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BOLD THE MAGAZINE No.42

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INSPIRATION SPECIAL TOPIC: CAR | IM INTERVIEW: ANTONIO BANDERAS | DER NEUE OPEL CORSA-E | FOTOGRAF RÉHAHN | VIETNAM | BARBADOS | PHILIPPINEN | SWATCH BIG BOLD COLLECTION | AUTORIN TESS SHARPE

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12 // BOLD THE MAGAZINE INTERVIEW / ANTONIO BANDERAS Herr Banderas, schon Ihren ersten Kinofilm 1982 inszenierte Pedro Almodóvar, man könnte sagen, dass er Sie entdeckt hat. Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie sich damals begegnet sind? Na klar. Wir waren jung, ich gerade einmal Anfang 20. Wir machten nur, worauf wir Lust hatten, und verließen uns ausschließlich auf unsere Intuition. Es gab keine Vergangenheit, nur den Moment – und natürlich die Zukunft. Wir befanden uns aber auch allgemein in einer aufregenden Zeit in Spanien, denn die Diktatur war endlich zu Ende und ein Gefühl von Freiheit wehte durchs Land. Trotzdem war es immer noch ein konservatives, katholisches Land, deswegen war es so aufregend, dass Pedro plötzlich alle Regeln brach. Nicht nur im Kino, sondern auch gesellschaftlich. Alles, was wir damals machten, wurde zum Skandal. Und das gefiel Ihnen? Ich fand das wichtig und überfällig. Meine Mutter war natürlich anfangs entsetzt. Nachdem sie unseren Film „Das Gesetz der Begierde“ gesehen hatte, war sie empört: Warum hast du mich nicht gewarnt, dass du da einen Mann küsst? Ich hatte alle meine Freundinnen dabei! Aber auch sie, die in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen ist, hat irgendwann realisiert und vor allem akzeptiert, dass wir in einem neuen Spanien angekommen waren. Dafür war Pedro mitverantwortlich – und diese Veränderungen aus der ersten Reihe mitzuerleben, war eine einmalige Erfahrung. In den neunziger Jahren haben Sie dann trotzdem Spanien und Almodóvar den Rücken gekehrt ... Aber das war kein Bruch im Bösen, sondern eine normale Entwicklung. Ich liebte es, Teil von Pedros Team zu sein und fühlte mich wie ein Rockstar. Egal, wo wir in Madrid hinkamen, sorgten wir für Aufsehen: Oh, da kommen die Almodóvar-Leute. Trotzdem war immer klar, dass wir nicht ein Leben lang und ausschließlich miteinander arbeiten würden. Ich war bereit für mein eigenes Abenteuer und er für neue Mitstreiter. Doch wir blieben immer Freunde. Und dass wir irgendwann auch in der Arbeit wieder zusammenfanden, ist bis heute für mich das Größte überhaupt. Im neuen Film „Leid und Herrlichkeit“ spielen Sie nun einen Regisseur, der mit Almodóvar viele Ähnlichkeiten aufweist. Hatten Sie das Gefühl, Ihren Freund zu verkörpern? Natürlich ist diese Figur eine Fiktion und damit eigentlich eine Rolle wie alle anderen auch. Aber klar: Mit diesem Film nimmt Pedro sich selbst und sein Leben unter die Lupe, privates wie berufliches. Wahrscheinlich ist „Leid und Herrlichkeit“ in gewisser Weise eine Art Aussöhnung mit sich selbst. Vieles habe ich aus dem echten Leben in abgewandelter Form wiedererkannt, etwa sein Verhältnis zu seiner Mutter. Und der Schauspieler, zu dem der Regisseur im Film viele Jahre nach einem Streit wieder Kontakt aufnimmt, ist sicherlich eine Mischung aus vielen Schauspielerinnen und Schauspielern, mit denen Pedro im Laufe der Jahre eng zusammengearbeitet hat. Mich selbst eingeschlossen! Sind Sie selbst auch schon an einem Punkt in Ihrem Leben, an dem Sie anfangen, Bilanz zu ziehen? In gewisser Weise vielleicht. Vor zweieinhalb Jahren hatte ich einen Herzinfarkt, und das war eine Erfahrung, durch die ich viel gelernt habe. Mit einem Mal sieht man viel klarer auf die eigenen Prioritäten; vieles von dem, was man die längste Zeit als unglaublich wichtig erachtet hat, erweist sich als alles andere als das. Dem Tod ziemlich direkt ins Auge zu sehen und zu realisieren, dass von einem Moment auf den nächsten alles vorbei sein kann – das ist im Grunde die beste Universität, die das Leben zu bieten hat, um es einmal so auszudrücken. Niemals sonst lernt man schneller. Woran erinnern Sie sich am meisten, wenn Sie an den Herzinfarkt zurückdenken? Ich denke noch oft an eine ältere Krankenschwester, die sich in London um mich kümmerte, nachdem mir drei Stents eingesetzt worden waren. Sie erinnerte mich daran, dass das Herz nicht nur ein Organ ist, das Sauerstoff durch den Körper pumpt, sondern auch die Lagerhalle der Gefühle ist. Und sie warnte mich, dass ich sehr traurig und empfindsam werden würde. Plötzlich fing ich zu weinen an, wenn ich Filme sah oder ein schönes Gedicht las. Pedro erkannte beim Dreh zu „Leid und

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