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BOLD THE MAGAZINE No.50

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CHARAKTER INTERVIEW: CARRIE COON | GARY BARLOW | NICK CAVE | LUXURY WATCHES | TOMMY HILFIGER FASHION | COOL STUFF | MADE IN GERMANY: HERING BERLIN UND POTT | EMISSIONSFREI UNTERWEGS

MOTION /

MOTION / REPORTAGE

MOTION / REPORTAGE BOLD THE MAGAZINE // 49 bei Mercedes in die Schlösser, die Kofferraumhaube bedingt Kraft zum Öffnen. Kein Wunder: Volvo hat Blechstärken bis zu 1,27 Millimeter verwendet – bei heutigen Autos gelten Werte von 0,6 bis 0,8 Millimeter. Und auch der Vierzylinder ist gusseisern und gilt als ziemlich unzerstörbar. Ein Wunder, dass das ganze Konstrukt „nur“ 1.070 Kilo wiegt. Aerodynamisch pflügt der Amazon dann doch eher wie ein Quader durch die Luft. Der Luftwiderstandsbeiwert beträgt satte 0,42. Da zeigt der Vergleich zum S60 mit seinen 0,27 deutlich, was sich hier in 50 Jahren getan hat. Trotzdem rennt der Amazon Spitze 160 km/h – das sind nur 20 km/h weniger als beim zwangsgebremsten Nachfolger. Apropos Bremse: Der Amazon besitzt bereits Scheibenbremsen, zumindest vorn. Auch beim Kofferraumvolumen hat die Zeit keine große Arbeit geleistet: Der S60 besitzt lifestylige 442 Liter Volumen, der Amazon handfeste 400 Liter. Allerdings sind beim Amazon die Rücksitzlehnen nicht umklappbar. Sonst ist beim Amazon so gut wie alles anders: Er besitzt drei statt zwei Pedale, und der ewig lange Schalthebel für das Vierganggetriebe verschwindet weit vorn im Getriebetunnel. Man fällt in einen sehr niedrigen Sitz (nein, das kann bei der geringen Fahrleistung kein plattgesessener Sessel sein), so dass der obere Teil des wegen fehlender Servolenkung riesigen vierspeichigen Lenkrades genau im Sichtfeld liegt. Dafür hat man wunderbar den roten Streifen des Walzentachos vor der Nase, der recht ungenau über das Tempo informiert. Immerhin stehen schon Dreipunktgurte zur Verfügung, und das sogar seit dem Modelljahr 1958. Ganze drei Knöpfe und drei Hebel machen das Autofahren einfach: Scheibenwischer, Licht und Lüftung einerseits, Luftzufuhr ein/aus, Luft nach oben/unten und Heizung an/ aus auf der anderen Seite. Autofahren pur. Denn der einzige Fahrassistent ist der Mensch. Im modernen Auto empfängt uns ein wohlgeformter Sitz mit Seitenwangen, Kopfstütze und elektrischer Verstellung in jeder Richtung. Das Lenkrad ist ebenfalls verstellbar, Knöpfe und Schalter sind ergonomisch verteilt, der Bildschirm in der Mitte groß und der Getriebewählhebel ein Joy-Stick mit extrem kurzen Wegen. Beim S60 nehmen Elektronik, ein aufwendiges adaptives Fahrwerk, Fahrmodi wie „Eco“, „Comfort“ und „Dynamic plus“ das konfigurierbare „Individual“ (die Motor, Getriebe, Lenkung, Bremsen und Fahrwerk regulieren) sowie andere Annehmlichkeiten wie Fahrassistenten namens „IntelliSafe Surround“ und „Cross Traffic Alert“ jede potenzielle Einflussnahme des Piloten auf das Fahren in seiner alten Form. Und dann ist der S60 auch noch ein „Mild-Hybrid“, was bedeutet, dass der Wagen mit einem Startergenerator und einem 48-Volt-System mit Rekuperation ausgerüstet ist. Assar Gabrielsson hätte bestimmt gesagt: „Det är uteslutet“, was laut Internetübersetzer „Das kommt nicht in Frage“ heißt. Denn das ist alles ‘ne Menge „Pin-up“, was den Wagen letztlich 1.677 Kilo schwer werden lässt. Egal – das Sagen haben inzwischen nicht mehr Gabriellson und Larson, sondern die Chinesen, und die haben das Beste gemacht, was man mit Volvo machen konnte: Die Schweden machen lassen. So konnte sich Volvo relativ schnell von der sozialverträglichen Raumriesen-mit-Kastendesign-Marke der Nach-Amazon-Ära zum coolen, designorientierten Lifestyle-Anbieter – mit „Kein-Mensch-mehr-soll-in-einem-Volvosterben“-Credo verändern. Natürlich gehört dazu, technisch up-to-date zu sein. So ein S60 verbraucht labortechnisch inzwischen nur noch sechs Liter pro 100 Kilometer, der Amazon zehn bis zwölf Liter – zweifellos ein Fortschritt. Welcher beim Fahren mehr Spaß macht? Das kann nur jeder für sich entscheiden. Die Fragestellungen sind einfach: Pur oder bequem? Just for fun oder Kilometer keulen? Möchte ich, dass mein Auto lieber knarzt oder piepst? Machen einen der Geruch von Betriebsflüssigkeiten high oder eher Elektronik ohne Ende? Will ich auffallen oder nicht? Man kann auch nochmal 50 Jahre warten. Dann ist der S60 der Oldie. WEITERE INFORMATIONEN: www.volvocars.de

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