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BOLD THE MAGAZINE No.44

PRECIOUS KEIRA KNIGHTLEY | MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) | DAVID LACHAPELLE | KARL LAGERFELD & PUMA | IN­TE­RI­EUR: UNIQUE AND HANDMADE | VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) | MIT DEM BOOT DURCH IRLAND

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62 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)

TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1) BOLD THE MAGAZINE // 63 fahre ich in einem Jeep zum 2.770 Meter hohen Kraterrand am Gunung Penanjakan. Drei Kilometer gehe ich noch zu Fuß und erreiche den wohl besten Aussichtspunkt in der Vulkanlandschaft des Tengger-Massivs. Der Sonnenaufgang zaubert einen zartroten Ton über die Vulkanlandschaft des Bromo-Tengger-Semeru-Nationalparks. Im Vordergrund steht der nach dem Hindu-Schöpfergott Brahma benannte, 2.329 Meter hohe Gunung Bromo, der schönste Vulkan Indonesiens, der zuletzt 2016 ausbrach. Er wird im Hintergrund überragt vom 3.676 Meter hohen Gunung Semeru, der seit Jahrzehnten aktiv ist. Während das Licht allmählich in Orange übergeht und vereinzelte, weiße Wolken und Dunst die Wälder im Tal einhüllen, steigt weißer Rauch aus mehreren Kratern vor dem hellblauen Horizont auf. An diesem Morgen erleben viele Menschen dieses Naturschauspiel, fotografieren die Szenerie mit ihren auf Stativen geschraubten Kameras und schweigen – mehr als zwei Stunden wird kaum ein Wort gewechselt. Anscheinend hat ein kollektives Bewusstsein die Masse erfasst, hier einen ganz besonderen Moment in ihrem Leben erfahren zu dürfen. Nach dem Sonnenuntergang fahre ich, wie die meisten Besucher, zum Fuß des Bromo und wandere einen halbe Stunde durch ein Sandmeer, das mich an Bilder einer Hochebene in Tibet erinnert, vorbei an einem Hindutempel und der Flanke des Gunung Batok. Auf dem Weg begegnen mir Angehörige des hinduistischen Bergvolks der Tengerr, Männer und Frauen mit wettergegerbten Gesichtern, in Wickelröcken gekleidet, die Touristen in Daunenjacken auf kleinen Pferden bis zu den 240 Stufen geleiten, die zum Kegel des Gunung Bromo führen. Der Grat am Kraterrand ist schmal, ich gehe nur wenige Meter weiter und kehre um, als ich feststellte, dass der Grat noch schmaler wird und ein Fehltritt den Tod bedeuten könnte. Der Besuch eines weiteren Vulkans im Ijen-Massiv liegt vor mir, bevor ich nach Bali aufbreche. Nach acht Stunden Fahrt, einem spartanischen Abendessen und wenigen Stunden Schlaf schellt der Wecker um drei Uhr morgens. Wir fahren durch die schwarze Nacht, bis wir am Fuß des Vulkans Ijen ankommen. Zweieinhalb Stunden dauert der anstrengende, aber ungefährliche Aufstieg entlang eines breiten Wegs. Der Morgennebel verflüchtigt sich allmählich und gibt den Blick frei auf eine wenig beeindruckende Landschaft. Ihretwegen kommt niemand her. Als wir den Vulkankegel erreichen, werden wir von beißenden Schwefelschwaden eingehüllt. Hier wird Schwefel abgebaut. Arbeiter in Gummistiefeln, langer Hose und T-Shirt, tragen die Schwefelbrocken in zwei Körben an den Enden einer im Nacken balancierten Stange. Sie schleppen ein Gewicht von 50 bis 90 Kilogramm pro Tour, sagt mir einer der Arbeiter. „Maximal zwei Touren schaffe ich am Tag“, fügt der Arbeiter hinzu. Manche nutzen inzwischen abbremsbare Karren, um den Schwefel nach unten zu transportieren. Und wenn sich die Gelegenheit bietet, befördern sie mit den Karren Touristen zum Fuß des Vulkans. Die zahlen besser als die Käufer des Schwefels. Vom Ijan-Vulkan fahren wir gleich zur Meerenge, die Java von Bali trennt. Die Überfahrt mit der Fähre zum Hafen Ketapang dauert rund eine Stunde. Es dämmert schon, und eine weite Strecke liegt vor uns. Nach Mitternacht erreichen wir Ubud, Zentrum für Kunsthandwerk und Tanz, im Hochland Balis. Neben dem Hotel hat noch eine Kneipe geöffnet. Der Wirt serviert mir lächelnd ein Bier, ohne dass ich es bestellt hätte ... In der nächsten Ausgabe lesen Sie Teil 2 unserer großen Indonesien-Reise. WEITERE INFORMATIONEN: www.indonesia.travel ANREISE: Von Frankfurt oder München mit Singapore Airlines nach Singapur und weiter mit Air Asia oder Silk Air nach Yogyakarta. BESTE REISEZEIT: April bis Oktober. In der übrigen Jahreszeit regnet es häufig und stark. EMPFEHLUNG HOTEL: The Phoenix Hotel Yogyakarta www.accorhotels.com BESTE FLUGVERBINDUNGEN: www.singaporeair.com www.airasia.com

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