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BOLD THE MAGAZINE No.53

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ZUVERSICHT EXKLUSIV IM INTERVIEW: HILARY SWANK | DANIEL BRÜHL IM GESPRÄCH | CO2-ABSORBIERENDE KLEIDUNG | TEXAS SÄNGERIN SHARLEEN SPITERI IM INTERVIEW | MUTANT VEHICLES | 48 STUNDEN GENF | DIE NEUE S-KLASSE | NEW WATCHES

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60 // BOLD THE MAGAZINE IM GESPRÄCH / DANIEL BRÜHL feiern. Ich kenne einige Kandidaten, die Letzteres tun, und so etwas wäre mir sehr unangenehm. „Nebenan“ zeigt, wie ein verwöhnter Filmstar auf seinen Nachbarn trifft, der einen wesentlich weniger privilegierten Hintergrund hat. Wollten Sie damit Ihr eigenes Leben kritisch hinterfragen? Die Initialzündung war das Thema Gentrifizierung. Ich wollte zwei Nachbarn aufeinander prallen lassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ging es mir weniger um eine persönliche Vergangenheitsbewältigung, ich wollte vielmehr eine Figur haben, die eine schöne Angriffsfläche bietet. Zwangsläufig kenne ich mich in meinem Bereich sehr gut aus. Das ist ja ein Beruf, bei dem man ständig unter Bewertung und Beobachtung steht. Und so habe ich dann auf eine dunkle, aber humorvolle Art meine eigenen Erfahrungen behandelt. Wobei Sie ja eine sehr ironische Distanz zu den Gegebenheiten und Befindlichkeiten Ihres Berufs beweisen. Sind Sie zu diesem Blick erst nach über 25 Jahren Karriere imstande? Jetzt war auf jeden Fall der richtige Zeitpunkt. Ich habe das richtig gespürt, auch wenn ich dieses Gefühl schwer festmachen oder beschreiben kann. Ich habe einfach gemerkt, dass ich die nötigen Erfahrungen gesammelt habe und reif sowie selbstbewusst genug bin, um so etwas anzupacken. Und dieser Wunsch, ein eigenes Projekt umzusetzen und dabei hinter sowie vor der Kamera zu arbeiten, entstand spontan? Der Wunsch war lange da. Aber ich habe es immer aufgrund von Zweifeln verschoben. Ich war mir unsicher, was ich überhaupt erzählen soll und ob das für jemanden interessant ist. Das dauerte ziemlich lange, bis ich mir irgendwann einen Ruck gegeben und gesagt habe: Nein, das ist genau die Geschichte, die ich erzählen möchte. So habe ich meinen Mut zusammengenommen und Daniel Kehlmann angerufen und um ein Treffen gebeten. Denn ich habe mir nicht zugetraut, das Drehbuch selbst zu schreiben. Ich dachte mir, wenn mir dieser schlaue Kopf sagt, dass er es für eine schlechte Idee hält, dann lasse ich es bleiben. Als er aber sofort genauso begeistert war wie ich, da wusste ich: Okay, dann ziehe ich das jetzt durch. Doch als Sie dann mit dem Dreh im Jahr 2020 begannen, kam Ihnen Corona in die Quere ... Für ein paar Wochen schien es so, als würde mein Film zusammenbrechen. Es gab ja eine Phase, in der alles stillstand. Aber zum Glück ist es gelungen, einen Aufschub für den Rest des Drehs zu bekommen. Das rechne ich bestimmten Leuten sehr hoch an – also z. B. meinem Produktionspartner Malte Grunert, den Förderern und dem Verleih, dass sie bei der Stange geblieben sind und dafür gesorgt haben, dass das Projekt weitergehen konnte. Und unter diesen verrückten, neuen Umständen lief das zum Glück entspannter, als ich dachte. Dass das Ganze als Kammerspiel konzipiert war, hat es auch einfacher gemacht. So konnten wir es ohne größere Probleme realisieren. Aber ich war schon komplett beseelt, dass das trotz Corona möglich war. Was für Erkenntnisse hat Ihnen die Regieerfahrung gebracht? Dass man Dinge abgeben und sich Vieles erklären lassen kann. Es war schon eine Herausforderung, weil ich eben nicht alles wusste und konnte. Ich habe zwar schon einige Erfahrung, aber ich musste und durfte noch einmal wahnsinnig viel dazu lernen. Ich hatte durchweg mit respektvollen und tollen Kollegen zu tun, die mir auf Augenhöhe begegnet sind. Diese Teamerfahrung war etwas Wunderschönes. Wie gingen Sie damit um, wenn Sie beim Dreh in Stress gerieten? Tief ein- und ausatmen hilft. Ich habe Probleme nicht in mich hineingefressen, sondern immer gleich angesprochen. Auch Humor hilft in so vielen Situationen. Man darf die Dinge nicht zu ernst nehmen, sondern muss auch mal darüber lachen können, selbst wenn das in Zeiten wie diesen nicht ganz einfach ist. Wenn mal etwas schief geht, versuche ich mir immer zu sagen: Das ist nicht das Ende der Welt. Doch ein Regisseur kann ein böses Erwachen erleben, wenn es später in den Schnitt geht … Von einer Depression blieb ich verschont. Ich habe viele Bücher zu dem Thema gelesen, kenne viele Regisseure und war auch bei

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