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BOLD THE MAGAZINE No.34

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GESTALTUNG SPECIAL TOPIC: DESIGN | WHY COLOR: JOEL MEYEROWITZ | IM GESPRÄCH: NOOMI RAPACE | KISS-LEGENDE: GENE SIMMONS | GESTALTUNG HEISST VERÄNDERUNG: DESIGNER CHRISTIAN BAUER

24 |

24 | BOLD THE MAGAZINE ART | THE VAULT EXPERIENCE Seit mehr als 50 Jahren ist Gene Simmons im Musik-Business. Jetzt bringt die KISS-Legende ein gigantisches CD-Boxset in Form eines Tresors heraus. Kostenpunkt zwischen 2.000 und 50.000 Dollar! Typisch Simmons. Als einer der ersten Rock-Musiker witterte der Ex-Lehrer Anfang der 70er das große Geschäft mit allem, was das Fan-Herz begehrt – und baute mit dem Vergabe von Merchandising-Lizenzen ein Millionen-Imperium auf. Mit „The Vault Experience“ blickt Simmons nun auf seine einmalige Karriere zurück. In dem 17 Kilogramm schweren Tresor befinden sich 150 bisher unveröffentlichte Songs, verpackt in einem dicken Lederbuch mit Anekdoten und allerhand weiteren Devotionalien. „Ich will nicht, dass ich irgendwann sterbe und die Plattenfirma dann posthum so eine Box veröffentlicht“, erklärt Simmons beim Treffen mit BOLD im Berliner Hyatt Hotel. Der Preis ist wieder mal heiß, doch wer 50.000 Dollar locker macht, den besucht Simmons sogar zu Hause – nur putzen, so steht es in den AGBs, wird er nicht. Mr. Simmons, bei aller Liebe zu Kiss und Ihrer Musik: So hübsch “The Vault Experience” auch gestaltet und ausgestattet sein mag – aber welcher Fan gibt dafür die stattliche Summe von 50.000 Dollar aus? Glauben Sie mir – davon gibt es einige. Natürlich ist das nicht billig, aber wenn ich ein Konzert spiele, verdiene ich bis zu einer Million, bei Keynotes bis zu 500.000 Dollar. Die Home Experience kostet nur ein Zehntel. Und Sie übergeben die Box wirklich persönlich? Ja, die Box soll eine Art Dankeschön an meine Fans sein. Ich will die Leute treffen, die mir mein Leben ermöglicht haben. „Denn ohne sie würde ich Burger braten. Das mit dem Treffen funktioniert so: Ich überreiche jedes Exemplar von „The Vault“ höchstpersönlich, und zwar bei eigens organisierten Fan-Events, für die ich um den ganzen Globus und auch nach Deutschland reisen werde. Die Leute denken, ich sei verrückt geworden. Aber ich will es halt auf meine Art machen ... Wie kommt es, dass Sie so gut deutsch sprechen? Ich hatte sechs Monate Deutschunterricht in der Schule. Den Rest habe ich von den deutschen Frauen auf den Tourneen mit Kiss gelernt. Ich wusste schon immer, wie man das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet. (lacht) Vor allem die Ansprachen müssen sitzen. „Du bist sehr schön“ oder „Wie heißt du?“ in perfektem Deutsch, das bringt dich bei Frauen schnell ans Ziel. Sie sind nicht nur für Ihre Zielstrebigkeit beim weiblichen Geschlecht berühmt, sondern gelten auch als erster Rocker-Star mit ausgeprägtem Geschäftssinn. Kiss haben seit ihrer Gründung im Jahr 1973 weltweit über 100 Millionen Alben verkauft. Richtig Geld spülte aber nicht zuletzt das Geschäft mit Lizenzen in Ihre Kassen. Wie ist es Ihnen gelungen, aus Kiss ein Unternehmen zu formen? Kiss ist mehr als ein Unternehmen, Kiss ist eine Marke. Das macht Kiss so wertvoll. Jede Band sollte zusehen, dass sie sich zur Marke entwickelt, sonst wird sie von der Musik kaum leben können. Mit dem Verkauf von Alben lässt sich in Zeiten von Streaming-Diensten wie Spotify oder Apple Music kein Geld mehr verdienen. Ich will diese Entwicklung nicht verteufeln. Sie setzt allerdings voraus, dass ein Musiker wie ein Banker denkt und die Vermarktung nicht allein seinem Management überlasst. Musiker, die meinen, sie könnten sich nur noch auf ihre Musik konzentrieren, haben den Schuss nicht gehört. Was heutzutage zählt, sind Merchandising und Konzerte. Spielst du in großen Hallen, kannst du Shirts und Baseball-Caps verkaufen, was in mehrerlei Hinsicht gut ist: T-Shirts sind eine veritable Einnahmequelle, die Fans tragen sie überall und sorgen so für einen konstant hohen Bekanntheitsgrad. Das ist für jede Weltmarke wichtig, und Kiss ist eine Weltmarke, die jeder kennt. Ob jung oder alt. Kiss spielt als Trademark in einer Liga mit Konzernen wie Coca Cola oder Porsche. Was antworten Sie denen, die KISS Ausverkauf und pure Geldabschneiderei vorwerfen? Immerhin knöpfen

