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BOLD THE MAGAZINE No.50

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CHARAKTER INTERVIEW: CARRIE COON | GARY BARLOW | NICK CAVE | LUXURY WATCHES | TOMMY HILFIGER FASHION | COOL STUFF | MADE IN GERMANY: HERING BERLIN UND POTT | EMISSIONSFREI UNTERWEGS

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42 // BOLD THE MAGAZINE DESIGN / INTERVIEW Stefanie Hering, die sich zur Keramikmeisterin ausbilden ließ, bevor sie sich in den 1990er Jahren auf den Werkstoff Porzellan konzentrierte. Hering experimentiert mit Formen und Glasuren, lotet die Grenzen des Materials in Zusammenarbeit mit versierten Kunsthandwerkern immer wieder neu aus und präsentiert Designs, die ausschließlich in Handarbeit herstellbar sind. Auch die einzigartige Qualität der Pott- Bestecke beruht auf reinstem Handwerk, dessen Präzision Schweizer Uhrwerken oder dem Schliff von Diamanten in nichts nachsteht und durch keine computergesteuerte Maschine ersetzt werden kann. Mehr als 30 Arbeitsgänge stecken in jedem Löffel und jeder Gabel; ein Messer benötigt über 90 Schritte, bis die Klingen ihre anhaltende Schärfe und das gesamte Werkstück sein einzigartig ausgewogenes Gewicht erlangt hat. Die Besteckmanufaktur geht bis auf das Jahr 1904 zurück; der internationale Ruf der Marke beruht auf dem Sohn des Firmengründers und genialen Besteckgestalters Carl Pott, der 1932 in den väterlichen Betrieb in Solingen eintrat. 2006 ging das Unternehmen in den Besitz der Familie Seibel über, die im benachbarten Mettmann seit 125 Jahren – nunmehr in der 6. Generation – hochwertigste Bestecke in ihrer Manufaktur fertigt. „Pott und Hering unterscheidet Material und Kategorie“, so Pott-Inhaber Wilhelm Seibel. „Aber so vieles eint uns: Qualität, Manufaktur und Made in Germany.“ BOLD bat zum Gespräch und traf Stefanie Hering und Wilhelm Seibel in Berlin. Was ist die Besonderheit der Fertigung von Hand in Ihren Manufakturen? Hering: Manufakturobjekte berühren uns auf eine ganz andere Art und Weise. Wenn ich mich auf ein Manufakturobjekt von Hering Berlin einlasse, spüre ich eine andere Poesie und Qualität als bei einem Artikel vom Fließband. Das Einzigartige sind die Menschen dahinter: hochbegabte Kunsthandwerker, Meister ihres Fachs, die ich selbst auswähle, ausbilde und mit denen ich eng über Jahre hinweg zusammenarbeite. Jemand, der in einer Manufaktur arbeitet, erweitert ein Leben lang seine Erfahrung und gibt sein Wissen dann an jemanden weiter, der dieses Handwerk gerade erlernt. Seibel: Ein automatengefertigtes Besteck mag auf den ersten Blick ähnlich präzise und perfekt aussehen wie ein Besteckteil aus unserer Manufaktur. Der eklatante Unterschied aber ist, dass ein Pott Besteck eben handgefertigt wird, von erfahrenen Handwerksmeistern mit viel Gefühl und gutem Auge geprüft wird und einen immateriellen, kulturellen Wert besitzt. Manufakturprodukte haben Seele – vergleichbar mit einer handgefertigten mechanischen Uhr. Worin liegt für Sie der ganz besondere Wert von Handwerkskunst – vielleicht auch gerade in der heutigen Zeit? Hering: Ich bin immer wieder aufs Neue von der Meisterschaft der Handwerkskunst begeistert. Es ist ein Staunen über diese bis ins kleinste Detail perfekt ausgeführte Arbeit, über Techniken, die seit Jahrhunderten gepflegt werden, und die Spur der Hand, die jedes einzelne Stück zu einem Unikat macht. Darüber hinaus lässt die Kunst des Handwerks auch durch das Experimentieren in kleinen Stückzahlen erst visionäre Entwicklungen in der Gestaltung zu. Das ist für mich als Designerin, die sich schon immer an die Grenzen des Werkstoffs Porzellan herantastet, immens wichtig. Diesen Innovationsgrad erzielen Sie in der Industrieproduktion einfach nicht. Seibel: Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel aus unserer Manufaktur, das deutlich macht, was Handwerkskunst für Pott bedeutet: Ein besonderes Qualitätsmerkmal der Pott Bestecke sind die Messer mit geschmiedeten Klingen, die in ein Heft eingesetzt werden. Dies ermöglicht langanhaltende Schärfe und schafft perfekte Balance im Handling. Ein solches Messer braucht bis zu 90 Arbeitsschritte und kann nur von Hand hergestellt werden. Gibt es einen Meilenstein, auf den Sie besonders stolz sind oder der Sie geprägt hat? Seibel: Mancher nennt Pott auch die Manufaktur der 1.000 Designpreise. Es ist eine beachtliche Sammlung an Auszeichnungen, die Pott über die Jahre gesammelt hat. Weitere Meilensteine sind zum Beispiel das Olympia Besteck Pott 22, das 1972 das Olympische Dorf in München ausstattete und damit weltberühmt wurde, oder das Kanzler-

