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BOLD THE MAGAZINE No.46

WANDEL JAMES BOND IM WANDEL DER ZEIT: HISTORIE | NEUER BOND „NO TIME TO DIE“ | BILLIE EILISH | KARL LAGERFELD | CHRISTIAN LINKER | 007 PRODUZENTIN BARBARA BROCCOLI IM GESPRÄCH | FLORIDA: LIEBESGRÜSSE AUS FORT MYERS | BEST PLACES

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36 // BOLD THE MAGAZINE INTERVIEW / DANIEL CRAIG packt, aber auch verletzlich; cool, kantig und ordentlich brutal; gerne mal mit Bier statt Martini in der Hand, aber trotzdem lässig in Maßanzug und hinter dem Steuer des Aston Martins – mit einem Mal war der Mann, der zu Schulzeiten auch gern Rugbyspieler geworden wäre, der perfekte Bond fürs neue Jahrtausend. Der einzige, der nicht zu 100% von dieser neuen Rolle überzeugt schien, war Craig selbst. Drei weitere Mal war er seither als 007 zu sehen – in „Ein Quantum Trost“, „Skyfall“ und „Spectre“ – doch allem Erfolg zum Trotz ließ er selbst in Interviews immer wieder durchblicken, dass der Part auch Nachteile mit sich bringt: zu viel öffentliche Aufmerksamkeit, zu wenig Zeit für Anderes, zu harte körperliche Arbeit (Verletzungen inklusive). Regelmäßig kokettierte der Schauspieler damit, die Rolle an den Nagel zu hängen. Jetzt hat er Ernst gemacht: Dass er in „Keine Zeit zu sterben“ seine Abschiedsvorstellung als James Bond gibt, ist kein Geheimnis. Dass er seit seinem Antritt als Geheimagent und Superstar gar nichts anderes gemacht habe, stimmt natürlich trotzdem nicht. Craig war in Megaflops wie „Cowboys & Aliens“ ebenso zu sehen wie in Spielbergs „Tim & Struppi“-Abenteuer, wurde gefeiert für seine Hauptrolle als Mikael Blomkvist in David Finchers „Verblendung“ und gönnte sich augenzwinkernde Auftritte wie in „Logan Lucky“ von Steven Soderbergh. Gerade erst Anfang dieses Jahres feierte er als Privatdetektiv Benoit Blanc in der Krimikomödie „Knives Out“ einen Überraschungshit (und seine erste Golden Globe-Nominierung), der womöglich schon kommendes Jahr eine Fortsetzung bekommen soll. Besonders gut, so hört man, gefielen Craig, der seit seiner Jugend Fan des FC Liverpool ist, die drei Jahre zwischen „Skyfall“ und „Spectre“: kompletter Rückzug ins Privatleben, sieht man von seinen Aufgaben als UNO-Sonderbeauftragter gegen Landminen sowie einem Theaterstück am Broadway ab. In letzterem stand er gemeinsam mit Ehefrau Rachel Weisz auf der Bühne, mit der er seit 2011 verheiratet und seit 2018 auch Vater einer Tochter ist. Was hat der 52-jährige nun also für seine Nach-Bond-Ära geplant? Doch dazu will er bei unserem Interviewtermin in einem Designhotel im New Yorker Stadtteil SoHo nichts sagen. Also haben wir mit ihm einfach über James Bond und „Keine Zeit zu sterben“ gesprochen. Mr. Craig, Sie und James Bond, das war irgendwie immer eine Art Hassliebe, oder? Ja, das kann man wohl so sagen. Was ich auch sehr nachvollziehbar finde. Denn einerseits bin ich unglaublich stolz auf unsere Filme und natürlich auch enorm dankbar dafür, was man mir all dies ermöglicht hat. Aber andererseits kostet dieser Job auch stets sehr, sehr viel Zeit und Energie, so dass ich jedes Mal nach den Dreharbeiten erst einmal Abstand brauchte und mir nicht vorstellen konnte, das noch einmal auf mich zu nehmen. Wenn ich in solchen Momenten „nie wieder“ gesagt habe, dann nicht, weil ich undankbar war, sondern eine Pause brauchte. Zwischen „Spectre“ und „Keine Zeit zu sterben“ lagen jetzt fünf Jahre – und das war nötig und gut so. Und wie fühlt es sich nun an, tatsächlich Abschied zu nehmen von 007? Das ist schon eine sehr emotionale Angelegenheit. Aber insgesamt fühlt sich das gut an, sehr zufriedenstellend. Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, überhaupt noch ein fünftes Mal in die Rolle zu schlüpfen. Doch tatsächlich stand plötzlich noch eine Geschichte im Raum, die wir einfach erzählen mussten. Ein Abschlusskapitel sozusagen. Mit „Keine Zeit zu sterben“ schließt sich also wirklich ein Kreis? Das will ich meinen. Wir haben uns bei jedem Film hohe Ziele gesetzt, und ich würde denken, dass es kein höheres Ziel gibt als Liebe und Familie. Und genau um diese Themen dreht sich nun letztlich unser neuer Film. Familie, das sind für Bond Wegbegleiter wie Moneypenny, Q, natürlich M oder auch CIA-Agent Felix Leiter, ob er es mag oder nicht. Mit Gefühlen hat er es ja nicht so, aber dass ihm diese Menschen etwas bedeuten, lässt sich nicht bestreiten. Deswegen fand ich es ganz wunderbar, wie wir sie nun alle in der Geschichte von „Keine Zeit zu sterben“ vereint haben. Abgesehen davon, dass es natürlich – Léa Seydoux als Madeleine Swann sei Dank – eine tolle Liebesgeschichte und in Rami Malek einen fantastischen Bösewicht haben.

Foto: Metro-Goldwyn Mayer (MGM) Danjaq, LLC, N. Dove / M (Ralph Fiennes), James Bond (Daniel Craig) und Dr. Madeleine Swann (Léa Seydoux)

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