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BOLD THE MAGAZINE No.51

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KULT(UR) EXKLUSIV IM INTERVIEW: MADS MIKKELSEN | ART MEETS BRAND | POP ART NEU ENTDECKEN: ANDY WARHOL | JOHNNY DEPP IM GESPRÄCH ÜBER SHANE MACGOWAN | CHRIS CORNELL | CHRIS LABROOY | ABU DHABI | DER NEUE AUDI E-TRON GT

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52 // BOLD THE MAGAZINE DESIGN / ART MEETS BRAND Auch wenn ein 911 an sich schon ein Kunstwerk ist, sucht Porsche künftig verstärkt die Nähe zu Künstlern. Nach dem analogen Anfang zum Beispiel eines Daniel Arsham folgt nun der digitale Auftritt von Chris Labrooy. Zwölf himmelblaue 911er versinken realistisch darstellen, und gleichzeitig mit im Pool. Ein 964 trieft vor Farbe. Zwei Porsche kommen sich erstaunlich nahe und ein Carrera steht in einer Gasse oder fünf von ihnen sind in einem Netz gefangen: Chris Labrooy liebt Porsche. CGI und all diesen neuen digitalen Tools die Grenzen meiner Vorstellungskraft sprengen. Ich konnte jede nur denkbare Umgebung kreieren und jedes beliebige Objekt in diesen Kontext setzen.“ Und Porsche liebt Labrooy. Kein Wunder, dass sich das Stuttgarter Social Media Freut sich Porsche wirklich, wenn Team den Digitalkünstler schnappte, um mit ihm Themen rund um Porsche zu entwickeln. Denn laut Porsche spürt Labrooy eine echte Verbindung zu den Fahrzeugen, erkennt ihre Charakteristika und überführt diese realen Objekte in eine Welt des Surrealen. Der Ansatz besitze Tiefe und damit drücke Labrooy die Seele von Porsche-Produkten in seinen Kunstwerken aus. sich jemand an der Designikone 911 versucht? „Als Fan finde ich den Porsche 911 klasse, so wie er ist. Als Brand Manager finde ich es absolut erfreulich, wenn sich ein Künstler den 911 vornimmt und ihn auf seine Weise verändert,“ sagt Deniz Keskin, Director Brand Management bei Porsche. „Der 911 ist selbst eine Art Kunstobjekt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Menschen daran arbeiten und versuchen, das Fahrzeug Chris Labrooy passt in keine Schublade, seine Arbeit ist neuartig. Nach seinem Studium am Royal College of Art in London zog es den jungen Schotten mehr und mehr in digitale Sphären. Er kombinierte seine Kenntnisse über reale neu zu interpretieren. Für das Design ist es eine der höchsten Auszeichnungen, die es erreichen kann. Die Beschäftigung der Künstler mit dem 911 zeigt aber auch, dass unser Produkt einen kulturellen Wert hat.“ Objekte mit einer zunehmenden Faszination für das Surreale. „Ich bin in die Die erste offizielle Kunst-Kooperation digitale Welt übergegangen, als ich die technologischen Fortschritte in diesem Bereich erkannte“, erzählt Labrooy. „Ich bin von der Herstellung physischer Objekte zur Schaffung fotorealistischer seit vielen Jahren ging Porsche im vergangenen Jahr mit Daniel Arsham ein. „Arsham nimmt Objekte aus der Gegenwart und stellt sich vor, wie sie in 3.000 Jahren aussehen könnten, wenn man Bilder übergegangen. Im Digitalen sie dann ausgraben würde“, sagt Keskin. konnte ich diese Objekte festhalten, sie Schon 2019 hatte Arsham in Zusammen- arbeit mit Porsche einen 911 der Generation 992 in postapokalyptischer Optik verwandelt („Eroded 992“), indem er über die gesamte Karosserie Kristallbrocken verteilte, die sich optisch in die Karosserie fraßen. Dazu Keskin: „Wir fanden das sehr reizvoll, weil der 911 eine zeitlose Wertigkeit ausstrahlt.“ Im vergangenen Jahr nahm sich Arsham seinen restaurierten 911 Turbo Typ 930 Baujahr 1986 vor, um auf ihm seine Lebensgeschichte zu verewigen. Sein privater 911 Turbo ist heute ein fahrendes Kunstwerk, das seine Zeitreisen mit dem Heritage von Porsche- Motorsport zusammenführt. „Die Arbeit an meinem 930 entwickelte sich mit der Zeit zu einer wahren Sucht. Vom Aufspüren des Originalfahrzeugs mit richtigem Kilometerstand und passendem Zustand bis hin zum Eintauchen in jedes kleinste Detail des Sportwagens. Wir haben bei der Entwicklung des ‚930A‘ nichts unversucht gelassen“, erinnert sich der bekennende Porsche-Fan. Von solchen offiziellen Kunst-Kooperationen haben natürlich beide Seiten etwas. Vorteil für den Künstler: Ihm wird ein wachsender Bekanntheitsgrad dadurch garantiert, dass Porsche sein Kunstwerk zum Beispiel bei Events offiziell ausstellt. Keskin fasst die Vorteile für den Sportwagenhersteller zusammen: „Wenn wir Kunst auf diese Weise bewusst steuern, können wir neue und

