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BOLD THE MAGAZINE No.31

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ELEGANZ SPECIAL TOPIC: INTERIEUR | DESIGNTEMPEL ZUHAUSE: WIE WIR WOHNEN | IM GESPRÄCH: DIANE KRUGER | 60 JAHRE FIAT 500 | IM INTERVIEW: CARL F. BUCHERER CHEF SASCHA MOERI | MYTHOS TOSKANA

Foto: H. Krause / E.

Foto: H. Krause / E. Wurm Installationsansicht MKM 2017 38 | BOLD THE MAGAZINE ART | SEHENSWERT

ART | SEHENSWERT BOLD THE MAGAZINE | 39 „Vor mir ist nichts sicher,“ verspricht Erwin Wurm und fragt gleichzeitig: „Was ist Skulptur?“ Wurm hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kunstbegriff an seine Grenzen und weit darüber hinaus zu führen. Bestrickte Wände, Autos mit übertrieben rundlichen Formen oder riesenhafte Essiggurken: Erwin Wurm provoziert Verwirrung. Seine kreative Strategie: Jederzeit und überall kann für den erlebenden Betrachter eine hintergründige Überraschung lauern. Bei ihm sind die Dinge nicht das, was sie scheinen. Seine Objekte offenbaren eine Transformation. Wurm dazu: „Ich finde spannend, was passiert, wenn man Alltagsgegenständen den Nutzwert entzieht und bekannte Formen neu interpretiert.“ Im MKM hat Erwin Wurm nicht weniger als 90 Meter Wand flächendeckend mit grasgrüner Strickware ausgestattet. Der übergroße Pullover transformiert zur Wandskulptur, und der unvorbereitete Besucher befindet sich überraschend umgeben von diesem monumentalen Kunstwerk, das mit seinen, in Relation zum großen Ganzen, winzigen Ärmeln, eine Menge von Wurms Humor zeigt – und das komplexe bildhauerische Fragen nach Körper, Objekt, Volumen und Leere einfach mit einer riesigen Fläche aus grüner Wolle beantwortet. Der Betrachter ist gefordert, seine Kunstbegrifflichkeit in Frage zu stellen, neu zu überdenken und gegebenenfalls zu erweitern – oder einfach genussvoll zu betrachten. In der gläsernen Eingangshalle des Lehmbruck Museums wird das Automobil Wurms präsentiert. Die Situation ähnelt der in einem Autohaus. Das Objekt der Begierde wird von neugierigen Besuchern aus der Nähe inspiziert. Die Außenhaut des „Carrera“ glänzt verführerisch rot – eine überbordende Sinnlichkeit der Formen springt dem Betrachter ins Auge. Das Objekt selbst hat natürlich auch vier Räder unter seinem geschwollenen Kleid – es kann, wie auf den zweiten Blick ersichtlich, jedoch nicht fahren. Die pummeligen Formen zaubern jedem Betrachter ein anhaltendes Lächeln ins Gesicht. Hier ist die Skulptur als Kunstgenre greifbar nah und irgendwie auch wieder fern. Bei Wurm birgt eine zunächst als zugänglich erscheinende Formensprache eine komplex-hintersinnige Vielschichtigkeit. Die oft zugeschriebene Sozialkritik, als Spiegel der gesellschaftlichen Zustände, ist sicher auch ein Bestandteil – den sinnlichen Dimensionen von Wurms Werken wird dies allein jedoch nicht gerecht. Ein begeisternder Höhepunkt sind die One Minute Sculptures, welche die Mitmacher direkt in das Kunstwerk integrieren, und es durch sie vollendet. Die Drinking Sculptures im Lehmbruck Museum gehen indes noch einen Schritt weiter: Die umgebauten Möbelstücke erscheinen zuerst harmlos, in den Barfächern ist jedoch Alkohol gelagert. Hier erhält der Besucher eine kurze, handgeschriebene Anweisung: „Follow the instructions and get drunk“. Das Museum wird augenblicklich von seiner starren Förmlichkeit befreit und transzendiert zu einer Art Kellerbar. Es mutiert zum persönlichen Happening und offener Heiterkeit. Von der umgebenden Tapete, schaut der Künstler von allen Seiten, auf die museal-ungewohnte Szenerie. Mal verdreifacht sich hämisch-lächelnd sein Kopf, mal kommen ihm Zeitungen aus den Ohren, oder eine comicartige Figur mit dem Kopf des Künstlers zeigt auf eine Campari-Flasche. Söke Dinkla (Direktorin Lehmbruck Museum) und Walter Smerling (Direktor MKM Museum Küppersmühle) sagen zur Ausstellung: „Wir freuen uns, dass es gelungen ist, Erwin Wurm in einer breit gefächerten gemeinsamen Retrospektive ins Ruhrgebiet zu holen. Mit seinen Werken erschafft er eine fantastische Welt – eine Welt, so, wie sie sein könnte.“ Wurm selbst äußert sich zu seinen künstlerischen Absichten meist eher rätselhaft, beispielsweise so: „Es geht um die Schwierigkeit, das Leben zu meistern. Egal, ob mit einer Diät oder mit einer Philosophie“. Zwei außergewöhnlich spannungsreiche Ausstellungen im Kunstjahr 2017: Highly recommended! Erwin Wurm Lehmbruck Museum Bis: 29. Oktober 2017 www.lehmbruckmuseum.de MKM – Museum Küppersmühle Bis: 3. September 2017 www.museum-kueppersmuehle.de

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