ART | THE VAULT EXPERIENCE BOLD THE MAGAZINE | 25 Sie Ihren Fans sogar für Meet & Greets bis zu 1.000 Euro ab. Rock 'n' Roll ist ein Geschäft. Es besteht eine Nachfrage an Meet & Greets, und wir befriedigen diese Nachfrage mit unseren Angeboten. Das ist Marktwirtschaft. Andere Stars wie Britney Spears oder Avril Lavigne haben das kapiert und unser Konzept längst übernommen. Wann haben Sie kapiert, dass sich mit KISS über die Musik hinaus Geld verdienen lässt? Gleich bei einer unseren ersten Shows 1973 fiel uns auf, dass die Fans eigene Shirts mit dem Logo der Band entworfen hatten, weil es sonst keine Band-T-Shirts zu kaufen gab. Also dachten wir uns: Die Fans verlangen nach T-Shirts, dann bieten wir ihnen T-Shirts an. Daraufhin ließen wir unser Logo und unsere geschminkten Gesichter markenrechtlich schützen und druckten sie auf so ziemlich alles, was sich verkaufen lässt. Wir erschlossen einen völlig neuen Markt. Durch uns wurde Band-Merchandising zum Big Business. Steckte hinter Kiss von Anfang an ein Businessplan? Nein, Businesspläne, Vermarktungsstrategien und Kohorten von Anwälten, die sich um Lizenzen und den ganzen juristischen Kram kümmern sollten, kamen erst später ins Spiel. Anfangs hatten wir lediglich eine Vision. Wir waren ehrgeizige Newcomer mit guten Songs, aber das allein hätte für den großen Durchbruch wahrscheinlich nicht gereicht. Um für echte Furore sorgen zu können, mussten wir uns auch optisch von anderen Bands unterscheiden. Dann kam uns die Idee mit dem Make-Up. Der Rest ist Geschichte. Haben Sie einen Überblick über Ihre Lizenzen? Aktuell gibt es über 5.000 Kiss-Lizenzen. Von Kiss-Kondomen bis Kiss-Särgen. Man kann mit KISS kommen oder einen Abgang machen. (lacht) Wir haben in Las Vegas einen KISS Golf Court, betreiben eine landesweite Restaurantkette, und die „L.A. Kiss“ sind das einzige Football- Team in Los Angeles. Auf die bin ich besonders stolz. In den 80ern haben Sie in einigen Kinofilmen mitgewirkt, die von Kritikern verrissen wurden. Würden Sie Ihren Ausflug in die Schauspielerei unter Misserfolge verbuchen? Nicht wirklich, die Schauspielerei war für mich immer nur ein Hobby. Egal, ob ich für Kinofilme oder in Serien wie CSI oder Castle vor der Kamera gestanden habe, im Vordergrund stand für mich immer nur der Spaß und nicht der unbedingte Wille, als Schauspieler Preise abzuräumen oder komplett das Fach zu wechseln. Trotz Ihrer fehlenden Ambitionen – schmerzt es Sie rückblickend nicht doch ein bisschen, die männliche Hauptrolle in dem Oscar-prämierten Kultfilm „Flashdance“ abgelehnt zu haben? Es heißt, Sie hätten Angst um Ihr Rocker-Image gehabt ... (lacht) Dabei hätte ich noch nicht mal tanzen müssen! Der Image-Aspekt war gar nicht so ausschlaggebend. Ich hatte Verpflichtungen mit Kiss, die bereits vertraglich fixiert waren. Aus ähnlichem Grund musste ich auch die Rolle des Bösewichts in dem James Bond-Film „Lizenz zum Töten“ ablehnen. Außer bei Low Budget-Produktionen, wo du in drei Wochen immer mal wieder für ein paar Szenen vorbeikommen kannst, nimmt ein Blockbuster-Kinofilm unfassbar viel Zeit in Anspruch. Für den Bond hätte ich drei bis sechs Monate zur Verfügung stehen müssen und zwar ununterbrochen. Für den Chef eines erfolgreichen Rock ’n’ Roll-Unternehmens damals wie heute nahezu unmöglich. Wie würden Sie Ihr Erfolgsrezept beschreiben? Um richtig viel Geld zu verdienen, musst du hungrig sein. Nach Geld, einem besseren Leben, besserem Essen, tolleren Autos. Hübscheren Frauen ... Selbstverständlich! Der Rock ’n’ Roll ist voller Bands, die nur gegründet wurden, um Mädels flachzulegen. Frag mal die Rolling Stones! (lacht) Ganz egal, was dich antreibt: Du musst dir Ziele setzen und dir darüber bewusst sein, dass du nur ein Leben hast, dass deine Zeit endlich ist – also nutze sie! Selbst wenn du

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