DESIGN / ART MEETS BRAND BOLD THE MAGAZINE // 53 andere Zielgruppen ansprechen und Porsche in einem ungewöhnlichen Licht zeigen.“ So wie Porsche das auch in der Kooperation mit Teddy Santis, dem Chef des New Yorker Modelabels Aimé Leon Dore, im vergangenen Jahr getan hat. Zusammen wurde ein 964 restauriert, wobei das Herzstück der völlig neu eingekleidete Innenraum war: Unter anderem trifft nun Schott-Sonnenblumen-Leder auf Loro Piana-Hahnentritt-Stoff. Maßgefertigte Recaro-Sitze empfangen den Besitzer, der dann mit einem 964 in speziellem Weißton spazieren fährt, der auch die Fassade des ALD-Flagship-Stores in Manhattan trägt. „Durch die Zusammenarbeit mit Porsche in diesem Projekt ist ein Traum wahr geworden. Es war eine große Verantwortung, eine für die Porsche-Community so wichtige Aufgabe zu übernehmen und gemeinsam an einem Design zu arbeiten, das meine persönlichen Einstellungen und Ziele entscheidend geprägt hat“, sagt Teddy Santis dazu. „Das ist so etwas wie ein ‚Art Car‘,“ sagt Keskin, „und noch in diesem Jahr werden wir weitere Projekte aus dem kreativ-künstlerischen Umfeld vorstellen.“ Was auch mehr digitale Arbeiten betreffen kann. Chris Labrooys Erfolg dürfte genug Anreize dazu geben. Auch wenn er sich etwas schwer damit tut zu erklären, womit er seinen Lebensunterhalt verdient. „Ich stehe morgens auf und mache Fotos. Dieser Lebensstil bietet mir sehr viel Freiheit, verschiedene Ideen zu verfolgen“, erklärt der 40-jährige Schotte. „Ich habe mich selbst mal als Erschaffer digitaler Bilder an der Schwelle zwischen Kunst und Design bezeichnet. Klingt etwas schwammig, oder?“ Einen eigenen Porsche zu fahren hatte großen Einfluss auf Labrooys Werk. „Als ich selbst einen Porsche besaß, konnte ich die Marke und ihre Motorsportgeschichte noch besser verstehen und wurde sehr neugierig auf den 911. Er hat eine sehr weiche, runde Form und ist gleichzeitig ein sehr leistungsfähiger Sportwagen. Der 911 hat eine einzigartige, fast schon exzentrische Persönlichkeit. Wenn ich meine Bilder kreiere, fungieren die Autos im Prinzip als Schauspieler, und der 911 ist wie ein großer Hollywoodstar, mit all seiner Tiefe und Vielseitigkeit.“ Heute ist Labrooy stolzer Besitzer eines 718 Cayman GTS 4.0, der sich in seinem intensiv leuchtenden Indischrot von den dunkelgrünen und erdig-braunen Tönen des herbstlichen Aberdeenshire (Schottland) abhebt. „Dieses Auto passt perfekt zu meinem Lebensstil“, erklärt er. „Ich arbeite von zu Hause aus und muss nicht jeden Tag zur Arbeit fahren, daher fahre ich die meiste Zeit aus reinem Vergnügen. Und der Cayman eignet sich ideal dafür. Wir sind hier mit faszinierenden Straßen gesegnet, und der Wagen ist kompakt genug, um sich harmonisch in diese Umgebung und die Landschaft einzufügen.“ Heute gehören zu seinen Kunden neben Porsche, Jaguar und Citroën, auch Apple, Nike, AT&T, British Airways, McDonalds, T-Mobile, Transport For London, Ted Baker, Target und Prudential Callaway Golf. Chris Labrooys Aufenthalt in Kalifornien haben seine Werke, inklusive der leuchtenden Farben, stark geprägt. Er arbeitet gerne mit dem Unerwarteten sowie mit dem Absurden: „Ich lasse sehr gern unterschiedliche Elemente aufeinandertreffen und bin stets auf der Suche nach Glücksmomenten. Für mich steht zum Beispiel ein aufblasbarer Flamingo oder ein Swimmingpool absolut für dieses Glücksgefühl, daher habe ich diese Elemente immer gern in meinen Bildern und Animationen. Aber auch Wüstenlandschaften (namentlich gerne in der Gegend um Palm Springs), weil diese der schottischen Kargheit diametral entgegenstehen.“ Mögen die Kreativen sich noch viel einfallen lassen – ob am physischen Objekt oder digital. Und egal, ob deswegen aus Porsche und Kunst letztlich (K)orsche und (P)unst werden. WEITERE INFORMATIONEN: www.porsche.de www.chrislabrooy.com www.danielarsham.com www.aimeleondore.com

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