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BOLD THE MAGAZINE No.47

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GENIALITÄT EXKLUSIV IM INTERVIEW: WILLEM DAFOE | CORONA – BILDER EINES WELTWEITEN AUSNAHMEZUSTANDES | PORSCHE HERITAGE DESIGN EDITION | DESIGNER IVO VAN HULTEN IM GESPRÄCH | MIT DEM NEUEN FIAT 500 UNTERWEGS | PETER LINDBERGH: UNTOLD STORIES

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10 // BOLD THE MAGAZINE INTERVIEW / WILLEM DAFOE „The Florida Project“ (2018) und „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ (2019). In Sachen Vielseitigkeit, aber auch Fleiß hat der im Juli 65 Jahre alt werdende Schauspieler bis heute nichts eingebüßt, wie allein ein Blick auf die vergangenen 12 Monate zeigt: Auf das schwarzweiße Insel-Kammerspiel „Der Leuchtturm“, für das es zurecht Kritikerpreise regnete, folgten etwa Edward Nortons Romanverfilmung „Motherless Brooklyn“ (gerade auf DVD erschienen), das Schlittenhund-Abenteuer „Togo“ (zu sehen bei Disney+) oder der Politthriller „The Last Thing He Wanted“ mit Anne Hathaway und Ben Affleck (exklusiv bei Netflix). Was Dafoe, der 2018 den Goldenen Ehren- Bären der Berlinale erhielt und seit 15 Jahren mit der italienischen Filmemacherin Giada Colagrande verheiratet ist, vor allem auszeichnet, ist seine Treue gegenüber jenen Regisseuren, mit denen er besonders gerne arbeitet. Je dreimal stand er zum Beispiel für Lars von Trier oder Julian Schnabel vor der Kamera; wenn im Herbst „The French Dispatch“ in die Kinos kommen wird, ist das bereits seine vierte Zusammenarbeit mit Wes Anderson, bei dem Dafoe wie sonst kaum seine komödiantische Seite ausleben darf. Doch mit niemandem arbeitet er enger zusammen als mit dem exzentrischen Filmemacher Abel Ferrara. Seit „New Rose Hotel“ (1998) haben die beiden sieben Filme miteinander gedreht, die beiden jüngsten erreichen das deutsche Publikum in diesen Tagen: „Tommaso und der Tanz der Geister“ (ab 16.7. auf DVD) und „Siberia“ (ab 2.7. im Kino). Zwei sehr spezielle Werke, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack sind. Wie Dafoe schauspielerisch aufs Ganze geht und auch sein eindrucksvolles Gesicht einsetzt – das ist allerdings ohne Frage wieder sehenswert. Mr. Dafoe, was lieben Sie so sehr an der Arbeit mit Abel Ferrara? Mit Abel ist es immer aufregend. Er ist der Regisseur, ich bin der Schauspieler, aber unser Verhältnis ist viel mehr als das. Nicht nur, weil wir Freunde sind. Bei ihm bin ich immer für alles mitverantwortlich, ich weiß über alle Details Bescheid, von der Finanzierung bis zum fertigen Film. Schon wenn er die erste Idee für ein Projekt hat, sagt er mir Bescheid und fragt nach meiner Meinung. Wenn man so eng mit einem Regisseur befreundet ist und zusammenarbeitet, erwacht dann auch das eigene Interesse, mal hinter der Kamera Platz zu nehmen? Oh nein, warum sollte ich plötzlich Regie führen? Ich bin eher ein Macher, nicht so sehr ein Planer. Anderen dabei zu helfen, eine Vision umzusetzen, das gefällt mir. Die Ideen von anderen statt meiner eigenen Wirklichkeit werden zu lassen, verleiht mir eine gewisse künstlerische Freiheit. Freiheit in dem Sinne, dass ich nur für mich und meinen Beitrag zu dieser Idee verantwortlich bin. Müsste ich immer das große Ganze im Blick behalten und auch noch die Verantwortung für ein ganzes Team vom Mitarbeitern übernehmen – das wäre mir zu viel. Da bin ich lieber Teil einer Gruppe! Sie sind in kleinen Filmen wie diesem ebenso zu sehen wie in Comic-Blockbustern à la „Aquaman“. Wonach suchen Sie sich Ihre Rollen aus? Mir geht es eher selten ums Drehbuch, so viel kann ich sagen. Ein gutes schadet natürlich nicht, aber es ist selten das, was Kino ausmacht. Ein spannender Regisseur mit tollen Ideen ist viel wichtiger. Und für mich als Schauspieler kommen Faktoren hinzu wie: Wo wird gedreht und wie? Ich habe wirklich nichts gegen eine tolle Rolle in einem gelungenen Drehbuch. Aber das verhindert nicht automatisch einen plattfüßigen Film. Die Magie des Kinos, die es vom Theater oder Fernsehen abhebt, entsteht nie aus den Worten, sondern eher aus den Bildern, der Poesie und den Visionen, mit denen sie umgesetzt werden. Aber eine gewisse Abwechslung haben Sie bei derart unterschiedlichen Filmen sicher auch im Blick, oder? Na klar, Abwechslung ist immer wichtig. Wenn man zu lange in der gleichen Fahrrinne fährt, schleichen sich zu viele schlechte Angewohnheiten ein und man wird bequem. Das gilt es zu verhindern. Ihre erste kleine Filmrolle spielten Sie in „Heaven’s Gate“, der in diesem Jahr 40 Jahre alt wird. Fühlt es sich manchmal so an, als hätten Sie in Ihrer Arbeit eigentlich alles schon einmal erlebt? Interessanterweise ist das Gegenteil der Fall. Heutzutage ist es eher so, dass ich

INTERVIEW / WILLEM DAFOE BOLD THE MAGAZINE // 11 Fotos: Neue Visionen Filmverleih und Port au Prince Pictures

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