DESIGN / INTERVIEW BOLD THE MAGAZINE // 43 besteck Pott 84, mit dem in der Ära Ludwig Erhard neben dem Kanzleramt auch diverse deutsche Botschaften – in der Silberausführung – ausstattet wurden. Hering: Ich habe im letzten Jahr eine Ausstellungsreihe mit dem Goethe Institut in Thailand gestartet und dafür auch in Ratchaburi vor Ort mit einem besonderen Ton arbeiten können, der die Gestaltung immens hoher Gefäße erlaubt – etwas, das ich mir für meine Arbeit als Designerin schon lange wünschte und mich auch weiterbringt. Zudem bin ich besonders stolz, dass wir mit über 500 renommierten Köchen weltweit ein Netzwerk von Gourmet-Partnern geschaffen haben, die allesamt ihre Kreationen auf Hering Berlin inszenieren! Das alles kann man auf unserer Website lesen. Dort gibt’s auch News zu unseren Designpreisen, etwa dem Dineus Award, dem Tableware international Award oder dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Es macht mich glücklich, dass ich als Vorreiterin in der Gestaltung von kontemporärem Porzellandesign verstanden und geehrt werde. Wann und wie entstand die Idee einer Zusammenarbeit? Seibel: Unsere Manufakturen sind schon lange bekannt und befreundet. Stefanie Hering und ich kennen uns, glaube ich, seit 1995. An Stefanie Hering begeistert mich ihre ausdauernde Passion für Porzellan und experimentelle Handwerklichkeit. Sie inspiriert mich immer wieder und hat gewiss Anteil an den erfolgreichen Entwicklungen von Pott. Auch ist uns eigentlich schon immer bewusst, dass Porzellan von Hering Berlin die perfekte Ergänzung für Pott Produkte ist. Schon lange empfehlen wir Hering, wenn uns Kunden nach dem „richtigen“ Porzellan fragen – also höchste Zeit für eine Kollaboration! Ihr Lieblingsstück aus der Hering Berlin Pott Kooperation? Seibel: Die Auswahl fällt sicher nicht leicht. Aber ich entscheide mich für das Salzschälchen und den vergoldeten Salzlöffel. Das Filigrane des Löffels, die Samtigkeit des Biskuit Porzellans und der etwas extravagante Touch der Vergoldung ist eine sehr reizvolle Kombination. Ich sehe mich gerade an einem lauen Sommerabend mit Freunden einen Salat mit Ziegenkäse und Walnüssen mit Fleur des Sel garnieren. Vielleicht gibt’s zum Hauptgang ja Austern und zum Nachtisch etwas Käse, sodass die anderen Bundles auch zum Einsatz kommen. Hering: Unter allen spannenden Produktzusammenstellungen in dieser Kooperation ist für mich das Hering Berlin Velvet Käse- Plateau mit Pott Formado einzigartig. Für das Plateau habe ich ein historisches Original aus dem Repertoire der Schwarzburger Werkstätten ausgewählt und in Biskuitporzellan nachstilisiert. Die Original- Plateaus haben in der Geschichte der europäischen Manufakturen der Präsentation von Speisen bei Hofe gedient und wurden – als Träger von Figurengruppen – als Conversational Pieces betrachtet. Sie greifen den Ursprungsgedanken von Tischdekoration auf: ästhetisch feine, anregende Porzellanobjekte, über die einander unbekannte Tischgäste miteinander ins Gespräch kommen und eine wundervolle, inspirierte Zeit miteinander verbringen. Zu Beginn der Kooperation werden vier Bundles angeboten: Das Salzschälchen der Collection „Pulse“, deren feine Rippenstruktur durch einen nur per Hand durchführbaren Auswasch-Prozess entsteht, wird durch einen Salzlöffel im Design der ikonischen Serie „Pott 84“, dem „Kanzlerbesteck“ der Ära Ludwig Erhard, ergänzt. Das Bundle „Käse“ kombiniert das von Designer Ralph Krämer 1994 entworfene Weichkäsemesser „Formado“ mit einem jener Plateaus aus Biskuit-Porzellan, die Stefanie Hering auf der Grundlage barocker „Conversational Pieces“ aus dem Formenarchiv der Schwarzburger Werkstätten in Thüringen entwickelte. Das Große Austern- Bundle kombiniert einen Austernhandschuh und -brecher, nach dem Entwurf von Ralph Krämer, mit einer Austernbar im puristischen „Velvet“-Design. Und das Bundle „Austern klein“ verbindet die Pott- Austerngabel, mit geschwungener Einkerbung, mit einem Hering Berlin-Teller im „Silent Blue“-Design (mit einer per Hand ausgegossenen Kobalt-Glasur). Salzlöffelchen, Austerngabel und der Griff des Käsemessers werden zudem auch in vergoldeten Versionen angeboten. WEITERE INFORMATIONEN: www.heringberlin.com www.pott-bestecke.de

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