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BOLD THE MAGAZINE No.44

PRECIOUS KEIRA KNIGHTLEY | MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) | DAVID LACHAPELLE | KARL LAGERFELD & PUMA | IN­TE­RI­EUR: UNIQUE AND HANDMADE | VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) | MIT DEM BOOT DURCH IRLAND

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66 // BOLD THE MAGAZINE DESIGN / REPORTAGE „Superlows“ im Anflug: Wolfgang Riehn macht aus ausgelutschten 80er-Jahre-Vespas starke Lifestyle-Roller im 1960er-Look. Nur fehlender Mut und schlechter Geradeauslauf verhindern theoretische Tempi bis 180 km/h. Wolle ist bescheiden. Obwohl seine Wespen tatsächlich mit bis zu 50 PS aufgerüstet sind. Aber die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h sei bei aller Liebe wirklich nur theoretisch möglich, versichert er. Auch so ein restaurierter und getunter Roller sei selbst mit leistungsfähigen Bremsen und neuem Blechkörper nicht dazu geeignet, so ein Tempo zu realisieren. Das lasse schon der Geradeauslauf nicht zu, der bereits bei den Ur-Vespas bei wesentlich weniger Tempo mehr als fragwürdig galt. Nee, er baue seine Roller für Vespa-Fans und nicht für Speed-Freaks. Wolfgang Riehn, wie Wolle eigentlich heißt, muss wahrlich keine Sorge haben, mit seinen Produkten in die Prolltunerecke gestellt zu werden. Denn was der Spezialist im norddeutschen Bispingen an der A7 auf die Räder stellt, ist vielmehr Kunst als Krawall: Aus abgerockten Brot-und- Butter-Vespas der Modellreihe PX aus den 1980ern macht er nach Kundenwunsch starke Einzelstücke unter der Bezeichnung „Superlow Series“, im Stil der 1960er Jahre. Neben dem normalen Service und dem Aufrüsten von originalen Rollern – von beiden Tätigkeiten allein könnte er in seinem niedersächsischen Nest nicht leben – fußt sein Geschäft hauptsächlich auf dem Komplettumbau der italienischen Kultroller. Dafür bringt entweder der Kunde eine alte Vespa und lässt sie inklusive Blech- arbeiten von Grund auf neu aufbauen, oder Wolle sucht bei ebay und anderen einschlägigen Lieferanten alte Vespas und baut sie nach seinen Vorstellungen oder denen des Endkunden um und verkauft sie als Fertigprodukt. Optisch hat der Kunde die Wahl zwischen einer Neulackierung, dem pseudorostigen „Vintage Raw Style“, oder feinster neugesprayter „Scheunenfundpatina“. Die von Wolle besorgten Alt-Vespas liefern manchmal fast nur Papiere und die Fahrgestellnummern. Manchmal kann er aber auch die Basis verwerten, denn Vespas bestehen hauptsächlich aus selbstragenden Blechkarosserien. Da „richten“ keine Option ist, sollte sie so makellos wie möglich sein, andernfalls bestellt Wolle bei Piaggio eine nagelneue. Wo nötig – zum Beispiel für die gekürzte Gabel, für gekürzte Dämpfer oder für Scheibenbremsen – wird das Metall neu geformt, geschnitten, angeschweißt, verzinnt: „So wird eine ‚Superlow‘ draus – sie liegt tiefer als der Serienroller und kann damit die Mehr-Kraft gut verdauen.“ Wieviel PS der 51-jährige seinen Kunden einbaut, wird von deren Mut und Solvenz bestimmt. Riehn bietet Tuning auf 24, 26, 30, 34 und 50 PS an. „Mehr ginge zwar auch, macht aber kaum Sinn, das wird dann alles völlig unfahrbar,“ sagt der Experte. 100 Kilo Rollergewicht sind für 50 PS aus dem Gebläse-gekühlten Einzylinder-Zweitakter mindestens Peanuts, wenn nicht

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