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BOLD THE MAGAZINE No.32

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KREATION SPECIAL TOPIC: TECHNIK | IM GESPRÄCH: PORSCHE DESIGN CHEF ROLAND HEILER | LIAM NEESON | DESIGNER TAD TOULIS | MARILYN MANSONS KREATIVITÄT | TOKYO: MODERNE & TRADITION

Foto: Mo Yi „Rot“,

Foto: Mo Yi „Rot“, 1985 28 | BOLD THE MAGAZINE ART | SEHENSWERT

ART | SEHENSWERT BOLD THE MAGAZINE | 29 Offizielles Ziel der proletarischen Kulturrevolution war die Beseitigung reaktionärer Tendenzen unter Parteikadern, Lehrkräften, Kunst- und Kulturschaffenden. Gegner dieser Politik, innerhalb und außerhalb der Partei, wurden gnadenlos verfolgt, gefoltert, in Gefängnisse und Arbeitslager gesteckt oder getötet. So soll es in der Zeit von 1966 bis 1976 mindestens 400.000 Tote in China gegeben haben. Die Auswüchse dieser Kulturrevolution drangen tief in die traditionellen gesellschaftlichen Strukturen ein und zerstörten diese. Jugendliche wurden dazu aufgefordert, ihre Eltern als „Konterrevolutionäre“ oder „Rechtsabweichler“ zu denunzieren und auszuliefern, was auch oft genug geschah. Die revolutionären Schüler und Studenten schlossen sich zu den „Roten Garden“ zusammen, welche Lehrer, Ärzte, Künstler, Mönche und Parteikader verfolgten. Kulturdenkmäler, vor allem Tempel, Bibliotheken und Museen, wurden zerstört. Erst mit dem Tode Mao Zedongs wurde die Kulturrevolution offiziell für beendet erklärt. Und erst nach der diplomatischen Anerkennung Chinas durch die USA im Jahr 1979 wurden die überlebenden Opfer rehabilitiert. Wie kaum ein anderes Ereignis hat die Kulturrevolution in den vergangenen fünfzig Jahren die bildenden Künste in China beeinflusst. Mit ihr ist eine radikale Abwendung von traditionellen chinesischen und von westlichen Kulturwerten verbunden. Für die Durchsetzung der politischen Ziele spielten bei der Mobili- sierung der Massen neben Plakaten und Wandzeitungen auch Film und Fotografie eine entscheidende Rolle. Pressefotos wurden nicht nur in Zeitungen und Illustrierten abgedruckt, sie wurden auch über zentrale Versandstellen für die Wandzeitungen in ganz China verschickt und dienten als Vorlagen für großformatige Plakate. Die historischen Aufnahmen jener Jahre bilden das Fundament für die Arbeiten aktueller Fotografen und Künstler, welche Gruppenporträts, private Fotografien oder Presseaufnahmen bedeutender Ereignisse auf vielfältige Art transformieren und in gegenwärtige Bildsprachen überführen. Die Ausstellung „Arbeiten in Geschichte. Zeitgenössische chinesische Fotografie und die Kulturrevolution“ eröffnet den Blick auf ein wenig erforschtes Kapitel der Fotografiegeschichte. Die von Wang Huangsheng, dem Direktor des Kunstmuseums der Central Academy of Fine Arts, Peking, Guo Xiaoyang, der stellvertretenden Direktorin des Minsheng Art Museums, Peking und Ludger Derenthal, dem Leiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, kuratierte Ausstellung stellt die plakative Bildwelt der Kulturrevolution den zeitgenössischen Positionen gegenüber. Die historische Perspektive eröffnet so einen eher verständnisvollen Blick des westlichen Betrachters auf die zeitgenössische chinesische Fotokunst. Fotokünstler wie Cai Dongdong, Cao Kai, Mo Yi, Wang Qingsong, Wang Youshen und Zhang Dali untersuchen in ihren Arbeiten Formen der Zensur und Montage, hinterfragen die Bildmittel der Heroisierung von Mao Zedong, ausgewählter Parteikader und Soldaten im Bild oder stellen Presseaufnahmen in völlig neue Kontexte. Das Bild aus der großformatigen Bildserie über den Gelben Fluss von Zhang Kechun nimmt beispielsweise Bezug auf ein inszeniertes historisches Ereignis (Bild Seite 26/27): Die schwimmende Prozession, in Erinnerung an Mao Zedongs Durchquerung des Yangtze im Sommer 1966, die das Porträtbild des Großen Vorsitzenden mit sich führt. Zur Zeit der Kulturrevolution wurde die sportliche Leistung Maos in vielen Fotografien und Texten dargestellt, um seine Gesundheit und damit seinen Führungsanspruch zu dokumentieren. Im Rahmen des deutsch-chinesischen Kulturprogramms, das in diesem Jahr aus Anlass des 45-jährigen Jubiläums der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China begangen wird, zeigen die Staatlichen Museen zu Berlin insgesamt sechs Sonderausstellungen zum Themenkreis „China und Europa“. Zeitgenössische chinesische Fotografie und die Kulturrevolution. Bis: 7. Januar 2018 Museum für Fotografie Jebensstraße 2, 10623 Berlin www.smb.spk-berlin.de

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