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BOLD THE MAGAZINE No.44

PRECIOUS KEIRA KNIGHTLEY | MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) | DAVID LACHAPELLE | KARL LAGERFELD & PUMA | IN­TE­RI­EUR: UNIQUE AND HANDMADE | VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) | MIT DEM BOOT DURCH IRLAND

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56 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1) Indonesien umfasst mehr als 17.500 Inseln, von denen rund 6.000 bewohnt sind. Der weltgrößte Inselstaat erstreckt sich größtenteils auf Südostasien, nur Westguinea gehört zum australischen Kontinent. Java mit der Hauptstadt Jakarta und dem kulturellen Zentrum Yogyakarta ist die bevölkerungsreichste Insel. Von den 264 Millionen Menschen gehören 87 Prozent dem Islam an, womit in Indonesien die meisten Moslems weltweit wohnen. Der Islam ist jedoch nicht Staatsreligion. Die Bevölkerung teilt sich auf in fast 360 Volksgruppen, in denen nach wie vor Clan- und Stammesstrukturen überwiegen, Ahnenkult und Animismus weit verbreitet sind. In der Vorstellung der Menschen herrschen auf Java besondere Kräfte in Gestirnen, Gewässern und auf Bergen, und es sind die Wohnstätten von Geistern. Sie zu schützen und segnen gehört für viele Javaner genauso zum Alltag wie das tägliche Gebet in Richtung Mekka. Es hat drei Jahrzehnte gedauert, bis sich mein Wunsch erfüllte, von Zentral- nach Ost-Java und Bali zu reisen. Auf der großen Nachbarinsel Sumatra war ich mehrmals und auch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta im Norden West-Javas, aber aus irgendwelchen Gründen fand ich nie die Zeit, weiter nach Yogyakarta, von den Javanern Yogya genannt, dem kulturellen Zentrum des Landes im Süden Zentral-Javas, vorzustoßen. Ich wollte auf dem Weg nach Bali ausgiebig die geschichtsträchtige Stadt erkunden, die hinduistischen und buddhistischen Tempel aus der vorislamischen Epoche außerhalb der Stadt besuchen, rauchende Vulkane bei Sonnenaufgang besteigen – und die Reise war noch viel beeindruckender, als ich sie mir ausgemalt hatte. und Inneneinrichtung des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1918 im Herzen der Stadt lassen die Kolonialzeit aufleben und spiegeln gleichzeitig javanische Kultur wider. In der Terrace Lounge antike Vitrinen, Schränke, Truhen, runde Esstische und Stühle mit Korbgeflecht aus dunklem Holz, eine alte Fahrradrikscha auf elfenbeinfarbenen Marmorfliesen. An den Wänden traditionelle Wayang-Golek-Puppen für das Schattentheater, die in Yogya aus ungegerbter Wasserbüffelhaut hergestellt werden. Die 144 Zimmer mit geschwungenen Balkonen sind teilweise zu dem mit Bäumen, Sträuchern und Blumen begrünten Innenhof ausgerichtet. Das Wasser im Pool schimmert türkis. Bei Satay-Spießchen mit Hühnchen, Lamm und Rind zu Erdnusssauce und einem eiskalten Bier lausche ich in der Terrace Mit Air Asia ist man in gut zwei Stunden Lounge abends unter dem Sternenhimmel von Singapur nach Yogya unterwegs und checkt eineinhalb Stunden darauf am späten Nachmittag im Boutiquehotel The Phoenix, ein Fünf-Sterne-Haus der Marke MGallery by Sofitel, ein. Die Architektur den Gamelan-Musikern, die ihren traditionellen Metallo- und Xylophonen, Gongs, Trommeln und Saiteninstrumenten mystische Klänge entlocken. Gamelan-Orchester bieten weit mehr als die Unterhaltung von Hotelgästen. Sie treten zu unterschiedlichen Anlässen auf wie Hochzeiten und Geburten, als Begleitung von Tänzen, und sie untermalen Puppen- und Schattenspiele. Yogya ist mit den Städten Solo und Pekalongan das Zentrum der indonesischen Kunstszene und der traditionellen Kunst. Jährlich wird eine Biennale ausgerichtet. Ausstellungen, Konzerte, Workshops und Seminare bieten unter anderen das Kunstforum Kedai Kebun, das Jogja National Kunstmuseum und die Langgeng Art Foundation. Batik-Bilder unterschiedlicher Qualität entstehen in zahlreichen Ateliers. Der Concierge mahnte mich, mir keine billige Massenware für viel Geld andrehen zu lassen. Ich sollte zunächst das Batik-Museum besuchen und dann in den Galerien im Bezirk um den Tamon Sari, das Wasserschloss, und südlich des Kraton, des Sultanpalasts, nach Qualität Ausschau halten. Ich habe schnell kapituliert, die Bilder, die mir gefielen, waren mir zu teuer, und ich konnte die Qualität einfach nicht beurteilen. Aber Kenner und Liebhaber der Batikkunst finden in Yogya bestimmt hochwertige Qualität. Am nächsten Tag begab ich mich auf historische Spurensuche. Der Kraton befindet sich im Zentrum eines von hohen weißen Mauern umgebenen Geländes. Fünf Tore ermöglichen den Zugang zu dem Areal. Zwischen den Mauern und dem Palast erstreckt sich ein dichtgebautes Wohnviertel. Der Weg zum Palast führt durch an diesem Morgen noch

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