinke für extrem Arme. Ich wollte einen Tanzsong haben, über eine Tänzerin, die einfach alle enttäuscht – sogar sich selbst. Um dieses Gefühl ging es mir. FAMILIENFEST Im Moment meine Lieblingsnummer auf dem Album. Eine Freundin hat mir einmal ihre Familiengeschichte erzählt. Ich hatte bis dahin gedacht, wir kämen aus einem ähnlichen Umfeld, einer ziemlich heilen Familie – im Gespräch zeigte sich dann aber, dass das ganze Tennisröckchen-Gehabe ein Riesenfake gewesen war und sie eine ziemlich kaputte, gewalttätige Kindheit gehabt hatte. In dem Text geht es um ein Fest, bei dem die heile Fassade allmählich bröckelt. Ich wollte dann zu dem krassen Text musikalisch einen Gegenpol setzen und habe mich für einen sehr beschwingten Walzer entschieden und für ein Orchester, das fröhlich dahinzwitschert. Die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf den Song, deswegen mag ich ihn auch am liebsten. BRILLANT Ja, brillant! (zwinkert) Ich stehe voll auf die Nummer! Es wird gepfiffen – so eine asiatische Melodie, die ich irgendwie schon immer mal loswerden wollte – uptempo und zum Tanzen. Viel mehr wollte ich hier auch gar nicht. MÜSSIGGANG „Müßiggang“ ist gut geworden! Ich habe das Stück in Italien geschrieben, in Umbrien. Ich SOPHIE Ein Lied über ein zweites Gesicht – über jemanden, der einem offen ins Gesicht lügt, und das auch so, dass es jeder zweite im Raum merkt. Das Ganze ist mir auch wirklich passiert, in Lausanne. Normalerweise würde mich so etwas ja total abturnen – aber ich fand es irgendwie gut. Ich hatte Lust darauf, angelogen zu werden – und mich damit zu beschäftigen, warum das so war. KONFETTI Zu dem Lied sagen alle immer, das ist so kitschig – und da sag’ ich immer, ja, stimmt! Wenn ich knallvoll bin – und darum geht’s in dem Song, dann werde ich pathetisch. Wenn dann meine Freunde bei mir sind, kriegen die das volle Programm ab. Und genau das finde ich super! Für mich persönlich die zweitbeste Nummer auf dem Album. Link zum Thema: www.axelbosse.de

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